Deco [ˈdɛku] – eigentlich Anderson Luiz de Souza – (* 27. August 1977 in São Bernardo do Campo, Brasilien) ist ein ehemaliger portugiesischer Fußballprofi brasilianischer Herkunft. Er galt als technisch versierter Spielmacher und prägte vor allem eine erfolgreiche Zeit beim FC Porto sowie dem FC Barcelona. Mit Porto gewann er unter Trainer José Mourinho unter anderem die UEFA Champions League 2004, während er mit Barca weitere Titel errang. Deco spielte zudem für die portugiesische Nationalmannschaft und nahm an mehreren großen Turnieren teil.
Seit dem Ende seiner aktiven Karriere ist Deco als Fußballfunktionär tätig und wurde 2023 Sportdirektor des FC Barcelona.
Deco wurde in São Bernardo do Campo im Bundesstaat São Paulo geboren und wuchs in Indaiatuba auf. Er ist das dritte von sechs Kindern; der Vater ist portugiesischer Herkunft, die Mutter japanischer Abstammung. Seine fußballerische Laufbahn begann er beim Nacional Atlético Clube, 1995 wechselte Deco in die Jugendabteilung der Corinthians São Paulo und absolvierte im Alter von 18 Jahren sein Profidebüt.
1997 entdeckte ihn ein Talentscout des portugiesischen Traditionsklubs Benfica Lissabon und nahm ihn unter Vertrag. Unmittelbar nach seiner Ankunft in Portugal wurde Deco an Benficas Farmteam FC Alverca ausgeliehen. Dort erzielte er in der Saison 1997/98 in 32 Spielen 13 Tore und war am Aufstieg in die Primeira Liga beteiligt. Nach seiner Rückkehr zu Benfica wurde er von Trainer Graeme Souness aussortiert und im Tausch gegen Nandinho an den SC Salgueiros abgegeben. Obwohl Verletzungen Decos Einsatzzeiten begrenzten, zeigte er sein Potenzial als Spielmacher. Im März 1999 verpflichtete ihn der FC Porto für eine Ablösesumme von rund acht Millionen Euro.
Wenige Wochen nach seinem Transfer zum FC Porto wurde er mit dem Klub portugiesischer Meister (1998/99), spielte jedoch mit sechs Einsätzen zunächst nur eine untergeordnete Rolle. In den beiden Folgejahren kam Deco regelmäßig zum Einsatz und der wendige Edeltechniker schaffte den Sprung zum Stammspieler im offensiven Mittelfeld. Beim Pokalsieg 2000 erzielte er im Endspiel gegen Sporting Lissabon den 2:0-Siegtreffer und Porto konnte den Pokal im Jahr 2001 erfolgreich verteidigen (2:0 gegen Marítimo Funchal).
In der Saison 2002/03 blühte Deco unter dem neuen Trainer José Mourinho regelrecht auf und erlebte den entscheidenden Karriereschritt. Er wurde zum kreativen Herzstück der Mannschaft und avancierte zu einem internationalen Spitzenspieler. Deco überzeugte durch seine Passqualität und Spielintelligenz, war ein brillanter Vorbereiter und strahlte inzwischen auch selbst Torgefahr aus (12 Tore in 45 Pflichtspielen). Der FC Porto gewann 2003 das „kleine Triple“ aus Meisterschaft, Pokal und dem UEFA-Pokal (3:2-Sieg über Celtic Glasgow). Die anschließende Spielzeit (2003/04) bedeutete nochmals eine Steigerung und war sowohl für den FC Porto als auch Deco von herausragender Bedeutung. In der heimischen Liga gelang mit acht Punkten Vorsprung die Titelverteidigung und in der prestigeträchtigen UEFA-Champions League erreichten die Drachen überraschend das Finale. Insbesondere im Viertelfinale gegen Olympique Lyon (2:0; 2:2) hatte Deco eine beeindruckende Vorstellung abgeliefert (1 Tor, 3 Vorlagen). Im Endspiel am 26. Mai 2004 schlug Porto die AS Monaco deutlich mit 3:0, wobei Deco nach 71 Minuten das vorentscheidende Tor zum 2:0 gelungen war und zum Man of the Match gekürt wurde. Während der gesamten Saison hatte er sich in bestechender Form gezeigt, war als der bestimmende Akteur aufgetreten. Bezeichnenderweise erhielt Deco die Auszeichnungen als Portugals Spieler des Jahres sowie als UEFA-Fußballer und UEFA-Mitteldfeldspieler des Jahres. Bei der Wahl zum Ballon d’Or 2004 belegte er hinter Andrij Schewtschenko den zweiten Platz. Nach den Triumphen brach die Erfolgsmannschaft auseinander, Mourinho und Leistungsträger wie Paulo Ferreira oder Ricardo Carvalho verließen den Klub. Auch Deco zählte zu den begehrtesten Offensivspielern Europas, wurde mit dem FC Chelsea und Bayern München in Verbindung gebracht. Schließlich verkündete er am 6. Juli 2004 seinen Wechsel zum FC Barcelona. Das Gesamtvolumen des Transfers belief sich auf 21 Millionen Euro (15 Millionen Euro Ablöse und den Spieler Ricardo Quaresma).
Für den FC Porto hat Deco 229 Pflichtspiele absolviert und dabei 48-mal getroffen.
Deco erwies sich auf Anhieb als sportliche Verstärkung für den FC Barcelona und war 2004/05 mit elf Assists zweitbester Vorbereiter der Primera División. In dem von Trainer Frank Rijkaard favorisierten 4-3-3-Spielsystem bildete der Neuzugang gemeinsam mit Xavi die Schaltzentrale im Mittelfeld, die den Spielrhythmus bestimmte oder das Tempo variierte. Sowohl 2004/05 als auch 2005/06 gewann Barça die spanische Meisterschaft und galt mit Ausnahmekönnern wie Ronaldinho, Samuel Eto’o, Xavi oder eben Deco als spielstärkste Vereinsmannschaft Europas. Der begeisternde 3:0-Sieg über den großen Rivalen Real Madrid im El Clásico (19. November 2005) markierte eindrucksvoll die Wachablösung im spanischen Fußball. Die internationale Krönung folgte am 17. Mai 2006 in Paris mit dem Gewinn der UEFA-Champions League (2:1 über den FC Arsenal) – Decos zweiter Erfolg in der Königsklasse (hier). Für seine Leistungen erhielt er abermals die Auszeichnung als bester Mittelfeldspieler der UEFA und wurde auch im Dezember 2006 mit dem Goldenen Ball des besten Spielers der Klub-Weltmeisterschaft bedacht.
Nach zwei äußerst erfolgreichen Jahren verpasste Barcelona 2006/07 den Titelhattrick äußerst knapp. In der Saison 2007/08 warfen Verletzungen Deco immer wieder zurück und der formschwache Regisseur kam in der Liga nur auf 18 Einsätze (ein Tor). Abseits des Platzes fiel er durch seine rege Teilnahme am Nachtleben auf. Im Sommer 2008 wurde Pep Guardiola neuer Trainer und leitete einen radikalen Kaderumbruch ein. Nachdem Deco und Ronaldinho betrunken zum Training erschienen waren, forcierte Guardiola ihren Verkauf, da sie nach seiner Ansicht einen negativen Einfluss auf den kommenden Superstar Lionel Messi haben könnten.
Nach der EM 2008 folgte Deco seinem bisherigen Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari zum FC Chelsea und unterschrieb am 30. Juni 2008 einen Dreijahresvertrag. Der Klub des Oligarchen Roman Abramowitsch zahlte zehn Millionen Euro an Ablöse. Beim FC Chelsea war Deco einer von insgesamt vier Portugiesen im Kader und Landsmann Paulo Ferreira überließ dem Neuzugang sogar die Rückennummer 20. Gleich in seinem ersten Pflichtspiel (17. August 2008) erzielte er beim 4:0 über den FC Portsmouth ein Tor. Trotz großer Konkurrenz im Mittelfeld war Deco unter Scolari gesetzt und konnte zu Saisonbeginn überzeugen (Wahl zum Premier League Player of the Month). Im weiteren Saisonverlauf warfen ihn Verletzungen zurück und nach Scolaris Entlassung verlor er unter Nachfolger Guus Hiddink seinen Stammplatz. Chelsea gewann 2009 den FA Cup (2:1 gegen den FC Everton), allerdings stand Deco im Endspiel nicht im Kader. In seiner zweiten Saison (2009/10) holte er mit den Blues das Double aus Meisterschaft und FA Cup. Für Deco verlief die Spielzeit durchwachsen, da er immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte und Trainer Carlo Ancelotti auf körperlich robustere Spielertypen wie Frank Lampard, Michael Ballack oder John Obi Mikel setzte. Insgesamt kam Deco auf 28 Pflichtspieleinsätze (drei Tore) und gehörte nur 14-mal zur Startelf.
Aufgrund seiner Reservistenrolle forcierte der mittlerweile 32-Jährige im Sommer 2010 seinen vorzeitigen Abschied vom FC Chelsea und kehrte nach Brasilien zurück.
Am 7. August 2010 wurde Deco als Neuzugang des brasilianischen Klubs Fluminense FC in Rio de Janeiro vorgestellt und erhielt einen Zwei-Jahres-Vertrag. Gleich am Ende der Spielzeit 2010 konnte Deco, der zu den prominentesten Spielern der Mannschaft zählte, mit Fluminense die erste Landesmeisterschaft seit 26 Jahren feiern. 2012 folgten der Gewinn der Staatsmeisterschaft von Rio de Janeiro sowie ein weiterer Meistertitel. Nachdem bei Deco am 30. März 2013 die verbotene Substanz Furosemid, die Dopingmittel verschleiern kann, nachgewiesen worden war, wurde er für 30 Tage gesperrt.