An diesem Tag

Diana von Poitiers

Mätresse Heinrichs II.

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Diana von Poitiers (französisch Diane de Poitiers; * 31. Dezember 1499, 3. September 1499 oder 9. Januar 1500 in Saint-Vallier, Étoile oder Poitiers; † 22. April 1566 im Schloss Anet bei Paris) war Gräfin von Saint-Vallier, seit 1548 Herzogin von Valentinois und seit 1553 Herzogin von Étampes. Bekannt wurde sie als die Mätresse und Vertraute König Heinrichs II. von Frankreich.

Obwohl Diana nach dem Tod ihres Mannes Louis de Brézé ein ruhiges Leben als wohlhabende Witwe in der Provinz hätte führen können, kehrte sie an den französischen Hof zurück. Sie umsorgte den rund 19 Jahre jüngeren Heinrich, organisierte sein Liebesleben und war unanfechtbarer Mittelpunkt des Hofes. Erst als Heinrich starb, verließ sie den Hof und zog sich auf ihre Güter zurück.

Bis heute gehört sie, aufgrund der zahlreichen historischen und modernen Darstellungen, zu den bekanntesten Frauen am französischen Königshof der Neuzeit.

Jugend und Heirat mit Louis de Brézé

Diana von Poitiers war die Tochter von Jean de Poitiers, Sire de Saint-Vallier, aus dem Haus Poitiers-Valentinois, und Jeanne de Batarnay. Im Alter von sechs Jahren wurde sie durch den Tod ihrer Mutter Halbwaise. Ihre weitere Erziehung wurde von Anne de Beaujeu übernommen. Historiker vermuten, dass Diana schon früh bei Hofe eingeführt wurde und mit dem Hochadel verkehrte; Genaueres über ihre Jugend und Erziehung ist bisher nicht nachweisbar. Gesichert scheint, dass Diana nicht – wie von einigen Historikern gemutmaßt – zusammen mit den königlichen Kindern am französischen Hof aufgewachsen war.

Als Claudia von Frankreich im Jahre 1514 ihren Cousin Franz von Angoulême, den späteren König Franz I., heiratete, wurde Diana Hofdame der jungen Königin. Am 29. März 1515 heiratete sie den 56 Jahre alten und von Zeitgenossen als unattraktiv beschriebenen Louis de Brézé, Seneschall der Normandie aus dem Haus Brézé. Er war durch seine Mutter Charlotte, einer legitimen Tochter König Karls VII. von Frankreich und dessen Mätresse Agnès Sorel, königlicher Abstammung. 1517 brachte Diana ihre erste Tochter Françoise zur Welt, und zwei Jahre später folgte Tochter Louise.

1524 wurde ihr Vater als Komplize einer Verschwörung des Connétable von Frankreich, Charles III. de Bourbon-Montpensier des Hochverrats angeklagt, gefangen genommen und zum Tode verurteilt, aber begnadigt. Er soll das Schafott bereits bestiegen haben, als ein Bote mit dem Begnadigungsschreiben des Königs eintraf.

Diana und ihr Mann Louis führten eine außergewöhnlich harmonische Ehe. Schon früh soll Diana zu einer Art Vorbild für Heinrich, den zweiten Sohn Franz’ I., geworden sein, da sie ihn 1526 begleitete, als er und sein Bruder als Geiseln an die Spanier übergeben wurden, und sich nach seiner Freilassung um ihn kümmerte.

„Gegen ihre Natur ergriffen vom grausamen Schicksal der Kinder, umarmt Diana Heinrich und küsst ihn zärtlich zum Abschied. Niemand ahnt, dass dieser mütterliche Kuss eines Tages auf dem Schicksal des Königreiches lasten sollte“.

Heinrich soll, vielleicht in Erinnerung an die liebevolle Geste Dianas bei der Geiselnahme, seine Standarte aus Verehrung vor ihr gesenkt haben, als er im Rahmen des Turniers zu den Feierlichkeiten der Hochzeit seines Vaters mit Eleonore von Österreich als Kämpfer antrat.

„Im Zuge der Hochzeitsfeier wurde ein Turnier veranstaltet, an dem die beiden Söhne des Königs teilnahmen. Es war Brauch, dass jeder Ritter sein Banner vor einer Dame senkte zum Zeichen seiner Verehrung. Auch Heinrich hielt sein Pferd vor der Tribüne an und legte seine Standarte der Frau des Großseneschalls zu Füßen…“

Am 24. April 1530 wurde der Heiratsvertrag zwischen Franz I. (für seinen zweiten Sohn Heinrich von Orléans, den späteren König Heinrich II.) und Katharina von Medici auf Schloss Anet im Beisein des Großseneschalls der Normandie und dessen Frau Diana unterzeichnet. Drei Jahre später trat Katharina von Medici ihre Reise nach Frankreich an und wurde am 28. Oktober 1533 von ihrem Onkel Papst Clemens VII. mit Heinrich vermählt.

Der Tod ihres Mannes Louis de Brézé im Frühsommer 1531 traf Diana so schwer, dass ihre Trauer von späteren Berichterstattern oft als Heuchelei ausgelegt wurde. So soll sie beim Tod ihres Mannes erklärt haben, ihre Witwenkleidung nie wieder abzulegen, und trug ab diesem Tag und ihr ganzes weiteres Leben ausschließlich Schwarz. Ihr schwarzes Kleid wurde, zusammen mit einem edelsteinbesetzten Gürtel, zu ihrem Markenzeichen und Erkennungsmerkmal. Da sie mit 32 Jahren noch keinen Rückzug in das Privatleben plante, kehrte sie an den französischen Hof zurück. Laut Thoma soll Franz I. Diana darum gebeten haben, sich um seinen zweitältesten Sohn, Heinrich, zu kümmern, da dieser verschlossen und kontaktscheu war, und weil ihm das gute Verhältnis zwischen Heinrich und Diana schon früher aufgefallen sei.

„Also erzählte er (Franz I.) ihr von seinen Sorgen, worauf ihm Diana geantwortet haben soll: „Vertraut mir, ich werde ihn zu meinem Ritter machen.“ Von nun an sollte sich Madame de Brézé um die Erziehung des Prinzen kümmern.“

Mit dem Einverständnis des Königs wurde Diana zur Mentorin des jungen Prinzen. Heinrich wird als „düster und bizarr“ beschrieben. Laut Jurewitz-Freischmidt soll der Prinz „stets Schwarz getragen, keinen Wein getrunken und wenig gelacht haben. Er mied Gesellschaft und lebhafte Unterhaltungen.“ Dieser Erziehungsauftrag gab Diana auch wieder eine wirkliche Bedeutung am französischen Hof, die sie durch den Tod ihres Mannes verloren hatte. Sie und Anne de Pisseleu d’Heilly, die Duchesse d’Étampes, waren zu dieser Zeit die mächtigsten Frauen am Hofe. Beide behandelten einander höflich und respektvoll, obwohl sie zu dieser Zeit schon Rivalinnen um die königliche Aufmerksamkeit waren.

Die Situation am französischen Hof, die Katharina von Medici bei ihrer Ankunft vorfand, stellte sich als eine von Madame d’Étampes beherrschte Gesellschaft vor, da Eleonore von Österreich nicht ständig bei Hofe lebte und für den Kronprinzen noch keine passende Braut gefunden war. Das Interesse an Katharina war daher sehr gering, da sich aller Aufmerksamkeit auf den Thronfolger Franz konzentrierte. Katharina von Medici wäre am französischen Hof weitgehend isoliert geblieben, hätte sie sich nicht einen Platz in der engeren Gesellschaft rund um ihren Schwiegervater erobert. Sie war zwar mit ihren etwas vorstehenden Augen und ihrer zur Fülligkeit neigenden Gestalt nicht hübsch, aber gesellschaftlich gewandt, eine geübte und beherzte Reiterin, eine gewitzte und einnehmende Gesprächspartnerin und bereit, bei den mitunter rauen Scherzen, die der französische König schätzte, mitzumachen. Ihren Mann Heinrich dagegen konnte sie nicht für sich erobern. Seine Verbindung zu Diana von Poitiers wurde immer enger, und er reagierte mit Missfallen auf die leisesten Anzeichen einer engen Beziehung zwischen seiner Ehefrau und seiner Freundin.

Am Morgen des 10. August 1536 starb der französische Thronfolger unerwartet nach kurzer und heftiger Krankheit. Katharinas Ehemann Heinrich war nun der neue Anwärter auf den französischen Thron. Die Situation für Katharina verschlechterte sich durch ihre neue Position als Frau des Kronprinzen. Sie war bereits seit drei Jahren mit Heinrich verheiratet und bislang hatten sich nicht die geringsten Anzeichen von Schwangerschaften eingestellt. Nachdem Heinrich 1538 auch noch Vater einer unehelichen Tochter mit der Italienerin Filippa Duci geworden war, vermutete man am französischen Königshof bei ihr die Ursache für die Kinderlosigkeit der Ehe. Immer häufiger wurden Überlegungen laut, die Ehe aufgrund der Unfruchtbarkeit von Katharina zu scheiden. Spätestens zur Thronbesteigung drohten ihr sogar die Verstoßung oder lebenslanger Klosteraufenthalt.

Heinrichs erste uneheliche Tochter mit der Italienerin Filippa Duci wurde auf den Namen Diana de Valois getauft, und Diana von Poitiers, nun offiziell von der Erziehung Heinrichs entlassen, übernahm die Erziehung des kleinen Mädchens. Auch wenn Heinrich seine Tochter später offiziell anerkannte und sie nach seiner Mätresse benannte, war sie nicht die Tochter von Heinrich und Diana, wie es verschiedentlich nachlesbar ist. Der Druck auf Katharina hingegen nahm, nachdem die Fruchtbarkeit ihres Mannes bewiesen war, immer mehr zu. Bisher nahm man allgemein an, dass Heinrich unter einer Hypospadie litt, welche die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigte. Nach der Geburt seiner Tochter wurden die Rufe nach einer Verstoßung von Katharina lauter.

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