Der Devils Tower (Englisch für „Teufelsturm“) ist ein turmartiger Härtling magmatischen Ursprunges (entweder der freigelegte Pfropfen im Schlot eines Vulkans oder ein Lakkolith). Der Berg liegt am Nordwestrand der Bear Lodge Mountains (nordwestliche Black-Hills-Uplift) im Crook County im Nordosten des US-Bundesstaates Wyoming. Er erhebt sich etwa 265 Meter über sein unmittelbares Umland und besitzt einen Durchmesser von fast 150 Metern. Der Felsen taucht in Überlieferungen mehrerer Völker der Prärieindianer auf.
Das Gebiet wurde am 24. September 1906 durch Präsident Theodore Roosevelt gemäß dem damals neuen Antiquities Act als erstes National Monument unter dem Namen Devils Tower National Monument ausgewiesen. Es wird vom National Park Service betreut.
Der Devils Tower ragt aus einer Hochebene aus mesozoischen Sedimentgesteinen hervor, in der neben Ton- und Schluffsteinen der Trias (Spearfish-Formation) vor allem gipsreiche Schichten des mittleren Jura (Gypsum-Springs-Formation) sowie überwiegend Ton-, Schluff- und Sandsteine des späteren Jura (Sundance-Formation, Morrison-Formation) und der frühen Kreide (Inyan-Gruppe, Skull-Creek-Shale, Newcastle-Sandstone, Mowry-Shale) zutage treten.
Der Devils Tower selbst besteht in Gänze aus dem alkalischen Vulkangestein Phonolith („Phonolithporphyr“, in älterer Literatur Trachyt). Er ist deutlich jünger als das umliegende Sedimentgestein und entstand vor etwa 50 Millionen Jahren im Eozän, während der laramischen Gebirgsbildung, infolge der plattentektonischen Vorgänge im Westen Nordamerikas: Der auf den Westrand der Nordamerikanischen Plattform ausgeübte Druck führte zur domartigen Heraushebung der präkambrischen und paläozoischen Gesteine der Black Hills aus dem Untergrund. Mit der Heraushebung ging ein alkalischer Magmatismus einher, der auf den nördlichen Teil der Black-Hills-Uplift beschränkt ist und vermutlich mit der Reaktivierung einer tiefreichenden Störung im präkambrischen Grundgebirge (die nordwestliche Verlängerung der Sage-Creek-Störung) in Zusammenhang steht, die als Aufstiegsbahn für unter anderem jenes Magma gedient haben könnte, aus dem der Devils Tower hervorging.
Nachdem sich dieses Magma in den mesozoischen Sedimenten Platz geschaffen hatte und dort verweilte, kühlte es ab und erstarrte zu Gestein. Durch die Volumenabnahme während des Erstarrungsprozesses bildete sich ein sehr regelmäßiges Muster aus Schrumpfungsklüften, die das Gestein in Säulen (Lavasäulen) teilten. Diese Säulen sind im Querschnitt überwiegend sechseckig. Es kommen aber auch Säulen mit fünf- und viereckigem Querschnitt vor. Ob ein Teil dieses Magmas jemals die Erdoberfläche erreichte oder wie nah es ihr kam, ist ungeklärt. Daher kann nicht beantwortet werden, ob es sich beim Devils Tower um einen „Neck“ handelt, also einen Pfropfen im Schlot eines Vulkans, oder ob ein Lakkolith vorliegt, der in größerer Entfernung zur Erdoberfläche erstarrte. Dass in der weiten Umgebung keinerlei Spuren auf oberirdischen Vulkanismus hindeuten, spricht für die Lakkolith-Hypothese. Vulkanische Aschen sowie Lavaströme und andere Hinweise könnten aber durch zwischenzeitliche Erosion heute schlicht nicht mehr vorhanden sein. Etwa fünf Kilometer nordwestlich des Towers liegen die Missouri Buttes, eine Gruppe wesentlich kleinerer vulkanischer Härtlinge aus Trachyt und Phonolith, die mit etwa 50 Millionen Jahren ähnlich alt sind wie der Devils Tower. Sowohl die Missouri Buttes als auch der Devils Tower sind jedoch hinsichtlich ihrer Grundfläche winzig im Vergleich zu den Vulkanitkomplexen in den Bear Lodge Mountains und den eigentlichen Black Hills weiter im Südosten.
Im weiteren Verlauf des Känozoikums wurden paläogene und spätkreidezeitliche Sedimente großflächig in der Black-Hills-Region abgetragen (Denudation). Da der Devils Tower aus deutlich erosionsresistenterem Gestein besteht, als die ihn umgebenden und vermutlich ursprünglich überdeckenden Schichten, wurde er aus der Umgebung herauspräpariert und zu seiner heutigen Gestalt geformt. Er überragt sein unmittelbares Umland heute um etwa 265 m und das Bett des Belle Fourche Rivers um etwa 385 m. Sein höchster Punkt liegt auf 1559 m über Meereshöhe. Der Stumpf ist von Schutthalden umgeben, die aus Phonolithbruchstücken und brekziiertem Umgebungsgestein bestehen.
Die vom Devils Tower überragte Hochebene ist zu großen Teilen mit einem Wald bestanden, der überwiegend aus Gelb-Kiefern besteht. Ursprünglich war die Region locker bewaldet. Durch die jahrzehntelange Unterdrückung von Waldbränden sind die Wälder heute unnatürlich dicht. Der National Park Service legt im Schutzgebiet seit den 1990er Jahren absichtlich zu geeigneten Zeiten kleine Brände, um die Wälder zu verjüngen und zu öffnen.
Die auffallende Form des Berges macht den Devils Tower zu einem Gegenstand der indianischen Mythologie. Gemäß dem Native American Graves Protection and Repatriation Act (NAGPRA) aus dem Jahr 1990 wurden alle Völker befragt, die jemals mit der Region im Nordosten Wyomings in Verbindung standen, ob ihre Überlieferungen auch den Devils Tower einschließen. In der 1993 veröffentlichten Studie gaben 21 Völker an, kulturelle Beziehungen zum Berg zu haben.
Die Kiowa-Indianer nennen den Devils Tower „Tso-aa“ (engl. Tree Rock, „Baumfels“, wahrscheinlich weil er aufragt wie ein Baum). Ihrer Sage nach entstand der Berg, als ihre Vorfahren in dieser Gegend ein Dorf errichteten. Eines Tages spielten sieben kleine Mädchen in einiger Entfernung zum Dorf. Sie wurden von mehreren Bären entdeckt und die Mädchen eilten zum Dorf. Die Bären jedoch erreichten die Mädchen weit vor dem Dorf. In ihrer Not kletterten die Mädchen auf einen kleinen Felsbrocken. Sie flehten den Stein an: „Fels, habe Mitleid mit uns, Fels rette uns“. Der Fels erhörte die Mädchen und fing an in die Höhe zu wachsen. Die Bären sprangen den Felsen in ihrer Wut an, brachen riesige Felsbrocken aus ihm heraus und kratzten mit ihren Krallen tiefe Rillen und Spalten in den Felsen, jedoch konnten sie die Mädchen nicht erreichen. Der Fels wuchs und wuchs bis in den Himmel hinein. Die Mädchen sind noch immer im Himmel, als sieben kleine Sterne am Firmament: die Plejaden.
Die Lakota- und Dakota-Indianer aus der Familie der Sioux bringen den Devils Tower mit White Buffalo Woman in Verbindung. Sie soll ihnen an diesem Ort die Heilige Pfeife und die Sieben Riten der Völker übergeben haben. Die Pfeife soll bis heute in einer geheimen Höhle auf der Südseite des Berges liegen.
Für die Cheyenne ist der Devils Tower der Ort, an dem ihr legendärer Held Sweet Medizine die vier heiligen Pfeile in einer geheimen Höhle auf der Nordseite des Berges hinterlegt hat. Er sei auch am Berg gestorben, weshalb die Cheyenne ihn hier in Zeremonien ehren.
Ein Schild beim Devils Tower trägt die Inschrift: „The tower is held sacred by many American Indians and highly regarded by other peoples. Respect this place by staying on trails“ (auf Deutsch: „Der Turm ist vielen Indianern heilig und hoch angesehen von anderen Völkern. Respektieren Sie diesen Ort, indem Sie auf den Pfaden bleiben“).
Verschiedene Völker der Sioux, die Cheyenne, Kiowas, Crow, Arapaho, Blackfoot und andere nutzten die nördlichen Prärien als Jagdgebiet. Mit dem Vorrücken der Weißen nach Westen wurden immer mehr ehemals weiter östlich siedelnde Indianer in die Great Plains unter den Rocky Mountains gedrängt.
Pelzjäger waren ab den 1830er Jahren in der Region tätig, es gibt aber keine Aufzeichnungen, in denen Devils Tower beschrieben würde. Expeditionen zu den Black Hills in den Jahren 1855 und 1857 kamen vermutlich nicht in Sichtweite des Berges, auch wenn ein Chronist 1857 aufzeichnete, durch ein Fernglas die Bear Lodge und Little Missouri Buttes Mountains gesehen zu haben. Er bezog sich aber vermutlich auf eine Hügelkette nördlich des Towers.
1859 machten zwei Angehörige der Expedition von Capt. W. F. Raynolds zum Yellowstone-Gebiet einen Abstecher zum Devils Tower und waren somit die ersten Weißen, die ihn nachweislich sahen. Detaillierte Aufzeichnungen machte eine Vermessungsexpedition im Sommer des Jahres 1875: