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Die Abenteuer des Sherlock Holmes (Buch)

Buch von Arthur Conan Doyle

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Die Abenteuer des Sherlock Holmes (Originaltitel: The Adventures of Sherlock Holmes) sind eine Sammlung von zwölf Kurzgeschichten von Arthur Conan Doyle. Die Geschichten wurden ursprünglich von Juli 1891 bis Juni 1892 im Strand Magazine veröffentlicht, der Sammelband mit Illustrationen von Sidney Paget erschien am 14. Oktober 1892 in Großbritannien und am 15. Oktober 1892 in den USA. Im Zentrum der Handlung stehen Sherlock Holmes und Dr. John Watson, die seltsame Verbrechen aufklären. Dabei bedient sich Holmes seiner Methode von Deduktion, die ihn so gut wie immer an das gewünschte Ziel bringt.

Die deutschen Titel können sich bei verschiedenen Übersetzungen oder Zusammenstellungen unterscheiden.

Ein Skandal in Böhmen (A Scandal in Bohemia)

Am 20. März 1888 erhält Sherlock Holmes einen Brief, mit dem sich für den frühen Abend ein maskierter Besucher ansagt. Aus der Satzkonstruktion und dem Briefpapier folgert der Meisterdetektiv, dass er es mit einem Deutschen aus Böhmen zu tun hat, und es dauert auch nicht lange, bis er den angeblichen Grafen von Kramm als den böhmischen Erbkönig Wilhelm entlarvt. Wenige Tage vor seiner Hochzeit mit der skandinavischen Prinzessin Clothilde fürchtet der riesenhafte Monarch, von der ehemaligen Opernsängerin Irene Adler erpresst zu werden, die er vor fünf Jahren in Warschau kennengelernt hat. In drei Tagen, wenn die Eheschließung publik gemacht wird, will seine ehemalige Geliebte ein kompromittierendes Foto an die Schwiegereltern schicken, um die Hochzeit platzen zu lassen. Verschiedene Versuche, das Foto aus Irenes Londoner Haus zu stehlen, schlugen fehl.

In Verkleidung eines Stallknechts observiert Holmes die Villa der Adler in St John’s Wood, wobei er Zeuge wird, wie sie und ihr regelmäßiger Besucher, der Anwalt Godfrey Norton, in getrennten Pferdekutschen zu einer Kirche fahren, um sich trauen zu lassen. Nach der Verfolgung wird Holmes sogar die Ehre zuteil, als Trauzeuge zu agieren. Noch am Abend kehrt er zur Villa zurück, vor der er eine Show abzieht, in die er auch seinen Partner, Dr Watson, einbindet. Als Methodistenprediger verkleidet, wird er bei Irene Nortons Ankunft bei einer inszenierten Straßenschlägerei scheinbar verwundet und von der Hausherrin zur Pflege in deren Wohnzimmer gebracht. Auf Holmes’ Kommando schleudert Watson eine Rauchrakete in die Villa, wobei der Detektiv Augenzeuge wird, wie Irene instinktiv das Foto kurz aus dem Versteck holt, um es vor dem Feuer zu schützen. Nachdem Holmes in der allgemeinen Unruhe entkommen ist, nimmt er sich vor, gleich morgen früh mit dem Fürsten in der Villa zu klingeln, um in aller Ruhe das Foto sicherzustellen.

Dazu kommt es aber nicht mehr. Irene Norton, die das Manöver durchschaut hat, reist in aller Frühe überstürzt mit ihrem Gatten auf den Kontinent. Im Versteck des Fotos findet der verblüffte Holmes nur ein anderes Bild und eine Nachricht: Die geflohene Hausherrin war vorgewarnt worden, dass er sich des Falles annehmen würde, und wird nun fürs Erste davon absehen, das Foto zu versenden. Für König Wilhelm, der die Eheschließung seiner Ex-Mätresse trotz allem mit Wehmut betrachtet, kommt die Angelegenheit preiswert: Holmes gibt sich mit dem vorgefundenen Foto von Irene Norton zufrieden.

Der Bund der Rothaarigen, auch: Der Bund der Rotschöpfe oder Die Liga der Rotschöpfe (The Red-Headed League)

Jabez Wilson, Pfandleiher, braucht Holmes' Rat. Zwei Monate zuvor, angeblich am 27. April 1890, hat ihn sein Angestellter Vincent Spaulding auf eine Zeitungsannonce aufmerksam gemacht. Darin bot eine sog. „Liga der Rothaarigen“ den enormen Lohn von vier Pfund pro Woche für eine einfache Nebentätigkeit. Voraussetzung: Der Bewerber muss leuchtend rotes Haar haben und darf während der Arbeitszeit um keinen Preis das Büro verlassen. Wilson bekommt die Stelle. Jeden Tag verbringt er fortan vier Stunden im Büro der Liga, in dieser Zeit schreibt er die Encyclopedia Britannica ab. Um sein Pfandhaus kümmert sich währenddessen sein Angestellter Vincent Spaulding.

Doch am Morgen des 9. Oktober 1890 ist alles anders: Als Wilson erscheint, findet er nur einen Zettel an der Tür, darauf die lapidare Nachricht, die Liga sei aufgelöst. Von seinem Vorgesetzten fehlt jede Spur, der Name war falsch und von der Liga hat niemand im Haus jemals gehört. Wütend über den Verlust der gut bezahlten Stelle macht sich Wilson auf den Weg zu Holmes.

Holmes findet die Geschichte bemerkenswert. Ganz besonders interessiert ihn Wilsons Angestellter Spaulding, der seinen Chef erst auf die Liga aufmerksam gemacht hatte: Spaulding arbeitet freiwillig für den halben Lohn. Schwächen hat er aber laut Wilson auch: So sei Spaulding versessen auf Fotografie und verschwinde häufig im Keller.

Holmes schickt gut gelaunt den Pfandleiher heim und nimmt Watson mit zu einem Konzert. Auf dem Weg dorthin besuchen sie Wilsons Geschäft und treffen kurz den Angestellten. An diesem Punkt hat Holmes nach eigenem Bekunden den Fall gelöst, wie üblich verrät er aber noch nichts. Spät am Abend treffen sich Holmes, Watson, ein Scotland-Yard-Beamter und ein Bankdirektor ganz in der Nähe wieder und verschanzen sich im Tresorraum der City and Suburban Bank. In dieser Nacht erscheinen zwei Einbrecher, die einen Tunnel in den Tresorraum gegraben haben. Es sind Spaulding und ein Komplize.

Holmes hatte ermittelt, dass die ganze Geschichte der Liga der Rothaarigen ein Trick war, um den Pfandleiher Wilson für einige Stunden täglich aus dem Haus zu schaffen. In dieser Zeit gruben die Täter den Tunnel zur direkt an das Pfandhaus angrenzenden Bank. Der Kniff mit der Liga, Spauldings vom Graben durchgescheuerte Hosenknie und die Nachbarschaft von Pfandleihe und Bank hatten Holmes auf die richtige Spur gebracht.

Eine Frage der Identität, auch: Der rätselhafte Bräutigam oder Ein Fall geschickter Täuschung u. a. (A Case of Identity)

Nachdem sie sich eine Weile unschlüssig vor Sherlock Holmes’ Haus herumgedrückt hat, ringt sich die junge Sekretärin Mary Sutherland schließlich dazu durch, ihm ihre ungewöhnliche Liebesangelegenheit anzuvertrauen. Nach dem Tod des Vaters hat ihre Mutter den knapp fünfzehn Jahre jüngeren Weinhändler James Windibank geheiratet, der damit nur etwa fünf Jahre älter ist als Mary. Gegen den Willen des Stiefvaters, der Freizeit-Aktivitäten von Mary und ihrer Mutter generell ablehnt, besuchte sie einen Ball der Gasinstallateure, auf dem sie den Kassierer Hosmer Angel kennengelernt hat. Während der Stiefvater beruflich in Frankreich zu tun hatte, traf sie sich mehrmals mit ihrem neuen Verlobten, ohne allerdings genau zu wissen, wo er wohnt und arbeitet. Auf dem Weg zur kirchlichen Hochzeit verschwand der Bräutigam aus der Kutsche, ohne jemals wieder aufzutauchen. Kurz zuvor ließ sich Hosmer von Mary noch ewige Treue schwören, selbst wenn ihm etwas Unvorhergesehenes passieren sollte. Ein Brief an den Stiefvater, in dem sie ihm in letzter Minute die Hochzeit anzeigte, kam ungeöffnet aus Bordeaux zurück.

Für Holmes ist klar, dass Mary ihren Bräutigam nicht wiedersehen wird. Die Beschreibung, mit der sie in der Zeitung nach ihrem Verflossenen gefahndet hat, legt bereits nahe, dass dessen buschige Koteletten, die getönte Brille und die sehr leise Stimme nur Windibanks Methoden waren, um sich als ein anderer Mann auszugeben. Auch sind die Liebesbriefe an Mary mit der Schreibmaschine unterzeichnet, weil sich der Stiefvater sonst durch seine markante Handschrift entlarvt hätte. Den endgültigen Beweis für Holmes’ These liefert ein Briefwechsel mit Windibank, in dem der einen Besuch im Hause des Meisterdetektivs zusagt: Die Eigenheiten des Schriftbildes erweisen, dass der Antwortbrief mit derselben Schreibmaschine erstellt worden ist wie die Liebesbriefe des angeblichen Hosmer Angel. Der Stiefvater gibt zu, er habe Mary mit dieser Methode ein für alle Mal das Interesse an Männergeschichten nehmen wollen. Wie Holmes folgert, liegt der tiefere Sinn dahinter in Marys lukrativen Einnahmen aus neuseeländischen Aktien, die ihr ein Onkel vererbt hat und auf deren Erlös Windibank nicht verzichten wollte. Eine Tätigkeit in Bordeaux hat es natürlich nie gegeben. Derart entlarvt, flieht Windibank aus dem Verhör, während Holmes davon absieht, Mary über dessen Doppelspiel zu informieren.

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