Denzel Hayes Washington Jr. [ˈwɒʃɪŋtən] (* 28. Dezember 1954 in Mount Vernon, New York) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Filmproduzent und Regisseur. Er ist zweifacher Oscarpreisträger und der zweite afroamerikanische Schauspieler nach Sidney Poitier, der für eine Hauptrolle mit diesem Filmpreis ausgezeichnet wurde.
Washington wurde in der Nähe von New York als Sohn von Lennis Washington und Denzel Hayes Washington Sr. geboren. Seine Mutter arbeitete in einem Schönheitssalon, sein Vater war Prediger.
Washington besuchte bis 1968 zunächst die Pennington-Grimes Elementary School in Mount Vernon. Dann wurde er von seiner Mutter auf die Oakland Military Academy in New Windsor geschickt. Nach einem Journalismusstudium an der Fordham University begann er Theater zu spielen.
Er tat dies zunächst am American Conservatory Theatre in San Francisco und ging dann nach New York zurück, um Schauspieler zu werden.
Washington drehte seinen ersten Kinofilm 1981 im Alter von 27 Jahren. Weitere kleinere Rollen folgten. Einem breiteren Publikum wurde er durch die Krankenhausserie Chefarzt Dr. Westphall bekannt, in der er ab 1982 sechs Jahre lang die Rolle des Dr. Phillip Chandler spielte. Seine erste bedeutende Filmhauptrolle war die des Steve Biko, des Gründers des Black Consciousness Movement (BCM), in dem Apartheidsdrama Schrei nach Freiheit. Für sie erhielt er 1988 eine Oscar-Nominierung als bester Neben- sowie eine Golden-Globe-Nominierung als bester Hauptdarsteller. Seinen Durchbruch hatte Washington 1989 mit dem Bürgerkriegsdrama Glory; für seine Darstellung des Soldaten Private Trip wurde er mit dem Oscar ausgezeichnet, erhielt einen Golden Globe Award als bester Nebendarsteller und weitere Auszeichnungen und Filmpreis-Nominierungen. 1990 spielte er eine Hauptrolle in Spike Lees Film Mo better Blues.
Mit Spike Lees Malcolm X festigte er seinen Status als einer der wichtigsten afroamerikanischen Stars in Hollywood. Für diese Rolle wurde er erneut für einen Oscar nominiert. Daneben erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und weitere Nominierungen für renommierte Filmpreise. In den folgenden Jahren wirkte er in vielen großen Hollywoodproduktionen mit, so neben Julia Roberts in Die Akte und in der Shakespeare-Verfilmung Viel Lärm um nichts neben Kenneth Branagh, der auch Regie führte. In dem AIDS-Drama Philadelphia spielte er neben Tom Hanks die zweite Hauptrolle als dessen Rechtsanwalt. Anschließend drehte er den Cyberspace-Thriller Virtuosity an der Seite von Russell Crowe und mit Gene Hackman das U-Boot-Drama Crimson Tide um einen möglichen Atomkrieg.
1996 spielte er mit Whitney Houston in der romantischen Komödie Rendezvous mit einem Engel. Nach Glory war er in dem Film Mut zur Wahrheit von Edward Zwick ein militärischer Ermittler und in dem Blockbuster Ausnahmezustand als Gegenspieler von Bruce Willis ein aufrechter FBI-Agent. 1998 wirkte er in Spike Lees Drama um einen Generationenkonflikt zwischen Vater und Sohn, Spiel des Lebens, mit. 1999 spielte er in der Jeffery-Deaver-Verfilmung Der Knochenjäger mit Angelina Jolie den querschnittsgelähmten Ermittler Lincoln Rhyme und überzeugte als Boxer Rubin „Hurricane“ Carter in dem Film Hurricane von Norman Jewison, der ihm seinen zweiten Golden Globe einbrachte.
Die folgenden Projekte waren Training Day und Gegen jede Regel. Die Rolle des korrupten Polizisten in Training Day brachte ihm den zweiten Oscar ein. Washington war nach Sidney Poitier der zweite afroamerikanische Schauspieler, der in der Kategorie Bester Hauptdarsteller einen Oscar gewinnen konnte (später folgten Jamie Foxx, 2005, und Forest Whitaker, 2007). Danach war er in den Filmen Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit und American Gangster sowie in dem Endzeit-Thriller The Book of Eli zu sehen.
Inzwischen betätigt sich Washington auch als Regisseur ambitionierter Stoffe. So drehte er 2002 den Film Antwone Fisher und 2007 The Great Debaters – Die Macht der Worte, in denen er selbst auch jeweils eine Rolle übernahm. In Antwone Fisher war Washington in der Rolle eines Militärpsychologen zu sehen, der in therapeutischen Sitzungen die Kindheitsgeschichte eines gewalttätigen Soldaten aufdeckt. In The Great Debaters spielte er nach einem realen Vorbild die Hauptrolle des Rhetorikprofessors Mel Tolson, der aus Studenten einer afrikanisch-amerikanischen Südstaaten-Universität ein wortstarkes Debattier-Team formt.
Eine weitere Oscarnominierung erhielt er 2013 für die Rolle des William Whitaker als bester Hauptdarsteller in dem Filmdrama Flight.
Im Jahr 2014 spielte Washington in der Adaption der Fernsehserie The Equalizer den ehemaligen CIA-Agent Robert McCall (ebenso in der Fortsetzung The Equalizer 2 im Jahr 2018 und The Equalizer 3 im Jahr 2023). 2016 kam mit Die glorreichen Sieben eine Neuverfilmung des gleichnamigen Western aus dem Jahr 1960 in die Kinos. Hier übernahm er die Rolle des Sam Chisolm.
2023 wurde Washington in der tunesischen Öffentlichkeit kritisiert, weil er ihren Volkshelden Hannibal zu spielen beabsichtigt, er ihnen aber für diese Rolle „zu afrikanisch“ aussieht. Nach Ansicht der Kritiker war Hannibal nämlich hellhäutig.
2025 kam es bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes zu einer Überraschung: Denzel Washington wurde am Montagabend mit einer Ehrenpalme ausgezeichnet. Die Ehrung erfolgte vor der Premiere von Spike Lees neuem Thriller Highest 2 Lowest, begleitet von einem Zusammenschnitt seiner Karriere, der einige seiner bedeutendsten Rollen und filmischen Meilensteine zeigte. Festivalchef Thierry Frémaux erklärte, dass niemand außer Spike Lee von der Auszeichnung wusste.
Lee überreichte dann Washington die Ehrenpalme, legte den Arm um den Schauspieler und sagte: „Das hier ist mein Bruder. Ich liebe ihn, ich liebe ihn. Ich bin froh, dass du hier bist, wo dich alle lieben.“
Washington ist gläubiger Christ und hatte in früheren Jahren darüber nachgedacht, Pastor zu werden. Am 21. Dezember 2024 wurde Washington in der Kelly Temple Church of God in Christ im New Yorker Stadtteil Harlem getauft, einer Glaubensgemeinschaft, die als konservative Pfingstgemeinde eingeordnet wird.
Während der Dreharbeiten zum Film Wilma im Jahr 1977 lernte Washington Pauletta Pearson kennen. Sie heirateten am 25. Juni 1983; Pearson nahm den Nachnamen ihres Mannes an. Am 28. Juli 1984 wurde ihr erster Sohn John David Washington geboren. Dieser ist nach einer kurzen Karriere als Footballer ebenfalls als Schauspieler tätig. Am 27. November 1987 kam ihre Tochter Katia Washington zur Welt. Am 10. April 1991 wurde Washington Vater von Zwillingen, Malcolm und Olivia. Im Jahr 1995 erneuerte das Paar sein Ehegelübde.
Denzel Washington ist eigenen Angaben zufolge kein Film-Enthusiast, schaut keine Filme und geht nicht ins Kino. Auch Filmproduktionen, bei denen er mitgewirkt hat, schaue er nach der Premiere zumeist kein weiteres Mal.
2007: The Great Debaters – Die Macht der Worte (The Great Debaters)