Die Deutsche Börse AG ist eine deutsche Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main. Kerngeschäft ist die Entwicklung und der Betrieb von Handelsplattformen, Teilnehmernetzwerken und Abwicklungssystemen für Börsen. Sie ist zudem Träger der öffentlich-rechtlichen Frankfurter Wertpapierbörse, Herausgeberin der DAX-Indexfamilie sowie zahlreicher weiterer Aktienindizes, und mit ihren eigenen Aktien selbst im DAX gelistet.
Die Deutsche Börse AG entstand im Jahr 1992 aus der erst 1990 gegründeten Frankfurter Wertpapierbörse AG. Im Jahr 2000 gab das Unternehmen den traditionellen Sitz am Handelsplatz in der Frankfurter Innenstadt zugunsten eines modernen Bürogebäudes, der sogenannten Neuen Börse, am Industriehof in Frankfurt-Bockenheim auf. Das Bürogebäude war als Neubau für die Deutsche Börse von einem Immobilienfonds der Commerzbank errichtet worden.
Um Gewerbesteuer zu sparen, beschloss die Deutsche Börse AG nach Ablauf der zehnjährigen Mindestmietzeit der Neuen Börse den Umzug von Frankfurt in das benachbarte Eschborn. Im Juli 2008 zog etwa die Hälfte der in Deutschland ansässigen Mitarbeiter in Übergangsbüroräume in Eschborn. Im Juli 2010 zogen dann jene sowie die bisher in der Neuen Börse verbliebenen Mitarbeiter in das neugebaute Bürogebäude The Cube in Eschborn. In Frankfurt verbleiben das Rechenzentrum sowie die Verwahrstelle für Wertpapiere. Obwohl die Börse somit kaum noch Mitarbeiter in Frankfurt beschäftigt, bleibt die Mainmetropole offizieller Sitz der Deutsche Börse Group.
Im vierten Quartal 2009 erzielte die Deutsche Börse AG erstmals seit ihrem Börsengang ein negatives Ergebnis. Aufgrund von hohen Abschreibungen nach der Übernahme der International Securities Exchange kam es erstmals zu Entlassungen im Konzern. Dabei wurden 450 Stellen, ca. 15 Prozent der Mitarbeiter, abgebaut und teilweise ins günstigere Tschechien verlagert.
Trotz der COVID-19-Pandemie konnte die Deutsche Börse AG im Jahr 2020 ihren Umsatz um 15 % und ihre Nettoerlöse um 9 % zum Vorjahr 2019 steigern. Darüber hinaus wuchs die Belegschaft der Deutsche Börse Group im Jahr 2020 um 463 Mitarbeiter.
Im September 2024 teilte die Europäische Kommission mit, dass sie unangekündigte Nachprüfungen in den Geschäftsräumen der Deutschen Börse wegen möglicher wettbewerbswidriger Praktiken durchgeführt habe. Am 6. November 2025 leitete die Kommission offiziell eine Untersuchung wegen möglicher Absprachen zwischen der Nasdaq und der Deutschen Börse im Zusammenhang mit der Notierung, dem Handel und dem Clearing von Finanzderivaten ein.
Die Deutsche Börse Group beschäftigte Ende 2024 weltweit über 15.000 Mitarbeiter an über 60 Standorten mit über 125 unterschiedlichen Nationalitäten. Sie betreibt die Handelsplätze Deutsche Börse Xetra und Deutsche Börse Frankfurt im Kassamarkt-Geschäftsbereich Deutsche Börse Cash Market und mit Eurex eine der größten Terminbörsen der Welt. Außerdem ist das Unternehmen seit 2002 Alleineigentümer des internationalen Wertpapierabwicklers Clearstream zur Abwicklung, Verwaltung und Verwahrung von Wertpapieren.
Die Entwicklung und Bereitstellung technischer Dienste wie Softwareentwicklung, Bereitstellung und Betrieb von Computern und Netzwerken, Bereitstellung und Betrieb des Teilnehmernetzwerks übernimmt die Deutsche Börse IT.
Im Segment Market Data + Services stellt die Deutsche Börse Wertpapierkurse in Echtzeit sowie Informationsprodukte wie Aktienindizes und Referenzdaten (Stamm- und Termindaten zu Wertpapieren) zur Verfügung. Zum 31. Dezember 2012 wurden an der Börse Frankfurt über 990.000 Finanzinstrumente gehandelt.
Die Market News International Inc. (MNI), eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutsche Börse AG, übernahm im November 2009 den US-Finanznachrichtendienst Need to Know News. MNI wurde im Juli 2016 von der Deutsche Börse AG an Hale Global veräußert.
Im Juli 2015 kaufte die Deutsche Börse Group die Devisenplattform 360T für 725 Millionen Euro und erwarb außerdem von der SIX Group deren Anteile (49,9 %) an dem Gemeinschaftsunternehmen STOXX AG für einen Kaufpreis von CHF 650 Mio.
2019 übernahm die Deutsche Börse Group gemeinsam mit dem Finanzunternehmen General Atlantic den US-amerikanischen Softwareanbieter Axioma und führte dieses Unternehmen mit den Indexanbietern DAX und Stoxx zusammen zu der neuen Tochtergesellschaft Qontigo.
Die Deutsche Börse Group ist Gründungsmitglied des „Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland“. Das Bündnis versucht finanzielle Bildung in den Schulen zu verankern.
Ende Februar 2021 hat die Deutsche Börse Group den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an Institutional Shareholder Services Inc. (ISS), einem Anbieter von Governance-Lösungen, ESG-Daten und Analytik, erfolgreich abgeschlossen.
Am 27. April 2023 machte die Deutsche Börse Group ihre Absicht öffentlich, die dänische SimCorp A/S zu übernehmen, einen weltweit agierenden Anbieter von Software für die Finanzindustrie. Sie bot einen Kaufpreis von fast 4 Milliarden Euro. SimCorp empfahl den Aktionären, dem Übernahmeangebot zuzustimmen. Alle Regulatoren stimmten zu. Bis zum 20. September 2023 dienten 94 % der Simcorp-Aktionäre ihre Aktien an. Im Rahmen eines Squeeze-out hat die Deutsche Börse Anfang November auch die verbleibenden Aktien an SimCorp erworben. Im November 2023 wurde bekannt, dass SimCorp und Axioma fusionieren werden, und Qontigo aufgelöst wird.
Im Januar 2026 vereinbarte die Deutsche Börse die Übernahme des Vermögensverwaltungsunternehmens Allfunds für 5,3 Milliarden Euro. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet.
Gemäß der veröffentlichten Aktionärsstruktur der Deutsche Börse Group lag der Anteil institutioneller Investoren Ende 2023 bei 91 % und der Anteil ausländischer Investoren bei 80 %.
Auf der Basis der veröffentlichten Stimmrechtsanteile halten die folgenden Investoren jeweils mehr als 3 % der Stimmrechte der Deutsche Börse AG (Stand: 7. Juni 2024): Amundi S.A., BlackRock, Inc., FIL Limited, Flossbach von Storch AG und Massachusetts Financial Services Company (MFS).