An diesem Tag

Dianne Wiest

US-amerikanische Schauspielerin

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Dianne Evelyn Wiest [daɪˈjæn ˈɜvlɪn ˈwiːst] (* 28. März 1948 in Kansas City, Missouri) ist eine US-amerikanische Schauspielerin. Sie etablierte sich zunächst als Theaterschauspielerin am Broadway und gab zehn Jahre später ihr Filmdebüt. Für zahlreiche Darstellungen in On- und Off-Broadway-Produktionen wurde sie mit renommierten Theaterpreisen ausgezeichnet. In unterschiedlichen Filmgenres etablierte sie sich als vielseitige Nebendarstellerin. So war sie unter anderem in den Filmen Footloose, The Lost Boys, Edward mit den Scherenhänden, Das Wunderkind Tate, The Birdcage – Ein Paradies für schrille Vögel, Synecdoche, New York, Rabbit Hole und I Care a Lot zu sehen. Wiederholt arbeitete sie mit Regisseur Woody Allen zusammen. Wiest wurde zweimal mit dem Oscar als Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet; 1987 für Hannah und ihre Schwestern und 1995 für Bullets Over Broadway, die beide unter der Regie von Allen entstanden.

Dianne Wiests Vater, Bernard John Wiest, war psychiatrischer Sozialarbeiter bei der U.S. Army. Ihre Mutter Anne Stewart war Krankenschwester; sie stammte aus dem schottischen Ort Auchtermuchty. Das Paar lernte sich während des Zweiten Weltkriegs in Algerien kennen. Nach Kriegsende kehrten beide zurück in die Vereinigten Staaten und ließen sich im Bundesstaat Missouri nieder. Dort wurde am 28. März 1948 ihre erste Tochter Dianne geboren, in den folgenden Jahren kamen dazu die Söhne Greg und Don. Bereits während ihrer Schulzeit hatte Dianne Ambitionen, auf der Bühne zu stehen; so begann sie eine Ausbildung zur Balletttänzerin an der renommierten New Yorker School of American Ballet.

Bedingt durch den Beruf des Vaters wechselte die Familie häufig den Wohnort und so musste Dianne Wiest ihre Ausbildung zu Gunsten eines Aufenthalts in Nürnberg beenden. Die Zeit in dem Land „mit der fremden Sprache“ war für sie nicht leicht. An der Schule für die Kinder der Soldaten entdeckte ein Lehrer das Talent der Schülerin und förderte sie. So stand sie in mehreren Aufführungen des Schultheaters auf der Bühne und entwickelte eine Leidenschaft für die Schauspielerei.

Nach der Rückkehr in die Vereinigten Staaten schrieb sich Dianne Wiest an der University of Maryland ein und studierte dort drei Semester lang. 1969 machte sie ihren Abschluss in Arts and Sciences. Anschließend trat sie der American Shakespeare Company bei und tourte mit der Truppe durch die Vereinigten Staaten und andere Länder.

Ihr Privatleben hält die Schauspielerin weitgehend unter Verschluss. Sie war einige Jahre mit ihrem Agenten Sam Cohn liiert. Gegen Ende der 1980er Jahre adoptierte die Schauspielerin ein Mädchen. Anfang der 1990er Jahre kam ein zweites Mädchen hinzu. Um sich auf die Erziehung der Kinder konzentrieren zu können, zog sich Dianne Wiest für einige Jahre aus dem Filmgeschäft zurück und stand auch nicht auf der Bühne. Mit ihrer Familie lebt die Schauspielerin in ihrer Wahlheimat New York in der Upper West Side.

Wiest gab ihr Bühnendebüt Ende der 1960er Jahre als Nebendarstellerin in dem Stück Ashes, einer Produktion der American Shakespeare Company beim Shakespeare Festival in New York.

Die Rolle der Hedda Gabler in der Aufführung von Henrik Ibsens gleichnamigem Stück am Long Wharf Theatre in New Haven war eine ihrer ersten Hauptrollen.

In der Originalproduktion von Kurt Vonneguts Happy Birthday Wanda June war Wiest 1970 als Zweitbesetzung in der Off-Broadway-Aufführung zu sehen. Nach der Verlegung des Stücks an den Broadway war sie erneut die Zweitbesetzung, kam jedoch nicht zum Einsatz.

Ihr Broadway-Debüt konnte sie erst 1971 während ihres nächsten Engagements geben, in Robert Andersons Solitaire/Double Solitaire.

Anschließend erhielt sie einen Vertrag beim regionalen Theater „Arena Stage“ in Washington, D.C. Dort spielte sie vier Jahre lang unter anderem in Stücken wie Unsere kleine Stadt, Wer hat Angst vor Virginia Woolf? oder Nachtasyl. Die Theatertruppe der „Arena Stage“ führte die junge Schauspielerin auf eine Theatertour durch die Sowjetunion.

Ihren Durchbruch bei Publikum und Kritik feierte die Schauspielerin 1980 in der Off-Broadway-Produktion The Art of Dining. Für ihre Darstellung wurde sie gleich mit drei Preisen ausgezeichnet, mit dem Obie Award, dem Theatre World Award und dem Clarence Derwent Awards. Zudem war sie für den Theaterpreis Drama Desk Award nominiert. Ein weiterer Erfolg war die weibliche Hauptrolle an der Seite von John Lithgow in der Aufführung von Christopher Durangs Beyond Therapy im Jahr 1982, das fünf Jahre später mit Julie Hagerty und Jeff Goldblum verfilmt wurde. Für ihre Darstellung in den Off-Broadway Stücken Serenading Louie und Other Places wurde Wiest 1984 mit einem Obie Award geehrt.

Das Stück After the Fall, von Arthur Miller ursprünglich für seine damalige Frau Marilyn Monroe geschrieben, hatte Wiest zuvor nie gelesen; sie ließ sich erst während des Castings 1984 von dem Stoff überzeugen. Ihre Verkörperung der Maggie an der Seite von Frank Langella wurde von der Fachpresse wie auch von den Zuschauern allerdings gleichermaßen enthusiastisch aufgenommen.

Im Laufe ihrer Karriere spielte Wiest die unterschiedlichsten Charaktere. Sie verkörperte zahlreiche klassische Figuren wie Desdemona neben James Earl Jones als Othello und Hedda Gabler in Henrik Ibsens gleichnamigen Stück.

Im Sommer des Jahres 1993 spielte Dianne Wiest zusammen mit Frances Conroy und Liev Schreiber am Broadway in dem Stück In the Summer House. Ihre Interpretation der dominanten Mrs. Eastman Cuevas wurde vom Theaterkritiker David Richards in der New York Times als „mutig“ beschrieben. Er lobte die Schauspielerin zudem für ihre starke Darstellung, die „nie ganz echt wirkt“.

Theaterarbeit ab dem Jahr 2000

In einer Lesung von Oscar Wildes Stück Salome über das Leben der gleichnamigen Bibelgestalt, gespielt von Marisa Tomei, war Dianne Wiest in der Rolle der Herodias zu sehen, neben Al Pacino als Herodes und David Strathairn als Jokannan. Die Regie übernahm Estelle Parsons, die das Ensemble nach Meinung von John Rockwell gekonnt in Szene setzte.

Im Frühjahr 2005 war die Mimin in Memory House zu sehen, einem Stück über die Probleme und unterschiedlichen Weltanschauungen zweier Generationen am Beispiel einer Mutter und deren Tochter im Teenageralter. Charles Isherwood von der New York Times fand Wiests „warmherziges, bezauberndes Spiel“ gebe dem Stück über die angespannte Situation zwischen zwei Frauen einen interessanten Gehalt. Die Schauspielerin schaffe es außerdem, die Sympathien des Publikums auf den gefühlvollen Unterton der Geschichte zu lenken. Für eine solche Aufgabe gebe es kein Rezept, an das man sich halten könne.

In der erfolgreichen Komödie Third von Wendy Wasserstein stellte sie im selben Jahr an der Seite von Charles Durning, Jason Ritter und Gaby Hoffmann eine starke, aber auch verletzliche Professorin dar.

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