Die Deutsche Bank Aktiengesellschaft ist das nach Bilanzsumme größte Kreditinstitut in Deutschland. Der Hauptsitz befindet sich in Frankfurt am Main. Sie unterhält Niederlassungen in London, New York City, Singapur, Hongkong und Sydney.
Obwohl sie als Universalbank tätig ist, legt sie besonderes Gewicht auf das Investmentbanking mit der Emission von Aktien, Anleihen und Zertifikaten. Über ihre Tochtergesellschaft DWS Investments ist die Deutsche Bank im Fondsgeschäft aktiv; das verwaltete Vermögen der DWS-Gruppe erreichte im Jahr 2025 einen Rekordwert von 1,085 Billionen Euro. Mit der Marke DWS Investments war die Deutsche Bank im Jahr 2017 mit einem Marktanteil von ca. 26 Prozent der größte Anbieter von Publikumsfonds in Deutschland. Im Privatkundengeschäft in Deutschland lag im Jahr 2010 ihr Marktanteil einschließlich der Postbank bei rund 15 Prozent. Nach allen Sparkassen und allen Volks- und Raiffeisenbanken ist die Deutsche Bank in Deutschland die Nummer drei. Sie gilt seit Verschmelzung mit der Postbank als Hausbank der Deutsche Post AG.
Die Bank wird vom Financial Stability Board (FSB) als systemisch bedeutsames Finanzinstitut eingestuft und seit 2011 in der Liste global systemrelevanter Banken geführt. Sie unterliegt damit einer besonderen Überwachung und strengeren Anforderungen an die Ausstattung mit Eigenkapital. Sie muss daher einen Zuschlag von 1,0 Prozentpunkten am Eigenkapital gemessen an den Standards von Basel III aufweisen.
Die Deutsche Bank hat im Investment Banking und auch im Privatkundengeschäft international eine bedeutende Position. Zur Führung des Geschäftes ist die Bank in mehreren Stufen nach Geschäftsfeldern und nach Regionen strukturiert. Die Zentrale des Unternehmens ist Frankfurt.
Einzelne Geschäftsfelder im Investment Banking haben ihren Sitz in London oder New York. Die Bank unterscheidet nach institutionellen Kunden im Anleihe- und Wertpapiergeschäft. Diese werden im Bereich Global Markets betreut. Für Sonderfinanzierungen im Firmenkundengeschäft (Unternehmenserwerbe, Börsengänge) gibt es den Bereich Corporate Finance. Der Bereich Transaction Banking stellt seinen Kunden zur Abwicklung ihrer laufenden (auch internationalen) Geschäfte Systeme und Ressourcen zur Verfügung. Im Privatkundengeschäft gibt es zwei Segmente: besonders vermögenden Kunden wird im Asset & Wealth Management eine besondere individuelle Betreuung geboten; der Bereich Private & Business Clients betreibt das Standardgeschäft mit der Großzahl der Privatkunden sowie mit kleineren und mittleren Unternehmen.
Europaweit ist die DWS-Gruppe mit mehr als 150 Milliarden Euro verwaltetem Fondsvermögen eine der führenden Publikumsfonds-Gesellschaften und spielt auch im islamischen Bankwesen inzwischen mit Partnern bei den Global Playern mit. Hier unterhält die Deutsche Bank mit Dar al Istithmar in London eine globale Denkfabrik für die islamische Finanzindustrie.
Die Aktien werden an der Börse Frankfurt sowie seit 2001 auch an der New York Stock Exchange gehandelt und sind Bestandteil verschiedener Indizes, unter anderem des DAX sowie des Euro Stoxx 50.
Die Aktien befinden sich vollständig im Streubesitz. Zu den größten Anteilseignern gehört die Herrscherfamilie Katars, Al Thani, die offiziell 7,59 Prozent und womöglich bis zu 10 Prozent der Anteile halten soll.
Im Jahr 2001 führte die Deutsche Bank ihr Hypothekenbankgeschäft mit dem der Dresdner Bank und der Commerzbank in der Eurohypo AG zusammen. 2005 verkaufte sie ihren Anteil an die Commerzbank.
Entwicklung der Führungsstruktur
Am 1. Februar 2006 brach die Bank mit der seit dem 19. Jahrhundert bestehenden Tradition des Vorstandssprechers, der lediglich die einheitlichen Entscheidungen des Vorstands nach außen vertrat, und ernannte Josef Ackermann im Rahmen seiner Vertragsverlängerung zum Vorstandsvorsitzenden. Dies wurde mit einer Anpassung an allgemeine Gepflogenheiten begründet.
Die Aufbauorganisation des Deutsche-Bank-Konzerns entspricht einer doppelten Matrix. Das operative Geschäft wird in Sparten geführt, die in Unternehmensbereiche und in einer weiteren Untergliederung zum Teil in Geschäftsbereiche unterteilt sind. Daneben besteht eine zentrale Verantwortung für die einzelnen Regionen, in denen die Deutsche Bank vertreten ist. Auf Konzernebene gibt es neben dem Vorstandsvorsitz drei zentrale Querschnittsfunktionen. Alle Leiter dieser Führungsorganisation bilden gemeinsam das ‚Group Executive Committee‘ des Konzerns.
Neben der in der Zentrale angesiedelten Verwaltung der eigenen Beteiligungen (Corporate Investment) ist die Deutsche Bank mit ihrer Organisation auf sechs operative Geschäftsfelder ausgerichtet, die im Hinblick auf Anzahl der Mitarbeiter, Umsatz- und Ergebnisbeitrag und Internationalisierung sehr unterschiedliche Gewichte haben.
Die in den Geschäftsberichten im Rahmen der Segmentberichterstattung veröffentlichten Spartenergebnisse sind Zahlen auf der Ebene der Unternehmensbereiche gemäß dem internen Managementreporting (alle Werte in Mio. Euro).
Der Bereich Global Markets ist auf den Bedarf von internationalen Großunternehmen, Regierungen und internationalen institutionellen Investoren ausgerichtet. Das Management hat seinen Sitz in London, wesentliche Sparten sind in New York und in Frankfurt angesiedelt. Zur Kapitalbeschaffung, zum Management von Risiken (Hedge) sowie für das Investment sind rund 6000 Mitarbeiter in 39 Handelsabteilungen und 72 Ländern tätig. Der Bereich befasst sich mit der Emission und Platzierung (Primärmarkt) sowie dem Handel (Sekundärmarkt) von Aktien und festverzinslichen Wertpapieren (Anleihen und Schuldscheindarlehen), Devisen, Rohstoffen, Derivaten (insbesondere Optionen, Futures und Swaps) und Geldmarktinstrumenten (Geschäft mit Kreditinstituten und Zentralbanken). Entsprechend der Vielfalt von Kundengruppen und Produkten in diesem Spektrum ist der Bereich in Geschäftslinien und produktbezogene Gruppen weiter differenziert. Mehr als 10 % der Mitarbeiter arbeiten dabei im Bereich Analyse und Research. Verstärkt wurde der Bereich im Jahr 2005 durch den Erwerb des türkischen Brokerhauses Bender Securities. Im Folgejahr kam der Erwerb der restlichen 60 % Anteile an der russischen United Financial Group (UFG) hinzu. Mit der MortgageIT Holdings hat die DB im Januar 2007 einen Real-Estate-Investment-Trust (REIT) übernommen, der mit in den USA im Bereich der Finanzierung von Wohnimmobilien tätig ist und zum Zeitpunkt der Übernahme über 2000 Mitarbeiter hatte. Wenige Monate darauf begann in den USA die Subprime-Krise, die 2009 und 2010 weltweit auch die Realwirtschaft beeinträchtigte.
Der Bereich Corporate Finance mit über 4000 Mitarbeitern in 40 Ländern umfasst das beratungsintensive Geschäft zur Finanzierung besonderer Ereignisse in Unternehmen. Hierzu zählen die Strategieanalyse, die Begleitung bei größeren öffentlichen Ausschreibungen, Kauf und Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen (Mergers & Acquisitions, M&A), Börsengänge (Initial Public Offerings, IPO), Begebung von Firmenanleihen und Schuldscheindarlehen, Finanzierung von Großimmobilien und anderen Großprojekten im Bereich Infrastruktur und Transport (Schiffe, Flugzeuge) unter anderem durch geschlossene Fonds und Privatplatzierungen sowie die globale Kreditgewährung an Unternehmen, die mit regionalen und themenspezifischen Teams betreut werden.
Im Bereich Global Transaction Banking sind ebenfalls mehr als 4000 Mitarbeiter tätig. Es wird ein umfassender Service für die Abwicklung von Außenhandelsgeschäften (Trade Finance), die Abwicklung des Zahlungsverkehrs (Cash Management Systeme) und des Liquiditätsmanagements von Unternehmen und institutionellen Kunden einschließlich Electronic Bankingangeboten. Weiterhin gehört in diesen Bereich die Betreuung von Wertpapierverwahrungen und der Wertpapierverwaltung vor allem für Institutionen (Pensionskassen, Versicherungen und andere Banken, unter anderem die Postbank und Sal. Oppenheim). Das als Dienstleistung verwaltete Vermögen (assets under custody) beläuft sich auf rund 4,0 Billionen Euro. Für zahlreiche Institutionen fungiert der Bereich als Zahl- und Registrierungsstelle. In diesen Bereich gehören auch Spezialitäten wie der Service für den Handel mit Kohlendioxid-Emissionsrechten in über 30 Ländern oder die Abwicklung des Zahlungsverkehrs mit Mobiltelefonen (in Kooperation mit Luup International).