An diesem Tag

Detlef Schrempf

Deutscher Basketballspieler

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Detlef Schrempf (* 21. Januar 1963 in Leverkusen) ist ein ehemaliger deutschamerikanischer Basketballspieler, der seit dem Verlust seiner deutschen Staatsangehörigkeit nur noch die US-Staatsbürgerschaft besitzt.

Der Rheinländer war zu Beginn seiner aktiven Karriere der beste deutsche Basketballer seiner Zeit und erhielt in den USA bereits an der High School im Staate Washington den Spitznamen „Det the Threat“ („Detlef, die Bedrohung“). Der 2,08 Meter große Schrempf spielte von 1985 bis 2001 als Forward in der NBA. Mit den Seattle SuperSonics konnte er in den 90er-Jahren einmal die NBA-Finals erreichen und wurde dreimal NBA All-Star. 2021 wurde er in die FIBA Hall of Fame, Ruhmeshalle des Basketballweltverbandes FIBA, aufgenommen.

Der aus Leverkusen-Boddenberg stammende Schrempf, dessen Vater Berthold beruflich als Straßenbau- und Kanalarbeiter tätig war, spielte in seiner Heimatstadt zunächst Fußball. Nach einem Schulwechsel wurde John Ecker sein Sportlehrer, der für Leverkusens Basketballmannschaft spielte. Bei Ecker lernte Schrempf mit 13 Jahren im Sportunterricht Basketball kennen. In die Nachwuchsabteilung von Bayer 04 Leverkusen kam er, als Otto Reintjes ihn mit einer Schulmannschaft Basketball in der Wilhelm-Dopatka-Halle spielen sah. Eigener Aussage nach merkte Schrempf nach wenigen Übungseinheiten, dass er recht gut im Basketball war. Das habe ihm Selbstbewusstsein verschafft. Schrempf bezeichnete sich selbst als Spätentwickler, im Alter zwischen 16 und 18 Jahren setzte bei ihm verstärktes Körperwachstum ein.

Schrempf, der enormen Ehrgeiz und Trainingsfleiß entwickelte und laut seinem Vater „immer nur den Sport im Kopf“ hatte, trainierte als Jugendlicher bei mehreren Leverkusener Mannschaften im Nachwuchs- und Erwachsenenbereich mit. Des Weiteren übte er an einem Korb, den er zusammen mit seinem Vater am Wohnhaus der Familie angebracht hatte. Schrempf sagte über sich, er habe „jede freie Minute Basketball gespielt“. Reintjes gehörte als Jugendtrainer in Leverkusen zu seinen Förderern. Schrempf beschrieb seine Basketballausbildung durch Reintjes später als gut und umfassend. Reintjes sei davon überzeugt gewesen, dass die Position eines Spielers nicht durch dessen Körpergröße festgelegt werden sollte, so Schrempf. Von seinem Leverkusener Förderer Reintjes wurde Schrempf als „total motiviert und ehrgeizig“ beschrieben. Als Beispiel für Schrempfs Leistungsstreben als Jugendlicher nannte Reintjes dessen Mitwirken in einem Schulspiel, obwohl er am Vortag beim Basketball mehrere Zähne verloren hatte. Henning Harnisch, der mit ihm in der A-Nationalmannschaft zusammenspielte, sagte über Schrempf, dieser sei in Bezug auf den Basketball fanatischer gewesen, „als alle, die ich kenne“. In einer Einschätzung der sportlichen Perspektive Schrempfs sagte Reintjes dem damals Jugendlichen voraus, dass dieser „ein guter National- und Bundesligaspieler“ werden könne. Diese Einschätzung übertraf Schrempf später deutlich.

Schrempf erwog, ein Jahr als Austauschschüler an eine High School in die Vereinigten Staaten zu wechseln. Der Leverkusener Spieler Greg Lee und sein Bruder Chris Lee, der in Leverkusen als Trainer tätig war, wollten Schrempf zu einer Schule in Los Angeles vermitteln. Da dieser Plan nicht umgesetzt wurde, folgte er der Empfehlung des Leverkusener Spielers Thomas Röhrich, der Mitte der 1970er-Jahre Austauschschüler an der Centralia High School gewesen war. Schrempf ging zur Saison 1980/81 an dieselbe Schule in die Kleinstadt Centralia in den US-Bundesstaat Washington, deren Mannschaft er 1981 zum Gewinn des Meistertitels in Washington führte. Schrempf blieb mit der Schulmannschaft in der Saison ohne Niederlage. Für die Schule nahm er ebenfalls in der Disziplin Hochsprung an Leichtathletikwettkämpfen teil. Schrempf lebte in Centralia zunächst bei seinem Basketballtrainer und dann bei einer basketballbegeisterten Gastfamilie. Als er nach rund einem Jahr nach Deutschland zurückkehrte, fiel seinen ehemaligen Mannschaftskollegen auf, dass es Schrempf schwerfiel, Deutsch zu sprechen, erinnerte sich Schrempf später. In den USA zu bleiben, hatte Schrempf eigener Aussage nach zunächst nicht geplant. Sein Ziel sei gewesen, es in die Bundesliga zu schaffen, um sich auf diese Weise sein Studium zu finanzieren. Ab 1981 studierte er an der University of Washington in Seattle das Fach Internationales Wirtschaftswesen und spielte für die University of Washington Huskies. Er erhielt das Stipendium nur, da zuvor ein anderer Spieler keine Zulassung zur Hochschule erhalten hatte und deshalb kurzfristig ein Platz frei wurde. Auch Boise State University und Montana State University hatten zuvor Interesse am Deutschen gezeigt.

Durch seinen großen Fleiß entwickelte sich Schrempf spielerisch und körperlich stark weiter, betrieb unter anderem viel Krafttraining. In seinem ersten Jahr an der University of Washington hatte er noch einmal einen Wachstumsschub. Eigener Aussage nach war Schrempfs Aufmerksamkeit an der Hochschule vornehmlich mehr auf den Basketball und nicht das Studium gerichtet. In 122 Spielen für die Hochschulmannschaft erzielte er 1449 Punkte, also 11,9 pro Begegnung. Damit lag er in der ewigen Korbjägerliste der Mannschaft auf dem sechsten Rang, als er die Universität 1985 verließ. Seinen besten Saisonpunkteschnitt (16,8) erzielte Schrempf an der University of Washington 1983/84. In seinem letzten Jahr war er Mannschaftskapitän. Von 1983 bis 1985 gehörte dort sein Landsmann Christian Welp zu seinen Mannschaftskameraden.

Im NBA-Draft 1985 wurde Schrempf von den Dallas Mavericks an achter Stelle ausgewählt. Er hatte zuvor mit fast allen Mannschaften, die eines der ersten zwölf Auswahlrechte besaßen, Kontakt gehabt, mit Dallas jedoch nicht. Dass er von den Texanern ausgewählt wurde, empfand Schrempf als Überraschung. Mit Uwe Blab hatte Dallas im selben Jahr einen weiteren Deutschen beim Draftverfahren ausgesucht, der in den folgenden Jahren sein Mannschaftskollege war. Er sei ohne Erwartungen in seine NBA-Karriere gegangen, so Schrempf rückblickend. Zunächst wurde er in Dallas nur unregelmäßig eingesetzt. Er kam meist von der Bank, erhielt in manchen Spielen viel Einsatzzeit, blieb teils aber auch in mehreren Spielen hintereinander völlig außen vor. In den ersten Jahren habe er sich in der NBA schwergetan und darüber nachgedacht, nach Europa zu wechseln. Schrempf sagte von sich, er habe immer viel trainiert, von Basketball nicht genug bekommen können und habe auch nach den langen NBA-Spielzeiten im Sommer jede Möglichkeit genutzt, um zu spielen. Der Durchbruch in der NBA gelang Schrempf mit dem Wechsel zu den Indiana Pacers im Jahre 1989. Dass er von Dallas nach Indiana abgegeben wurde, überraschte Schrempf, da die Texaner kurz zuvor Mark Aguirre abgegeben hatten und der Deutsche dadurch Stammspieler geworden war. In Indiana wurde Schrempf 1991 und 1992 zum besten Einwechselspieler der NBA (Sixth Man of the Year) gekürt. In seiner besten Saison in Indiana erzielte er 1992/93 19,1 Punkte, 9,5 Rebounds und 6 Assists pro Spiel. 1993 wurde er erstmals in das NBA All-Star Game eingeladen.

Im gleichen Jahr folgte der Wechsel nach Seattle zu den SuperSonics. Der Tausch (Schrempf nach Seattle, Derrick McKey und Gerald Paddio im Gegenzug nach Indiana) wurde erst Anfang November 1993, unmittelbar vor dem Saisonbeginn vollzogen. Schrempf zeigte sich über den Wechsel zunächst enttäuscht, da ihm von den Pacers während des Sommers gesagt wurde, er werde nicht abgegeben und er für seine Frau, die beiden kleinen Söhne und sich ein Haus in der Gegend gekauft hatte. Gleichwohl kam er mit Seattle in eine ihm vertraute Stadt, da er dort studiert hatte, was die Eingewöhnung Schrempf zufolge erleichterte. In Seattle feierte er neben seiner Zeit bei den Indiana Pacers die größten Erfolge und zog 1996 an der Seite von Gary Payton und Shawn Kemp in das NBA-Finale ein. Gegen die Chicago Bulls mit Superstar Michael Jordan verlor Seattle allerdings die Serie mit 2:4. Nach dem gegen Utah hart erkämpften Finaleinzug habe seiner Mannschaft insbesondere in den ersten beiden Endspielen gegen Chicago der Zug gefehlt, um diese zu gewinnen, was möglich gewesen wäre, so Schrempf. Er erhielt in seiner Zeit in Seattle in den Jahren 1995 und 1997 zwei weitere All-Star Nominierungen. Im Februar 1999 traf Schrempf am ersten Spieltag der verkürzten NBA-Saison 1998/99 auf die Dallas Mavericks mit seinem Landsmann Dirk Nowitzki, in dessen erstem NBA-Einsatz. Seine beste Punktausbeute in Seattle erreichte Schrempf in der Saison 1994/95 mit 19,2 je Begegnung.

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