An diesem Tag

Dick Cheney

US-amerikanischer Politiker (1941–2025)

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Richard Bruce „Dick“ Cheney [ˈtʃeɪ.ni] (* 30. Januar 1941 in Lincoln, Nebraska; † 3. November 2025 in McLean, Virginia) war ein US-amerikanischer Politiker (Republikanische Partei) und Manager. Er war von 2001 bis 2009 der 46. Vizepräsident der Vereinigten Staaten unter Präsident George W. Bush sowie von 1989 bis 1993 unter dessen Vater George Bush Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten. Von 1975 bis 1977 war er der bis dahin jüngste Stabschef des Weißen Hauses unter Präsident Gerald Ford. Er gilt als einer der einflussreichsten Vizepräsidenten der US-Geschichte.

Cheney war der Sohn eines Angestellten des US-Landwirtschaftsministeriums, Richard Herbert Cheney. Seine Mutter war Marjorie Lorraine Cheney, geb. Dickey. Sein Vater war registrierter Demokrat und arbeitete für ein Programm der Regierung Franklin D. Roosevelts, das Bauern helfen sollte, ihren Boden fruchtbar zu halten und vor Erosion zu schützen.

Cheney hatte einen Bruder, Bob, und eine Schwester, Susan. Er wuchs in Casper im US-Bundesstaat Wyoming auf, wo er 14-jährig seine Schulfreundin und spätere Ehefrau Lynne Vincent kennenlernte, die er 1964 heiratete. Cheney hatte mit ihr zwei Töchter, Liz und Mary, sowie sieben Enkel. Mary heiratete am 22. Juni 2012 ihre langjährige Partnerin. Liz wurde 2016 für den Staat Wyoming ins US-Repräsentantenhaus gewählt.

Schulische Ausbildung und Studium

In der High School erbrachte Cheney ausgezeichnete schulische und sportliche Leistungen. Er wurde Klassensprecher der Natrona County High School und spielte Halfback in der American-Football-Mannschaft.

Cheney konnte aufgrund eines akademischen Stipendiums 1959 an der Yale University Politikwissenschaft studieren, brach jedoch nach drei Semestern aufgrund von schlechten Leistungen wieder ab. 1962 wurde er zweimal wegen Fahrens unter Einfluss psychoaktiver Substanzen verhaftet und zu geringen Geldstrafen verurteilt. In einem Interview mit dem New Yorker vom 7. Mai 1991 sagte er dazu, die kurzen Aufenthalte in einer Gefängniszelle hätten ihn dazu gebracht, über sich nachzudenken. Er wäre sonst wahrscheinlich auf die schiefe Bahn geraten.

Danach begann er wieder zu studieren; er immatrikulierte sich 1963 am Casper Community College und wechselte dann zur University of Wyoming, wo er 1965 mit einem Bachelor und 1966 mit einem Master in Politikwissenschaft abschloss. Er begann daraufhin an der University of Wisconsin–Madison mit einem Doktoratsstudium. Trotz sehr guter Noten brach er es ab, um sich der Politik zu widmen – ein Jahresstipendium für die Arbeit im Büro des Abgeordneten William A. Steiger machte dies möglich.

Seine politische Karriere begann Cheney 1969 als Mitarbeiter der Regierung Richard Nixons, u. a. als persönlicher Assistent von Donald Rumsfeld. Unter Präsident Gerald Ford wurde Cheney zum Assistenten des Präsidenten und zum jüngsten Stabschef des Weißen Hauses (White House Chief of Staff) der Geschichte ernannt. Außerdem war Cheney Wahlhelfer für Gerald Fords Kandidatur zur Wahl 1976.

Bei den Kongresswahlen 1978 wurde er als einziger republikanischer Abgeordneter für Wyoming in das US-Repräsentantenhaus gewählt. Cheney wurde in diesem Amt bis 1989 fünfmal wiedergewählt. Ende der 1980er Jahre rückte er zum „Einpeitscher“ (Minority Whip) seiner Partei im Kongress auf. Cheney setzte sich als Anhänger der „Imperialen Präsidentschaft“ mit anderen Republikanern dafür ein, die Exekutivgewalt des Präsidenten nicht weiter zu beschränken, wie dies in einigen Gesetzen der 1970er Jahre, zum Beispiel dem „Gesetz zur Überwachung in der Auslandsaufklärung“ (Foreign Intelligence Surveillance Act) oder der War Powers Resolution geschehen war. Während seiner Zeit als Abgeordneter vertrat er sehr konservative Positionen, die im Wahlkampf 2000 erneut thematisiert wurden. So stimmte er u. a. gegen einen nationalen Feiertag für Martin Luther King und gegen ein US Department of Education, also ein bundesweites Bildungsministerium. Im 100. Kongress wurde er von den Republikanern zum Republican Conference Chair gewählt und war somit der dritthöchste Republikaner im Repräsentantenhaus nach dem republikanischen Oppositionsführer (minority-leader) Robert H. Michel und Minderheitswhip Trent Lott. Seine Tochter Liz hatte dasselbe Amt von Januar 2019 bis Mai 2021 inne. Im 101. Kongress stieg er dann zum republikanischen Whip auf und war damit der zweithöchste Republikaner nach Robert H. Michel, bis er von Bush Senior zum Verteidigungsminister ernannt wurde, siehe Kabinett. Sein Nachfolger als republikanischer Whip wurde Newt Gingrich.

Auch war er in dieser Zeit ein energischer Verfechter des staatlichen Erdöl- und Kohlehandels. Ein staatliches Gebäude in Casper, zuständig für Erdöl und Kohle, wurde nach ihm „Dick Cheney Federal Building“ getauft.

Im Gegensatz zu Bush Junior galt Cheney in der Frage gleichgeschlechtlicher Ehen als aufgeschlossen, weil seine eigene Tochter offen lesbisch lebt. In der Abtreibungsdebatte positionierte er sich konsequent als Abtreibungsgegner.

1989 wurde Cheney von George Bush als Nachfolger von Frank Carlucci zum Verteidigungsminister berufen. Allerdings war er erst Bushs zweite Wahl; der ursprünglich nominierte John Tower, US-Senator aus Texas, war vom Senat mit 47:53 Stimmen abgelehnt worden. Cheneys Ernennung wurde ohne Gegenstimme bestätigt. Das Amt des Verteidigungsministers hatte er bis zum Ende von Bushs Amtszeit im Januar 1993 inne. In diese Zeit fallen der erste Irak-Krieg sowie die amerikanischen Interventionen in Panama und Somalia.

Cheney etablierte eine entscheidende Änderung im Logistics Civil Augmentation Program (LOGCAP), in dessen Rahmen die US Army seit Mitte der 1980er Jahre zivile Firmen vor allem mit Infrastrukturprojekten (Bau von Flughäfen, Gefängnissen und Verpflegung der Soldaten weltweit) beauftragte. Bisher waren diese Aufträge an unterschiedliche Auftragnehmer vergeben worden. Cheney beauftragte die Firma Kellogg Brown & Root, eine Halliburton-Tochter, mit einem Gutachten, das klären sollte, ob in Zukunft nur noch eine einzige Firma alle LOGCAP-Aufträge bekommen könne. Das Gutachten beantwortete diese Frage positiv und es fand eine Ausschreibung für milliardenschwere Projekte für die nächsten fünf Jahre statt. Von den 37 teilnehmenden Firmen erhielt Kellogg Brown & Root den Zuschlag. 1995 wurde Cheney CEO von Halliburton / Kellogg Brown & Root. Diese nicht ganz unproblematische Konstellation führte auch dazu, dass seine Kritiker bemängelten, er verknüpfe private Interessen mit politischen Interessen, was Cheney stets energisch verneinte.

Karriere in der Privatwirtschaft

1995 wurde Cheney Aufsichtsratsvorsitzender und CEO von Halliburton, deren Kerngeschäft die Energieversorgung und -förderung bzw. der Handel mit Erdöl ist. Cheney und Donald Rumsfeld gründeten 1997 die konservative Denkfabrik Project for the New American Century.

In den fünf Jahren seiner Tätigkeit für Halliburton stieg der Auftragswert von Projekten für die Regierung von 1,2 Milliarden auf 2,3 Milliarden US-Dollar.

In diese Zeit fallen der Bosnienkrieg und der Kosovokrieg mit umfangreichen Regierungsaufträgen für Halliburton / KBR sowie lukrative Aufträge im Zusammenhang mit dem Oil-for-Food-Programm für den Irak.

Nachdem Cheney als Vizepräsidentschaftskandidat aufgestellt worden war, trat er am 25. Juli 2000 als CEO von Halliburton zurück, verkaufte einen großen Teil seiner Anteile und legte den Rest in einem Treuhandfonds an. Noch im Juli 2004 erhielt er aber Abfindungszahlungen von Halliburton. Da Halliburton für den Wiederaufbau im Irak hoch dotierte Aufträge der Regierung Bush bekam, sehen Kritiker hier einen Interessenkonflikt. Es wurde auch kritisiert, dass Halliburton unter Cheneys Führung Geschäfte mit Diktaturen wie dem Irak, Afghanistan und Myanmar gemacht hatte.

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