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Dennis Aogo

Deutscher Fußballspieler

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Dennis Aogo [ˈdɛnɪs ʔaˈʔoːɡo] (* 14. Januar 1987 in Karlsruhe) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Er wurde als Linksverteidiger und im defensiven Mittelfeld eingesetzt und war deutscher Fußballnationalspieler.

Aogo, Sohn eines nigerianischen Vaters und einer deutschen Mutter, wuchs in Karlsruhe-Oberreut auf und begann 1993 beim Bulacher SC mit dem Fußballspielen. Er wechselte mit sieben Jahren zum Karlsruher SC. Er trainierte in der Zeit als U15- und U17-Spieler parallel zum KSC-Training oft beim FV Grünwinkel mit. Nach der Trennung seiner Eltern zog Aogo mit seinem Vater nach Bruchsal und wechselte von 2000 bis 2002 zum SV Waldhof Mannheim.

2002 wechselte er in die Freiburger Fußballschule.

Prägend für seine Entwicklung in der Freiburger Jugend war Christian Streich, der Aogo als A-Jugendtrainer betreute. Aogo sagte später über ihn: „Einer der wichtigsten war Christian Streich, mein A-Jugendtrainer beim SC Freiburg. [...] Er hat unermüdlich Grenzen eingefordert und viel Zeit und Mühe investiert, um mich auf die richtige Bahn zu bringen.“ Als Profi spielte Aogo in Freiburg unter den Cheftrainern Volker Finke und Robin Dutt.

Am 10. Spieltag der Saison 2004/05, dem 27. Oktober 2004, absolvierte er sein erstes Bundesligaspiel für den SC Freiburg, als er bei der 4:0-Niederlage gegen den Hamburger SV eingewechselt wurde. Am 12. Spieltag bei der 4:1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen stand Aogo das erste Mal in der Startelf. Mit 17 Jahren und 9 Monaten ist Aogo bis heute Freiburgs jüngster Bundesligaspieler und jüngster Debütant in der Startelf. Für Freiburg erzielte er auch seinen ersten Bundesligatreffer, als er bei der 1:3-Auswärtsniederlage gegen den VfL Bochum am 19. Februar 2005 zum zwischenzeitlichen 1:2 traf. Bis zum 18. Spieltag 2011/12, als Matthias Ginter in seinem ersten Bundesligaspiel den Siegtreffer gegen den FC Augsburg erzielte, war Aogo dadurch auch der jüngste Torschütze des SC Freiburg in der Bundesliga.

Zur Saison 2008/09 wechselte er zum damaligen Europapokalteilnehmer Hamburger SV, bei dem er einen Vierjahresvertrag unterschrieb. Am 26. Oktober 2008 erhielt Aogo gegen die TSG 1899 Hoffenheim seinen ersten Einsatz beim Hamburger SV. Am folgenden Spieltag stand er in der Startelf, da sowohl Marcell Jansen als auch Timothée Atouba verletzungsbedingt nicht spielen konnten. Im Laufe der Saison erarbeitete Aogo sich einen Stammplatz. Im UEFA-Pokal erreichte er mit dem HSV 2009 und 2010 das Halbfinale. Seinen ersten Pflichtspieltreffer für Hamburg erzielte Aogo im Zweitrundenspiel des DFB-Pokals gegen Eintracht Trier am 25. Oktober 2011, das der HSV mit 2:1 gewann.

Zwischenzeitlich war Aogo der dienstälteste Spieler im Profikader des HSV und Mitglied des Mannschaftsrats.

Im August 2013 wurden Aogo und sein Mannschaftskamerad Tomás Rincón vom HSV für ein Spiel suspendiert, nachdem sie nach einer 1:5-Heimniederlage gegen die TSG 1899 Hoffenheim zwei trainingsfreie Tage zu einer Reise nach Mallorca genutzt hatten.

Wenige Tage später wurde Aogo inklusive einer Kaufoption bis zum Ende der Saison 2013/14 an den FC Schalke 04 ausgeliehen. Bei den Schalkern wurde er als linker Außenverteidiger und im defensiven Mittelfeld eingesetzt. Er gehörte zu den konstanteren Spielern des Kaders in einer Phase, in der die Leistung der Mannschaft sehr schwankte. Am 29. November 2013 zog sich Aogo im Training bei einem Zusammenstoß mit Ralf Fährmann einen Kreuzbandriss im linken Knie zu und fiel für den Rest der Saison aus. Dennoch wurde er am 12. Februar 2014 von Schalke 04 fest verpflichtet. Er erhielt einen bis 2017 gültigen Vertrag mit einer Option auf ein weiteres Jahr. Nach einer rund achtmonatigen Rehabilitation trat Aogo am 19. Juli 2014 bei einem Benefizspiel wieder an.

Zur Saison 2014/15 war Aogo in der Hinrunde sowohl im defensiven Mittelfeld als auch als linker Außenverteidiger im Einsatz. In der Hinrunde verpasste er nur zwei Spiele. In der Champions League bestritt er alle sechs Gruppenspiele. Im Trainingslager in Doha während der Winterpause zog er sich eine Muskelverletzung zu und verpasste den Auftakt zur Rückrunde. Nach seiner Genesung und drei Spielen in der Liga verpasste er im März 2015 alle Pflichtspiele aufgrund von Rückenproblemen. Am 5. April 2015, dem 27. Spieltag, absolvierte er sein erneutes Comeback und bestritt bis Saisonende alle Ligaspiele. Am Ende der Saison hatte er in der Bundesliga 25 Spiele bestritten, in dem er eine Torvorlage gab.

Unter Trainer André Breitenreiter sicherte sich Aogo in der Hinrunde der Saison 2015/16 seinen Stammplatz als linker Außenverteidiger. Sein zum Saisonende 2016/17 auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert.

Am 9. August 2017 wechselte Aogo zum VfB Stuttgart. Er war der erste Neuzugang des damaligen Sportvorstands Michael Reschke. In der Saison 2017/18 kam er unter den Cheftrainern Hannes Wolf und Tayfun Korkut auf 29 Bundesligaeinsätze. Am Saisonende belegte der VfB den 7. Platz. In der Saison 2018/19 kam Aogo unter Korkut und dessen Nachfolgern Markus Weinzierl und Nico Willig 15-mal in der Bundesliga zum Einsatz. Der VfB belegte den Relegationsplatz und stieg nach der verlorenen Relegation gegen den 1. FC Union Berlin in die 2. Bundesliga ab. Anschließend verließ Aogo den Verein mit seinem Vertragsende.

Anfang September 2019 schloss sich Aogo dem Mitabsteiger Hannover 96 an. Er unterschrieb einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2019/20. Unter Mirko Slomka kam Aogo bis Anfang November auf vier Einsätze in der 2. Bundesliga. Aufgrund einer Reizung der Achillessehne kam er unter dem neuen Cheftrainer Kenan Koçak nicht mehr zum Einsatz. Ende Januar 2020 einigten sich Aogo und der Verein auf eine Vertragsauflösung.

Ende August 2020 entschloss sich Aogo, der nach seinem Engagement in Hannover keinen neuen Verein mehr gefunden hatte, seine aktive Karriere nach 340 Erst- und Zweitligaspielen zu beenden. Über seine Karriere in Zahlen bilanzierte er 257 Bundesligaspiele, zwölf Einsätze in der UEFA Champions League mit Schalke sowie 22 Partien in der UEFA Europa League für den HSV und den VfB Stuttgart.

Am 23. März 2007 debütierte Aogo in der deutschen U21-Nationalmannschaft. Beim Spiel gegen Österreich stand er in der Startaufstellung. Sein größter internationaler Erfolg war der Gewinn der Europameisterschaft 2009 in Schweden unter Bundestrainer Horst Hrubesch. Im Finale gegen England kam Aogo sieben Minuten vor dem Ende zu einem Kurzeinsatz.

Am 21. Januar 2010 wurde Aogo von Bundestrainer Joachim Löw erstmals in den A-Kader der Nationalmannschaft berufen, um an einem Leistungstest im Hinblick auf die WM 2010 in Südafrika teilzunehmen. Am 6. Mai 2010 berief Löw ihn in den erweiterten Kader für die WM 2010. Am 13. Mai 2010 gab Aogo sein Debüt in der A-Nationalmannschaft. Beim Spiel gegen Malta stand er in der Anfangsformation. Am Ende schaffte er es in den endgültigen Kader. Bei der Weltmeisterschaft 2010 kam Aogo beim 3:2-Sieg gegen Uruguay im Spiel um Platz 3 als linker Verteidiger zum Einsatz.

Obgleich Aogo beim HSV in der Saison 2011/12 schwache Leistungen bot, hielt Löw an ihm fest und berief ihn gegen Frankreich in den Kader für das erste Testspiel im Jahr 2012. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Kapitän Philipp Lahm rutschte Aogo in die Startelf und stand nach der 1:2-Niederlage im Fokus der Kritik. Für die EM 2012 in Polen und der Ukraine wurde er daraufhin nicht berücksichtigt.

Im Mai 2013 erhielt er nach einem Jahr wieder eine Nominierung für die DFB-Auswahl, als er von Löw für die Spiele im Rahmen der USA-Reise gegen Ecuador und gegen die Vereinigten Staaten nominiert wurde. Am 29. Mai 2013 hatte Aogo in Boca Raton beim 4:2-Sieg gegen Ecuador seine Rückkehr in die Nationalmannschaft nach einem Jahr. Am 2. Juni 2013 bestritt Aogo gegen die USA sein letztes von insgesamt zwölf Länderspielen für Deutschland.

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