An diesem Tag

Deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen

Frauenauswahlmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes auf internationaler Ebene

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Die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen ist die von dem verantwortlichen Bundestrainer bzw. der Bundestrainerin betreute Auswahl der deutschen Fußballspielerinnen. Sie repräsentiert den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf internationaler Ebene sowohl in Freundschaftsspielen gegen die Auswahlmannschaften anderer nationaler Verbände als auch bei den Europameisterschaften des europäischen Kontinentalverbandes UEFA, den Weltmeisterschaften der FIFA und den Olympischen Spielen.

Die deutsche Frauenfußballnationalmannschaft ist nach den Vereinigten Staaten die zweiterfolgreichste der Welt. Die Auswahl ist zweimaliger Weltmeister, achtmaliger Europameister und gewann 2016 die olympische Goldmedaille. Zwischen 1995 und 2013 wurden sechs Europameisterschaften in Folge gewonnen. Nur Deutschland wurde sowohl mit den Frauen als auch mit den Männern Fußballweltmeister und -europameister. Rekordnationalspielerin und -torschützin ist Birgit Prinz, die 2003 auch Torschützenkönigin bei der Weltmeisterschaft wurde.

In den Jahren 2003 und 2009 wurde die Nationalmannschaft zu Deutschlands Mannschaft des Jahres gewählt. Bis März 2009 belegte die Mannschaft Platz zwei in der FIFA-Weltrangliste, fiel am 27. März aber erstmals nach fünfeinhalb Jahren auf Platz drei. Nach dem Gewinn der Europameisterschaft 2009 wurde wieder Platz zwei erreicht. In der FIFA-Weltrangliste vom 19. Dezember 2014 wurde Deutschland wieder als Nummer eins geführt, somit standen erstmals sowohl die Männer- als auch die Frauennationalmannschaft ein und desselben Landes gleichzeitig auf Platz eins. Auch nach dem schlechten Abschneiden beim SheBelieves Cup 2018 fiel die Mannschaft auf Platz drei. Seit Juni 2018 belegte die DFB-Auswahl in der FIFA-Rangliste den zweiten Platz. Durch die verpasste Qualifikation für die, wegen der COVID-19-Pandemie um ein Jahr verschobenen, Olympischen Spiele 2020, fiel die Mannschaft im August 2021 auf Platz drei und nach dem letzten Platz beim Turnier in England im Februar 2022 im März 2022 auf Platz vier.

Nach der Niederlage im April 2022 gegen Serbien in der WM-Qualifikation fielen sie im Juni auf Platz fünf. Nach dem Vorrundenaus bei der WM 2023 fiel die Mannschaft, auf den sechsten Platz. Durch die Leistungen in der Qualifikation für die EM 2025 und bei den Olympischen Spielen 2024 wurde im Dezember 2024 wieder der dritte Platz erreicht.

Von Februar 2019 bis Anfang November 2023 war Martina Voss-Tecklenburg Bundestrainerin und von Oktober 2023 bis August 2024 war Horst Hrubesch Interimstrainer der Mannschaft. Im März 2024 gab der Deutsche Fußball-Bund bekannt, dass Christian Wück im Sommer 2024 als Nachfolger von Horst Hrubesch den Posten des Bundestrainers übernehmen soll. Seit August 2024 ist Wück Nationaltrainer.

Für ihre Leistungen bei den Weltmeisterschaften 2003 und 2007 sowie der Europameisterschaft 2009 wurde die Mannschaft für den Laureus World Sports Awards der Jahre 2004, 2008 und 2010 nominiert.

Hinweis: Die beiden folgenden Abschnitte behandeln die Entwicklung des Frauenfußballs in der alten Bundesrepublik. Siehe auch: Frauenfußball in der DDR

1955 beschloss der DFB auf seinem Verbandstag, das Fußballspielen mit Damenmannschaften zu verbieten. In der damaligen Begründung hieß es, dass „diese Kampfsportart der Natur des Weibes im wesentlichen fremd ist“, dass „im Kampf um den Ball die weibliche Anmut schwindet und Körper und Seele unweigerlich Schaden erleiden“, und dass das „Zurschaustellen des Körpers Schicklichkeit und Anstand verletzt“. Trotz des Verbotes wurden in den 1950er und 1960er Jahren über 70 inoffizielle Länderspiele ausgetragen. Am 23. September 1956 erfolgte das erste Länderspiel einer deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen. Es fand im Stadion Mathias Stinnes in Essen vor 17.000 Zuschauern statt. Gegnerin war die Niederländische Fußballnationalmannschaft der Frauen. Das Spiel gewann die deutsche Mannschaft mit 2:1.

Das Frauenfußballverbot wurde erst auf dem Verbandstag in Travemünde am 31. Oktober 1970 aufgehoben. Zu dieser Zeit gab es nach Schätzungen 40.000–60.000 Spielerinnen, die mehr oder weniger subversiv in DFB-Vereinen spielten. Beim DFB befürchtete man, dass die Frauen einen eigenen Verband gründen könnten.

Während andere Verbände bereits in den 1970er Jahren offizielle Nationalmannschaften gegründet hatten, tat sich beim DFB noch lange Zeit nichts. 1980 weilte der Verbandsfunktionär Horst R. Schmidt mit der männlichen B-Jugend von Eintracht Frankfurt in Taiwan, als er für den DFB eine Einladung für die inoffizielle Frauenfußballweltmeisterschaft in die Hand gedrückt bekam. Schmidt nahm die Einladung an, verschwieg aber, dass man derzeit in Deutschland gar keine Frauennationalelf hatte. Um sich nicht völlig zu blamieren, schickte der DFB einfach den amtierenden Meister SSG 09 Bergisch Gladbach nach Fernost, der aus dem Turnier mit 25 Toren und ungeschlagen als (inoffizieller) Weltmeister hervorging. Nun bemerkte der DFB Handlungsbedarf und gründete 1982 die Nationalmannschaft. Der damalige DFB-Präsident Hermann Neuberger beauftragte Gero Bisanz, damals Trainerausbilder an der Sporthochschule Köln, mit dem Aufbau des Teams. Bisanz war erst skeptisch, nahm dann aber das Traineramt an. Da die UEFA die Europameisterschaft eingeführt hatte und für 1983 die ersten Qualifikationsspiele angesetzt waren, drängte die Zeit.

1982–1993: Schwierige Anfangsjahre und erste Erfolge

Gero Bisanz veranstaltete im September 1982 zwei Sichtungslehrgänge, aus denen er einen 16-köpfigen Kader herausfilterte. Die so gebildete Mannschaft bestand zum großen Teil aus Spielerinnen des damaligen Spitzenvereins SSG 09 Bergisch Gladbach. Anne Trabant wurde zur spielenden Trainerassistentin bestimmt. Am 10. November 1982 fand das erste offizielle Länderspiel statt. Gegner war, einer Tradition folgend, die Schweiz, gegen die auch schon die Herren ihr erstes Länderspiel bestritten hatten. Das erste Länderspieltor erzielte Doris Kresimon in der 25. Minute. In der zweiten Halbzeit wurde die damals 18-jährige Silvia Neid eingewechselt, die zwei Tore zum 5:1-Sieg beisteuerte. Neid wurde 1996 Co-Trainerin und 2005 Bundestrainerin der Nationalmannschaft.

Marion Feiden (36. Claudia Reichler) – Gaby Dlugi-Winterberg (52. Christel Klinzmann); Petra Landers; Monika Steinmetz; Brigitte Klinz – Rike Koekkoek (41. Silvia Neid); Anne Trabant-Haarbach; Bettina Krug (47. Birgit Offermann) – Birgit Bormann; Doris Kresimon; Ingrid Gebauer (47. Petra Bartelmann)

Tore: Neid (2), Bormann, Gebauer, Kresimon

Aufgrund der hohen Belastung gab Anne Trabant nach einem Jahr ihr Amt als Assistenztrainerin 1983 auf. Ihre Nachfolgerin wurde ab 1986 Tina Theune, die Bisanz von der Sporthochschule Köln kannte. Die erste Europameisterschaft fand ohne die deutsche Mannschaft statt, da sie in der Qualifikation scheiterte. Fünf Unentschieden und eine Niederlage gegen Dänemark bedeuteten nur den dritten Platz in der Qualifikationsgruppe. Bisanz’ vordergründiges Ziel war zunächst, den Rückstand gegenüber den skandinavischen Ländern und Italien – zur damaligen Zeit die stärksten Nationen in Europa – mit verstärkter Grundlagen- und Jugendarbeit wettzumachen. Ab 1985 verjüngte Bisanz das Team kontinuierlich, was zunächst aber das Scheitern bei der Qualifikation zur Europameisterschaft 1987 bedeutete. Zu dieser Zeit erarbeitete Tina Theune ein verbessertes Sichtungssystem, um neue talentierte Spielerinnen in die Mannschaft einzubauen.

In der Qualifikation zur Europameisterschaft 1989 blieb die deutsche Mannschaft ungeschlagen und ohne Gegentor. Dabei gelang am 17. September mit einem 10:0 über die Schweiz der erste zweistellige Sieg. Anschließend wurde in zwei Viertelfinalspielen gegen die Tschechoslowakei (1:1 und 2:0) die erstmalige Teilnahme an der Endrunde der letzten vier Mannschaften perfekt gemacht. Das Turnier 1989 fand im eigenen Land statt. Im Halbfinale traf man in Siegen auf Italien. Es war das erste Länderspiel der deutschen Frauennationalmannschaft, das live im Fernsehen übertragen wurde. Die ARD verzeichnete dabei mehr Zuschauer als die Konkurrenz mit einem gleichzeitig übertragenen Tennismatch von Steffi Graf. Es entwickelte sich eine spannende Partie. Im Elfmeterschießen wurde die deutsche Torfrau Marion Isbert zur Heldin, als sie erst drei Elfmeter parierte und dann den entscheidenden Strafstoß selber verwandelte. Am 2. Juli 1989 traf die deutsche Mannschaft im Finale auf die favorisierten Norwegerinnen. 23.000 Zuschauer sahen das Spiel in Osnabrück, ein bis zum 22. April 2009 gültiger Rekord für ein Heimspiel der deutschen Nationalelf. Die DFB-Elf spielte überlegenen Fußball und gewann am Ende mit 4:1 Toren. Dieser Sieg bedeutete den Durchbruch für den deutschen Frauenfußball. Silvia Neid führte im Mittelfeld Regie, in der Abwehr ging der Stern von Doris Fitschen auf und Heidi Mohr gehörte zu den weltbesten Stürmerinnen ihrer Zeit.

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