Demis Roussos (bürgerlich Artemios Ventouris Roussos, griechisch Αρτέμιος Βεντούρης Ρούσσος; * 15. Juni 1946 in Alexandria, Ägypten; † 25. Januar 2015 in Athen)Sohn griechischer Eltern Olga und George. Er war ein griechischer Sänger. Schon als Kind kam er mit der arabischen Musik und der Musik der griechisch-byzantinischen Kirche, in deren Chor er als Solist 5 Jahre lang mitsang, in Berührung. Mit 10 entdeckte er den Jazz und lernte Trompete spielen. Während der Suez-Kanal-Krise wanderte die Familie nach Griechenland, ihre geistige Heimat, aus. Zwei Jahre später gründete er mit Freunden seine erste Band "The idols". Eines Tages brauchte der Solo-sänger eine Pause und bat Artemios, statt seiner zu singen. Das Publikum war begeistert und bat daraufhin Abend für Abend, den Bassisten Artemios singen zu hören. Um bessere Aufstiegschancen zu haben, beschloss die Band, nach England zu gehn. Der Vorname Artemios wurde zu "Demis" gekürzt. Demis war zugleich Solo-sänger und Bassist.
Noch in Griechenland hatte Lakios Stelios Vlavianos kennen gelernt, der einer seiner besten Komponisten werden sollte. Eine neue Band würde gegründet: "We five". 1968 gründete er mit Vangelis und Loukas Sideras die Progressive-Rock-Band Aphrodite’s Child und hatte mit der Band seine ersten Erfolge. Ein Platten-Label schlug der Band vor, einen Hit auf der Basis des berühmten Pachelbel-kanons einzuspielen: "Rain and Tears". Über eine Million verkaufte LPs allein in Frankreich. Nach Erscheinen des Albums "666" trennten sich die Band-mitglieder, Demis war nun als Solo-interpret unterwegs. Die Plattenfirma bot ihm an, ein Solo-album zu veröffentlichen: "On the greek side of my mind" mit dem Hit "We shall dance", der 1971 in allen europäischen Hitparaden unter den 10 besten figurierte. International bekannt wurde er 1973 als Solokünstler mit dem Lied Goodbye, My Love, Goodbye, das er in mehreren Sprachen aufnahm.
Demis Roussos entstammte einer griechischen Familie, die seit den 1920er Jahren in Ägypten lebte. Er wuchs in Alexandria auf. Wegen zunehmender Fremdenfeindlichkeit infolge der Sueskrise kehrte die Familie 1961 nach Griechenland zurück.
Gegen Ende der 1970er Jahre wog Roussos fast 150 kg und begann sich um seine Gesundheit zu sorgen. Es gelang ihm 50 kg abzunehmen, worüber er 1982 ein Buch unter dem Titel A Question of Weight veröffentlichte.
1985 war er an Bord des TWA-Fluges 847 von Athen nach Rom, als dieser von Mitgliedern der Hisbollah entführt wurde. Roussos wurde zusammen mit sieben weiteren Geiseln griechischer Nationalität nach fünf Tagen freigelassen, nachdem die griechische Regierung ein Mitglied der Hisbollah aus dem Gefängnis entlassen hatte. Gerüchte, nach denen Roussos für die Entführer gesungen haben soll, dementierte er später entschieden.
Demis Roussos starb am 25. Januar 2015 im Alter von 68 Jahren in Athen an den Folgen von Magenkrebs. Er wurde auf dem Ersten Athener Friedhof beigesetzt.
Seine musikalische Ausbildung erhielt Roussos in Athen. In seinen Anfängen war er Mitglied in verschiedenen Musikgruppen, so u. a. The Idols und We Five. 1968 gründete er mit Vangelis die Gruppe Aphrodite’s Child, die mit ihrem „Greek-Sound“ zunächst in Frankreich, dann auch in Deutschland erfolgreich war. Zu den Höhepunkten der gemeinsamen Arbeit mit Vangelis gehört das 1972 erschienene Konzeptalbum 666, das sich an der Offenbarung des Johannes orientiert.
Anfang der 1970er Jahre spielte Roussos Soloaufnahmen ein. Während das erste Album Fire and Ice eher unkommerziell war – und bis heute weitgehend unbekannt blieb – konnte er 1973 mit dem in mehreren Sprachen aufgenommenen Schlager Goodbye, My Love, Goodbye einen Nummer-eins-Hit in Deutschland verbuchen und seinen internationalen Durchbruch als Solosänger feiern. Das Lied gilt heute als Evergreen des deutschen Schlagers und wurde später von anderen Künstlern wie Vicky Leandros gecovert. Es folgten in jährlichen Abständen weitere Solo-Alben in englischer Sprache, die in den 1970er Jahren gemeinsam mit überwiegend griechischen und französischen Künstlern – wie Loukas Sideras und Freunden aus der Zeit von Aphrodite’s Child – aufgenommen wurden und sich am erfolgreichen Greek-Sound orientieren. Später folgten anspruchsvollere Einspielungen (Attitudes) mit anderen Musiker- und Produktionsteams.
Sowohl bei seinen Live-Auftritten als auch bei musikalischen Neuproduktionen früherer Hits griff Roussos regelmäßig auf Lieder von Aphrodite’s Child zurück (Spring, Summer, Winter and Fall, Rain and Tears). Parallel dazu nahm Roussos weitere deutschsprachige Titel auf, die ihn zu einem Schlagerstar der 1970er machten, wozu seine charakteristische Stimme, aber auch seine äußere Erscheinung (langhaarig und schwarzbärtig) beitrugen. Hierbei kam es zu einer engen Zusammenarbeit mit Klaus Munro, Ralf Arnie und Leo Leandros.
Ab 1976 kam es erneut zur Zusammenarbeit mit Vangelis. So schrieb und produzierte dieser einige Lieder des Albums Magic von 1977. Dieses Album markierte den Startpunkt für den Gesang in anderen Sprachen neben Deutsch und Englisch. Der Song Because wurde beispielsweise auch in Spanisch (Morir a lado de mi amor) und Französisch (Mourir auprès de mon amour) aufgenommen.
In den 1980er Jahren trat Roussos nur noch unter seinem Vornamen auf. Vangelis produzierte, komponierte und arrangierte bei zwei weiteren Alben dieser Zeit. Roussos lieh auch einem Titel aus dem Film Blade Runner, dessen Soundtrack Vangelis komponierte, seine Stimme. 1989 nahm er die Single Young Love auf, ein Duett mit Drafi Deutscher. Dieser Titel konnte sich in der ZDF-Hitparade sehr gut platzieren. Besonders in Frankreich hatte Roussos auch in den späten 1980er und Anfang der 1990er Jahre noch beachtlichen Erfolg.
Seine jüngeren Titel waren eine Mischung aus Folklore und elektronischer Musik. Im Frühjahr 2002 absolvierte er eine erfolgreiche Tournee in England. 2008 feierte Roussos sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. 2009 erschien sein letztes Studioalbum Demis.
Fire and Ice 1971 (UK: Silber)
On the Greek Side of My Mind 1971
Christougenniátika Tragoúdia Me Tous … (mit Nana Mouskouri, The Platters, Elpida, Robert Williams, Vicky, Bessy und Kostas Tournas) 1974
Kyrila – Insel der Träume 1976
Die Bouzouki, die Nacht und der Wein 1976
La Bible (Family of Love avec Jeane Manson et Demis Roussos) 1977