Der Spieler (russisch: Игрок, Igrok; französisch: Le joueur) ist eine Oper in vier Akten und sechs Bildern von Sergei Prokofjew nach dem Roman Der Spieler von Dostojewski. Prokofjew komponierte das Werk in den Jahren 1915 bis 1917. Im Revolutionsjahr war jedoch nicht an eine Uraufführung zu denken. Zwölf Jahre später überarbeitete er die Oper. Die Uraufführung fand schließlich am 29. April 1929 im Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel statt.
Erstes Bild – Park eines großen Hotels in Roulettenburg
Alexej arbeitet als Hauslehrer bei einem ehemaligen russischen General, der ihn und seine Familie samt Stieftochter Polina nach Roulettenburg mitgenommen hat. Dort dreht sich alles nur um das Glücksspiel. Alexej hat im Auftrag Polinas deren Diamanten versetzt, das Geld im Spiel eingesetzt und alles verloren. Er liebt Polina, doch diese schwärmt mehr für den reichen Marquis. Der alte General wiederum macht der Halbweltdame Blanche den Hof, die allerdings nur an seinem Geld interessiert ist. Er hat sich bereits zu hohen Zinsen Geld vom Marquis geliehen und dieses beim Roulette verspielt. Alle hoffen nun auf das baldige Ableben der offenbar schwer kranken Babulenka, einer reichen Verwandten des Generals, und auf deren Erbe. Ein Telegramm kündigt an, dass sie tatsächlich nur noch wenige Tage zu leben hat. Der Marquis und Blanche drängen den General, noch einmal per Telegramm nachzufragen.
Als Blanche dem General von Alexejs Spielverlust erzählt, behauptet dieser, die 6000 Gulden, die er verloren hat, seien sein eigener Lohn gewesen, der sich durch zwischenzeitliche Gewinne erhöht hatte. Blanche und der Marquis raten ihm, sein Geld auf zuverlässigere Weise zu verdienen. Alexej jedoch meint, sein „tartarisches Blut“ würde sich gegen die harte Arbeit und das Leben der gewöhnlichen Menschen auflehnen. Dem Engländer Mr. Astley gefällt diese Antwort, und er lädt Alexej auf eine Zigarre zu sich ein.
Nachdem die anderen gegangen sind, macht Polina Alexej Vorwürfe wegen des verspielten Geldes. Er rechtfertigt sich damit, dass er nicht für andere spielen könne. Wenn er erst für sich selbst spiele, werde er gewinnen und ihr alles Geld geben, dass sie wünsche. Durch seine Gefühle ihr gegenüber sei er ihr „Sklave“. Doch er werde sie eines Tages töten – nicht weil er sie nicht mehr liebe oder eifersüchtig sei, sondern weil er sie „vollständig aufessen“ wolle. Sie brauche nur ein Wort zu sagen, und er werde sich in einen Abgrund stürzen. Ein solches Opfer hält Polina für „vollkommen sinnlos“.
Der General unterschreibt eine Quittung für ein weiteres Darlehen des Marquis, obwohl sie auf den doppelten Betrag des erhaltenen Geldes ausgeschrieben ist.
Um festzustellen, wie ernst es Alexej meint, fragt ihn Polina, ob er auch für sie töten würde. Als Alexej das bestätigt, fordert sie ihn auf, spaßeshalber etwas Französisches zu der deutschen Baronin Wurmerhelm zu sagen. Sie wolle keine Tragödie sehen, sondern nur lachen, wenn ihn der Baron mit seinem Stock verprügele. Alexej macht der Baronin einige stammelnde französische Komplimente und erregt dadurch den Zorn ihres Mannes.
Da sich der Baron beim General über Alexejs Verhalten beschwert und Konsequenzen verlangt hat, entlässt dieser Alexej aus seinen Diensten. Er untersagt Alexej sogar, sich bei der Baronin zu entschuldigen, da diese das erniedrigend finden würde. Er selbst habe den Baron bereits um Vergebung gebeten und ihm versprochen, das Alexej noch heute sein Haus verlasse. Alexej ist gekränkt wegen der Einmischung des Generals. Er fühlt sich völlig unschuldig und erklärt, dass ihn nur sein grenzenloser Respekt daran hindere, ihn zum Duell zu fordern. Er werde den Baron morgen um Aufklärung bitten. Aus Furcht vor einem neuen Skandal bittet der General den Marquis um Vermittlung.
Mr. Astley erklärt Alexej das Verhalten des Barons: Blanche, die jetzige Verlobte des Generals, war zwei Jahre zuvor mit einem italienischen Prinzen hier. Dieser verschwand plötzlich, und Blanche begann ein Verhältnis mit dem Baron, bis die Baronin der Affäre ein Ende bereitete. Jetzt möchte Blanche natürlich nicht die Aufmerksamkeit der Baronin erregen, denn das könnte ihre Heirat mit dem General gefährden. Als Mr. Astley Alexej erklärt, dass alle auf das Erbe der Babulenka warten, erkennt dieser, dass das auch für Polina gilt, denn erst dann erhält sie ihre Aussteuer. Sie wird sich dann dem Marquis in die Arme werfen.
Im Auftrag des Generals bittet der Marquis Alexej, seine Pläne aufzugeben und nicht mit dem Baron zu sprechen. Alexej weist das zurück. Der General besitzt kein Druckmittel mehr, denn er hat Alexej bereits entlassen. Selbst wenn der General dafür sorgen würde, dass er fortgeschickt würde, würde Mr. Astley an seiner Stelle zum Baron gehen. Der könne Mr. Astley, den Neffen eines Lords, nicht zurückweisen. Daraufhin gibt der Marquis Alexej einen Brief Polinas, in dem diese ihn auffordert, die Angelegenheit fallen zu lassen. Enttäuscht gibt Alexej nach. Er fragt sich allerdings, warum der Marquis eine solche Macht über Polina hat, dass sie in seinem Sinne Briefe schreibt.
Der von Blanche und dem Marquis herbeigerufene General bedankt sich für die Hilfe des Marquis und bestätigt noch einmal, dass die Babulenka sicher noch heute Abend das Zeitliche segnen werde. Doch genau in diesem Augenblick trifft die vermeintlich Todkranke persönlich mit drei Bediensteten ein. Sie weist die anderen für ihr Verhalten zurecht und erklärt, dass sie nach einer kurzen Pause zum Roulette gehen wolle. Alexej soll sie dabei beraten. Der General werde auf keinen Fall Geld von ihr erhalten.
Drittes Bild – Hotelsalon neben dem Spielsaal
Der General ist entsetzt über die stetig steigenden Spielverluste der Babulenka, die bereits 15.000 betragen. Der Marquis tritt ein und berichtet, dass sie inzwischen ihre Sicherheiten verkaufe und schon 40.000 verloren habe. Der General möchte sie schon für verrückt erklären und verhaften lassen. Davon will der Marquis jedoch nichts wissen. Blanche zeigt dem General ihr wahres Gesicht und verhöhnt ihn wegen seines angeblichen Erbes. Marquis und Baron fordern Alexej vergeblich auf, die Babulenka vom weiteren Spiel abzuhalten. Da trifft Fürst Nilski mit der Nachricht ein, dass die Verluste bereits 100.000 betragen – nach anderen Auskünften seien es sogar schon fünf Millionen. Der General eilt mit dem Marquis in den Spielsaal. Blanche und Nilski gehen ebenfalls. Alexej ruft nach Polina, die inzwischen vom Marquis den Laufpass erhalten hat, und bietet ihr seine Hilfe an. Jetzt kehrt die Babulenka zurück und verkündet, dass sie alles verloren habe und mit Hilfe eines Kredits von Mr. Astley nach Hause reisen wolle. Immerhin besitze sie noch drei Dörfer und zwei Häuser. Polina solle mit ihr nach Moskau kommen und bei ihr leben. Diese lehnt dankend ab. Nachdem sich die Babulenka zurückgezogen hat, sucht der General verzweifelt Einlass in ihr Zimmer, doch ihr Diener Potapytsch weist ihn entschieden zurück. Der General beklagt, dass sich die undankbare Blanche jetzt diesem schäbigen Fürsten Nilski zugewandt habe.
Nachdem Alexej die Babulenka zum Bahnhof gebracht hat, trifft er Polina in seinem Zimmer an. Sie zeigt ihm einen Brief des Marquis, in dem dieser ihr mitteilt, dass er nach Petersburg abreisen musste, um die Kreditsicherheiten des Generals zu Geld zu machen. Er hat kein Interesse mehr an einer Beziehung mit Polina, reduziert seine Forderungen aber um 50.000 Franken, die der General zuvor offenbar von ihr geliehen hatte. Polina ist wütend über dieses Verhalten. Sie würde ihm das Geld am liebsten ins Gesicht schleudern – doch woher soll sie es nehmen? Sie möchte weder die Babulenka noch Mr. Astley um Hilfe bitten. Da hat Alexej eine Idee. Er bittet Polina, auf ihn zu warten und eilt aus dem Zimmer.
Inmitten einer Menge aufgeregter Roulette-Spieler setzt Alexej immer wieder auf Rot und gewinnt ein ums andere Mal. Selbst ein kurzer Rückschlag, als er zwischendurch auf das mittlere Dutzend setzt und verliert, bringt ihn nicht aus dem Konzept: „Ich muss, ich muss, ich muss gewinnen!“ Er setzt wieder erfolgreich auf Rot, bis sein Gewinn 60.000 beträgt und der Croupier den Tisch schließt. Daraufhin begibt er sich ins Nebenzimmer an einen anderen Roulettetisch, wo sich das Geschehen wiederholt, wie die Kommentare der Spieler und des Casino-Direktors zu erkennen geben. Nachdem auch der zweite Tisch geschlossen wurde, zieht er zum dritten Raum, wo er die Bank zum dritten Mal sprengt. Er verlässt das Casino schließlich mit 200.000 Gewinn. Einige Spieler empfinden das als Rache für die vielen Verlierer. Der Direktor weiß jedoch, dass Alexej wiederkommen wird: „Er ist verdammt.“