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Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch und von der Jungfrau Fewronija

Oper von Nikolai Rimski-Korsakow

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Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch und von der Jungfrau Fewronija (russisch: Сказание о невидимом граде Китеже и деве Февронии, Skasanije o newidimom grade Kitesche i dewe Fewronii) ist eine Oper in vier Akten und sechs Bildern von Nikolai Rimski-Korsakow (Musik) mit einem Libretto von Wladimir Belski und Nikolai Rimski-Korsakow. Sie wurde am 7. Februarjul. / 20. Februar 1907greg. im Mariinski-Theater in Sankt Petersburg uraufgeführt.

Die Oper spielt an der Wolga „im Jahr 6751 seit Erschaffung der Welt“ (1243 nach Chr.).

Orchestrales Vorspiel: „Lob der Einsamkeit“

Wälder jenseits der Wolga bei Klein-Kitesch, im Dickicht die Behausung eines Honigsammlers; Eichen, Fichten und Ulmen, in der Nähe eine Quelle; Mittsommernacht, Abenddämmerung

Die Jungfrau Fewronija genießt ihr Leben in der Natur, mit der sie vollkommen verschmolzen ist. Sie lockt einige Vögel an, um sie zu füttern. Ein Bärenjunges frisst ihr aus der Hand, und ein verletzter Elch lässt sich von ihr pflegen. Ein junger Jäger, der von seiner Gruppe getrennt wurde, beobachtet das Treiben fasziniert. Er hält sie zuerst für ein Zauberwesen. Auch sie ist verwirrt von seinem Anblick, doch dann bringt sie ihm Honig, Brot und Wasser und versorgt eine Wunde, die er von der Begegnung mit einem Bären hatte. Sie erzählt schwärmerisch von ihrem Leben in der Wildnis als Schwester eines Honigsammlers und von ihren schönen Träumen. Als er sie fragt, ob sie zum Beten in die Kirche gehe, entgegnet sie, dass ihre Kirche rund um sie herum sei, wo alles ununterbrochen Gottes Welt preise. Der Jüngling erinnert sie an die Lehre der Alten, dass man nicht nach irdischen Freuden streben solle. Fewronija antwortet mit einem leidenschaftlichen Loblied auf die Schönheit von Gottes Welt, die Nächstenliebe und die Freude. Er bittet sie, ihn zu heiraten und steckt ihr einen Ring an den Finger. Als sich die übrige Jagdgesellschaft nähert, verabschiedet er sich mit dem Versprechen, bald die Brautwerber zu schicken. Ihre Sorge um die Tiere beruhigt er damit, dass die Jagd in diesem Wald in Zukunft untersagt werde. Erst nachdem er fort ist, erfährt sie von Fjodor Pojarok den Namen ihres Verlobten: Wsewolod, Sohn und Mitregent des Fürsten Juri von Kitesch.

Klein-Kitesch am linken Ufer der Wolga; Marktplatz mit Kaufläden und einer Schenke

Das Volk wartet auf den Hochzeitszug. In der Nähe des Gasthofs belustigt ein Bärenführer die Menge mit seinem Tanzbären. Ein Guslispieler singt ein Lied über ein schönes Mädchen, das mit überströmenden Tränen der Stadt Groß-Kitesch Unheil voraussagt. Die Menge ist beunruhigt, doch weiß niemand, woher ihrer Hauptstadt Gefahr drohen könnte, da doch Frieden herrscht und es allen gut geht. Der wohlhabendere Teil der Bevölkerung sieht die Hochzeit des Prinzen kritisch, da die Braut offenbar keine gute Herkunft hat. Einige geben dem Säufer Grischka Kuterma Geld, damit er ihr umso spöttischer „die Ehre erweisen“ kann. Die armen Leute dagegen betteln vergeblich um Almosen. Allmählich nähert sich der Hochzeitszug. Fjodor und andere verteilen Kuchen, Bänder und Geld. Die Menge begrüßt Fewronija wohlwollend, doch Grischka drängelt sich durch und verspottet sie. Fewronija bittet ihn sanft, für seine Sünden zu beten. Grischka lässt jedoch mit seinen Beleidigungen nicht nach und wird schließlich von den anderen hinausgedrängt. Mädchen tanzen zum Klang von Guslis und Domras. Plötzlich erschallen Hornsignale. Die Menge wird unruhig. Weitere Menschengruppen eilen in zunehmender Verzweiflung auf den Platz. Tataren in grell-bunter Kleidung erscheinen und töten alle, die sie erreichen können. Deren Anführer Bedjai und Burundai feuern ihre Leute zu noch größerer Gewalt an. Fewronija wird gefangen und fortgeschleppt. Die Tataren zwingen Grischka unter Androhung von Folter, ihnen den Weg nach Groß-Kitesch zu zeigen. Fewronija fleht Gott an, die Stadt und ihre Bewohner unsichtbar zu machen.

Erstes Bild. Groß-Kitesch, Mitternacht

Die Bevölkerung hat sich vor der Himmelfahrts-Kathedrale versammelt. Auch Fürst Juri und sein Sohn Wsewolod sind anwesend, als der von den Tataren geblendete Fjodor mit einem Knaben erscheint und von dem Überfall und der demütigenden Niederlage Klein-Kiteschs berichtet. Um den Weg nach Groß-Kitesch herauszubekommen, seien sämtliche Einwohner gefoltert worden. Alle hätten bis zum Tod standgehalten, doch eine Person habe aufgegeben und führe jetzt die Feinde hierher: die Prinzessin. Juri schickt den Knaben auf den Kirchturm, um nach einem Zeichen Gottes Ausschau zu halten. Alle flehen die Himmelskönigin um Rettung an. Der Knabe sichtet bereits die feindlichen Horden, als sich der Himmel aufklart und über dem Swetlojar-See ein weißer Nebel wie ein Brautschleier aufsteigt. Wsewolod und seine Leute bereiten sich auf den Kampf vor. Während ihres Aufbruchs senkt sich ein golden glänzender Nebel aus dem Himmel über die Stadt herab und verdichtet sich zunehmend. Die Glocken fangen von selbst an zu läuten. Alle verspüren eine große Freude und preisen Gott.

Orchestrales Zwischenspiel: „Die Schlacht am Kerschenez“

Zweites Bild. Eine Eiche am Ufer des Swetlojar-Sees; tiefe Dunkelheit; am gegenüberliegenden Ufer das in dichten Nebel gehüllte Groß-Kitesch

Wsewolod und seine Soldaten wurden in der Schlacht vernichtend geschlagen. Grischka führt die Tataren Bedjai und Burundai durch das Dickicht auf eine Lichtung am See und erklärt ihnen, dass die Stadt gegenüberliege. Die beiden können jedoch keine Anzeichen davon erkennen. Die Tataren fühlen sich von Grischka betrogen und fordern seinen Tod. Die Anführer lassen ihn an einen Baum binden, um am nächsten Morgen über sein Schicksal zu entscheiden. Sollte die Stadt am nächsten Morgen tatsächlich auftauchen, werden sie ihn wegen Verrats an seinem Fürsten hinrichten. Ansonsten wird er zu Tode gefoltert. Sie unterhalten sich über die Tapferkeit Wsewolods, der trotz vierzig Wunden bis zum Tod gekämpft habe, statt sich zu ergeben. Die Tataren errichten ihr Lager und verteilen die Beute. Über die gefangene Fewronija können sich die beiden Anführer nicht einigen. Ihr Streit eskaliert, und Burundai erschlägt Bedjai mit seiner Axt. Die übrigen legen sich schlafen. Fewronija weint still um ihren gefallenen Geliebten. Grischka macht sie auf sich aufmerksam. Er gesteht ihr seine Taten und offenbart auch, dass er allen erzählt habe, sie sei die Verräterin. Dennoch vergibt sie ihm und befreit ihn von seinen Fesseln. In seiner Trunkenheit und von Gewissensbissen geplagt gelingt es ihm jedoch nicht, zu fliehen. Er stolpert, schimpft laut und lacht wie ein Wahnsinniger. Inzwischen geht die Sonne auf. Die Stadtglocken läuten. Grischka läuft davon, Fewronija mit sich ziehend. Die Tataren, die von dem Lärm aufgewacht sind, erblicken im See das Spiegelbild der Stadt – doch das andere Ufer ist öde. Alle fliehen panisch von diesem offenbar verfluchten Ort.

Erstes Bild. Dunkle Nacht; ödes Dickicht in den Wäldern des Kerschenez; eine entwurzelte Fichte; im Hintergrund eine Lichtung und ein mit Moos bedeckter Sumpf

Die erschöpfte Fewronija und der wahnsinnige Grischka machen auf ihrer Flucht Rast. Fewronija beginnt, für ihren Begleiter zu beten. Das empört Grischka, der Gott nicht mehr traut. Auf seinen Wunsch bittet Fewronija die Mutter Erde, ihm seine Sünden zu vergeben und ihm Trost zu spenden. Plötzlich erblickt Grischka neben ihr eine hässliche schwarze Gestalt, die er für den Teufel selbst hält. Er läuft mit einem wilden Schrei davon. Um die zurückgebliebene Fewronija herum verwandelt sich die Landschaft. Die Bäume glänzen wie Smaragde, an ihren Spitzen glühen Kerzen, riesige bunte Blumen sprießen aus der Erde und bilden einen Pfad zum Sumpf. Die Waldvögel beginnen zu singen. Der Paradiesvögel Alkonost, der „Vogel des Erbarmens“, verkündet Fewronija die ewige Ruhe. Sie hat keine Furcht vor dem Tod, sondern sehnt sich nach dem Ort des Überflusses, an dem ihr Gatte weilt. Der Geist Wsewolods erscheint, in goldenes Licht gehüllt. Seine Wunden sind verschwunden. Beide feiern ihr Wiedersehen, und die Stimme des Paradiesvogels Sirin, des „Vogels der Freude“, verheißt ihnen ewiges Leben. Wsewolod überreicht Fewronija zur Stärkung ein Stück Brot aus dem Himmel und ergänzt: „Wer an unserem Brot teilhat, wird zur ewigen Freude zugelassen.“ Mit den übrig gebliebenen Krumen füttert sie ein letztes Mal die Wildvögel. Das Paar schreitet Hand in Hand über den Sumpf in die unsichtbare Stadt. Glocken läuten in der Ferne.

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