Debbie Reynolds (* 1. April 1932 als Mary Frances Reynolds in El Paso, Texas; † 28. Dezember 2016 in Los Angeles, Kalifornien) war eine US-amerikanische Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin. Ihre Karriere begann Ende der 1940er Jahre als Vertragsschauspielerin bei Warner Brothers. International bekannt wurde sie vor allem als Darstellerin in Filmmusicals wie Singin’ in the Rain und Tammy.
Sie wurde 1932 als zweites Kind von Maxine N. Harman (1913–1999) und Raymond Francis Reynolds (1903–1986) in El Paso geboren. Raymond Reynolds war als Tischler und Mechaniker bei der Southern Pacific Company beschäftigt. Die Vorfahren der Eheleute Reynolds waren englische, schottische und irische Einwanderer. 1939 zog die Familie nach Burbank in Kalifornien, wo Reynolds die John Burroughs High School besuchte. In ihrer Freizeit war sie bei den Girl Scouts, für die sie sich bis zu ihrem Tod engagierte. Die Organisation vergibt in ihrem Namen Stipendien.
1955 heiratete sie den Sänger Eddie Fisher. Das erste gemeinsame Kind, Carrie Fisher, wurde 1956 geboren. Sie trat später als Schauspielerin in die Fußstapfen ihrer Mutter und wurde durch ihre Rolle als Prinzessin Leia in Star Wars weltbekannt.
1958 wurde ihr Sohn Todd Emmanuel Fisher geboren. Er wurde nach Eddie Fishers bestem Freund Michael Todd benannt. Nach Michael Todds Unfalltod begann Eddie Fisher eine Affäre mit dessen Witwe Elizabeth Taylor, die seit ihren Anfängen in Hollywood auch eine gute Freundin von Debbie Reynolds gewesen war. Dies führte zu einem der größten Medienskandale der damaligen Zeit. Die Ehe von Reynolds und Fisher wurde 1959 geschieden.
Ein Jahr später heiratete Reynolds den Geschäftsmann Harry Karl, dessen Spielsucht und Fehlinvestitionen die Schauspielerin in finanzielle Schwierigkeiten brachten. Die Ehe endete 1973 ebenfalls mit der Scheidung. Ihre dritte Ehe ging Reynolds 1984 mit dem Bauunternehmer Richard Hamlett ein. Das Paar kaufte 1992 ein kleines Hotel mit Kasino in Las Vegas. Die Unternehmung erwies sich jedoch als finanzielles Fiasko. Nach zehn Jahren ließ sich Reynolds 1994 von Hamlett scheiden und musste ihren Bankrott erklären.
Am 28. Dezember 2016, einen Tag nach dem Tod ihrer Tochter Carrie Fisher, erlitt Reynolds im Alter von 84 Jahren einen Schlaganfall, an dessen Folgen sie am selben Tag im Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles starb. Sie hinterließ ihren Sohn Todd Fisher und eine Enkelin, Carrie Fishers Tochter Billie Lourd.
Debbie Reynolds wurde neben ihrer Tochter Carrie im Forest Lawn Memorial Park (Abschnitt Courts of Remembrance) in Hollywood beigesetzt.
Nach ihrem Sieg bei der Wahl zur „Miss Burbank“ 1948 und dem Vertragsabschluss mit dem Filmstudio Warner Brothers gab die damals 16-Jährige unter ihrem neuen Künstlernamen Debbie Reynolds ihr Filmdebüt. An der Seite von Bette Davis und Robert Montgomery stand sie in einer kleinen Rolle in der Komödie June Bride vor der Kamera. Nach einem weiteren Einsatz in einem Warner-Bros.-Film wechselte sie zu Metro-Goldwyn-Mayer. Für ihr neues Studio stand sie 1950 bei dem Filmmusical Drei kleine Worte mit Fred Astaire und Vera-Ellen erstmals vor der Kamera.
Nach zwei größeren Nebenrollen in Two Weeks with Love und Mr. Imperium bekam Reynolds 1951, trotz des Widerstands von Hauptdarsteller Gene Kelly, in Singin’ in the Rain ihre erste Hauptrolle. Die bis dahin tänzerisch unerfahrene junge Schauspielerin konnte mit ihrer Darstellung neben Kelly und Donald O’Connor überzeugen. Dank des Erfolgs dieses Filmmusicals wurde sie international populär.
Erfolge mit Musicals Mitte der 1950er Jahre
In den folgenden Jahren war Reynolds fast ausschließlich in Filmmusicals zu sehen, zum Beispiel 1953 in I Love Melvin erneut mit Donald O’Connor, 1954 in Give a Girl a Break neben Marge und Gower Champion, oder 1955 in Hit the Deck an der Seite von Tony Martin und Jane Powell.
Ab Mitte der 1950er Jahre kamen auch ernstere Rollen in anderen Filmgenres hinzu. 1954 stand Reynolds zusammen mit Dick Powell für dessen letzten Film als Schauspieler in der romantischen Komödie Eine Nacht mit Susanne vor der Kamera. In dem Familiendrama Mädchen ohne Mitgift spielte sie 1956 die Tochter von Bette Davis und Ernest Borgnine. Für die Darstellung der Braut in spe wurde Reynolds vom National Board of Review als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Im selben Jahr stand sie zum ersten Mal mit ihrem damaligen Ehemann Eddie Fisher vor der Kamera. In dem Musical Bundle of Joy verkörperte sie eine junge Verkäuferin, die aus Versehen für die Mutter eines Waisenjungen gehalten wird und sich in den Sohn ihres Chefs verliebt. Während der Dreharbeiten erfuhr Reynolds von ihrer eigenen Schwangerschaft, setzte die Arbeit jedoch trotz der anstrengenden und oft spektakulären Tanznummern fort. Sie erhielt dafür eine Nominierung für den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin. 1957 folgte mit Tammy eine weitere romantische Komödie. Unter der Regie von Joseph Pevney verkörperte Reynolds an der Seite von Walter Brennan und Leslie Nielsen die titelgebende Tambrey „Tammy“ Tyree. Mit dem gleichnamigen Titellied belegte sie fünf Wochen Platz eins in den Billboard-Charts.
Ende des Studiosystems zu Beginn der 1960er Jahre
Auch nach dem Ende der Ära des Studiosystems Ende der 1950er Jahre konnte sich Reynolds im Filmgeschäft behaupten. Nach dem großen Erfolg von Tammy spielte sie unter der Regie von Blake Edwards 1958 in This Happy Feeling die Sekretärin Janet Blake, die sich zwischen zwei Männern, gespielt von John Saxon und Curd Jürgens, entscheiden muss. 1959 erschienen vier Filme, in denen Reynolds als Leading Lady agierte: The Mating Game mit Tony Randall und Paul Douglas, Say One for Me mit Bing Crosby sowie It Started with a Kiss und die schwarze Komödie The Gazebo, jeweils mit Glenn Ford als Partner.
Im Zuge der gestiegenen Popularität von Westernfilmen zu Beginn der 1960er Jahre wirkte Reynolds als Hauptdarstellerin 1961 in der Westernkomödie The Second Time Around und 1962 in dem starbesetzten Westernepos Das war der Wilde Westen mit. 1963 folgten zwei weitere Hauptrollen in den Komödien Mary, Mary unter der Regie von Mervyn LeRoy und in My Six Loves von Gower Champion. Ein großer Erfolg wurde die Verfilmung des Musicals The Unsinkable Molly Brown 1964. Der Film erschien unter dem Titel Goldgräber-Molly und Debbie Reynolds wurde für ihre Darstellung der titelgebenden Molly Brown für einen Oscar als beste Hauptdarstellerin sowie für einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einer Komödie oder Musical nominiert. Im selben Jahr erschien auch die Komödie Goodbye Charlie mit Tony Curtis.
Karriereknick in den 1970er Jahren
Nachdem Reynolds gegen Ende der 1960er Jahre noch in einigen erfolgreichen Filmen wie Dominique – Die singende Nonne, Scheidung auf amerikanisch und der Komödie How Sweet It Is! an der Seite von James Garner Hauptrollen gespielt hatte, wurde es in den 1970er Jahren ruhiger um sie. Ihre eigene Sitcom The Debbie Reynolds Show wurde 1970 nach einem Jahr abgesetzt. Nach ihrem Engagement in dem Horrorfilm Was ist denn bloß mit Helen los? (1971) mit Shelley Winters war Reynolds bis zu Beginn der 1990er Jahre nicht mehr auf der Kinoleinwand zu sehen.