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Derek Walcott

Lucianisch-britischer Schriftsteller und Literatur-Nobelpreis-Träger

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Sir Derek Walcott KCSL, OCC, OBE, TC (* 23. Januar 1930 in Castries, St. Lucia; † 17. März 2017 in Gros Islet, St. Lucia) war ein lucianisch-britischer Dichter und Schriftsteller. 1992 erhielt Walcott den Nobelpreis für Literatur und 2011 den T. S. Eliot Prize für seinen Gedichtband White Egrets. Er wurde außerdem 2004 für sein Lebenswerk mit dem Anisfield-Wolf Book Award ausgezeichnet.

Derek Walcott verband in seiner Arbeit karibische und afrikanische Wurzeln, baute aber auf die Tradition anglo-amerikanischer Dichter. Seine Theaterarbeit war außerdem stark von Bertolt Brecht beeinflusst. Sein bekanntestes Werk ist das Versepos Omeros (1990), eine Homer-Adaption aus der kulturellen Perspektive der Karibik.

Sein erstes Gedicht veröffentlichte Walcott mit vierzehn Jahren. Bereits mit neunzehn Jahren brachte er die beiden Gedichtbände 25 Poems (1948) und Epitaph for the Young: XII Cantos (1949) im Selbstverlag heraus. Er studierte an der University of the West Indies in Kingston und zog anschließend nach 1953 nach Trinidad, um als Kritiker, Dozent und Journalist zu arbeiten. Sechs Jahre später gründete Walcott den Trinidad Theatre Workshop, der seine eigenen und andere Dramen produziert und aufführt, in dessen Vorstand er weiterhin arbeitete. An der Boston University in den USA gründete er 1981 das Boston Playwrights’ Theatre. Dort lehrte Walcott bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2007 Literatur und Schreiben.

Walcotts Beschäftigung mit karibischer Geschichte und Kultur während und nach der Kolonialzeit spiegelt sich in der Sammlung In a Green Night: Poems 1948–1960 (1962) wider, die internationales Echo fand, ebenso wie die Sammlung Tiepolo’s Hound (2000) und The Prodigal (2004). The Prodigal (Der verlorene Sohn) ist ein Gedichtzyklus, in dem Walcott eine mentale Reise vor allem entlang von Orten unternimmt, die er tatsächlich besucht hatte (Boston, Zermatt, Mailand und andere), um dann – wie im Gleichnis vom verlorenen Sohn – zu den Wurzeln und Quellen seiner Dichtung heimzukehren: zu den Kulturen und den Menschen von St. Lucia.

Seine Lyrik verbindet assoziationsreiche Metaphorik und beziehungsreiche Namensgebung mit Sprachspielen, lokalem Slang und teils hohem Pathos, darin durchaus dem Roman Ulysses von James Joyce vergleichbar.

White Egrets (2010), deren „emotionale Frische“ und „technische Finesse“ gelobt wurden, wurde mit dem T. S. Eliot Prize bedacht, der in Großbritannien und Irland höchsten Auszeichnung für Lyriker.

1993 wurde Walcott das Trinity Cross, der damalige höchste Orden Trinidads, verliehen. Ab 2009 hatte er eine Gastprofessur an der University of Alberta. Eine enge Freundschaft verband Walcott mit dem nigerianischen Schriftsteller Ben Okri.

1971: Obie Award für „Dream on Monkey Mountain“

1972: Officer of the Order of the British Empire

1979: Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters

1988: Queen’s Gold Medal for Poetry

1992: Nobelpreis für Literatur

2004: „Ehrengast“ des Premio Laudomia Bonanni

2004: Anisfield-Wolf Book Award für sein Lebenswerk

2010: T. S. Eliot Prize für „White Egrets“

2011: Bocas Prize for Caribbean Literature für „White Egrets“

2013: Preis der Stadt Münster für internationale Poesie mit seinem Übersetzer Werner von Koppenfels

2016: Knight Commander of the Order of Saint Lucia

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