Debbie Ferguson-McKenzie (Geburtsname Deborah Ferguson; * 16. Januar 1976 in Nassau) ist eine bahamaische Sprinterin und Olympiasiegerin.
Debbie Ferguson wurde 1976 als Kind der alleinerziehenden Mutter Elka Ferguson mit jamaikanischen Wurzeln geboren. Sie besuchte die C.C. Sweeting Highschool und das St Andrews College, von wo aus sie auch ihre sportliche Karriere startete. 1993, im Alter von 17 Jahren, gewann sie zunächst zwei Bronzemedaillen über 200 Meter und mit der 4-mal-400-Meter-Staffel bei den Panamerikanischen Juniorenmeisterschaften in Winnipeg (Kanada) und zwei Wochen später ihre ersten beiden Medaillen im Erwachsenenbereich. Sie holte sich bei den Zentralamerika- und Karibikmeisterschaften in Cali (Kolumbien) die Silbermedaille im 200-Meter-Lauf und ebenfalls Silber mit der 4-mal-100-Meter-Staffel. Ab 1994 studierte Debbie Ferguson an der University of Georgia in den Vereinigten Staaten, wo sie auch 1999 graduierte. 1995 trat sie letztmals bei den Panamerikanischen Juniorenmeisterschaften an und gewann in Santiago de Chile die Goldmedaillen im 100-Meter- und im 200-Meter-Lauf.
Sportliche Karriere als Erwachsene
Bei ihren ersten Olympischen Spielen 1996 in Atlanta schied Debbie Ferguson als Dreizehnte im Halbfinale über 100 Meter aus. Sie lief auch im Vorlauf der 4-mal-100-Meter-Staffel, in welchem sich die Bahamas als Zweite hinter den Vereinigten Staaten, aber vor Australien für den Endlauf qualifizierten. Daher erhielt sie ebenfalls die von ihren Staffelkameradinnen Eldece Clark-Lewis, Chandra Sturrup, die sie vertreten hatte, Savatheda Fynes und Pauline Davis-Thompson im Finale errungene Silbermedaille. 1997 gewann sie bei den Zentralamerika- und Karibikmeisterschaften in San Juan (Puerto Rico) zwei Goldmedaillen, nämlich im 100-Meter-Lauf und in der 4-mal-100-Meter-Staffel.
Ihre nächste Goldmedaille holte sich Debbie Ferguson 1999 im 200-Meter-Lauf bei den Panamerikanischen Spielen in Winnipeg. Bei den Weltmeisterschaften 1999 in Sevilla errang sie die erste WM-Goldmedaille ihrer Karriere mit der 4-mal-100-Meter-Staffel, die in der Besetzung Savatheda Fynes, Chandra Sturrup, Pauline Davis-Thompson und Debbie Ferguson den Landesrekord der Bahamas auf 41,92 s verbesserte. Ihre Einzelrennen in Sevilla verliefen unglücklich. Im 200-Meter-Lauf verpasste sie als Fünfte eine Medaille um zwei Hundertstelsekunden und im 100-Meter-Lauf schied sie als Neunte knapp im Halbfinale aus.
Olympisches Gold errang sie bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney durch die Wiederholung des Staffelsieges der 4-mal-100-Meter-Staffel der Bahamas. In der gleichen Besetzung wie beim Weltmeisterschaftssieg von 1999 errang diese in 41,95 s die Goldmedaille vor Jamaika und den Vereinigten Staaten. Dies bedeutete den ersten Olympiasieg für Frauen von den Bahamas überhaupt. Außerdem belegte sie Platz fünf im Finale des 200-Meter-Laufs und Platz acht im Finale über 100 Meter. Bei den Weltmeisterschaften 2001 in Edmonton (Kanada) gewann Debbie Ferguson Silber im 200-Meter-Lauf. Durch die nachträgliche Disqualifikation der ursprünglichen Weltmeisterin Marion Jones infolge ihres Dopinggeständnisses vom 5. Oktober 2007 wurden Debbie Ferguson durch die IAAF Anfang 2008 nachträglich die Goldmedaille und der Weltmeistertitel 2001 zugesprochen. Außerdem belegte sie den fünften Platz im 100-Meter-Finale. Bei den Commonwealth Games 2002 in Manchester errang sie dreimal Gold über 100 Meter, 200 Meter und in der Staffel über 4-mal 100 Meter. Der von ihr aufgestellte Meisterschaftsrekord von 22,20 s über 200 Meter wurde erst 2018 von ihrer Landsfrau Shaunae Miller-Uibo gebrochen.
2003 gewann Debbie Ferguson eine weitere Goldmedaille bei den Zentralamerika- und Karibikmeisterschaften in St. George’s (Grenada) als Teil der siegreichen 4-mal-100-Meter-Staffel. Bei ihren dritten Olympischen Spielen 2004 in Athen, für die sie als Fahnenträgerin der Bahamas ausgewählt wurde, gewann sie mit Bronze über 200 Meter hinter Veronica Campbell (Jamaika) und Allyson Felix (USA) ihre einzige olympische Einzelmedaille. Im 100-Meter-Finale belegte sie den siebten Platz und mit der 4-mal-100-Meter-Staffel der Bahamas den vierten Platz. Die Wettkampfsaison 2005 verpasste sie aufgrund einer Verletzung vollständig und auch 2006 konnte sie nur beim Weltcup in Athen als Teil der siegreichen panamerikanischen 4-mal-100-Meter-Staffel zusammen mit drei jamaikanischen Sprinterinnen reüssieren. Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Osaka schied Debbie Ferguson-McKenzie sowohl über 100 als auch über 200 Meter im Halbfinale aus und belegte jeweils Rang 14.
2008 siegte Debbie Ferguson-McKenzie bei den Zentralamerika- und Karibikmeisterschaften in Cali (Kolumbien) im 200-Meter-Lauf und holte mit der 4-mal-100-Meter-Staffel die Bronzemedaille. Bei ihrer vierten Teilnahme an Olympischen Spielen 2008 in Beijing erreichte sie mit mittlerweile 32 Jahren erneut beide Endläufe über 100 und 200 Meter und belegte jeweils den siebten Platz. Sie war auch zum zweiten Mal Fahnenträgerin für die Bahamas. 2009 bestritt sie in Berlin ihre siebten Weltmeisterschaften und erreichte in allen Sprintwettbewerben die Finalläufe. Sie gewann mit der 4-mal-100-Meter-Staffel die Silbermedaille hinter Jamaika, die Bronzemedaille im 200-Meter-Lauf und belegte Rang sechs über 100 Meter. Bei ihrer achten Teilnahme an Weltmeisterschaften 2011 in Daegu (Südkorea) erreichte sie als 35-Jährige noch einmal das Finale im 200-Meter-Lauf und belegte den sechsten Platz.
2012 nahm sie in London zum fünften Mal an Olympischen Spielen teil, schied aber sowohl über 100 als auch über 200 Meter in den Vorläufen aus. Ihre letzte internationale Medaille errang Debbie Ferguson-McKenzie 2013 bei den Zentralamerika- und Karibikmeisterschaften in Morelia (Mexiko) mit Bronze in der 4-mal-100-Meter-Staffel. Ihre Staffelkameradinnen Tayla Carter, Cache Armbrister und Nivea Smith waren 19, 13 und 14 Jahre jünger als sie. Danach erklärte sie ihren Rücktritt vom Leistungssport.
Nach dem Ende ihrer aktiven Karriere wird Debbie Ferguson-McKenzie 2013 Assistenztrainerin an der University of Southern Mississippi in Hattiesburg, von wo sie im August 2014 als Assistenztrainerin an die University of Houston wechselt. Nach vier Jahren nimmt sie 2018 die Position als Assistenztrainerin unter Rolando Greene an der University of Kentucky in Lexington an. Zum Jahreswechsel 2025/26 kehrt sie auf die Bahamas heim und tritt dem Trainerstab des Red-Line Athletics Track Club in Nassau unter Tito Moss bei.
Debbie Ferguson-McKenzie hat bei einer Größe von 1,70 m ein Wettkampfgewicht von 57 kg. Seit 2005 ist sie mit dem bahamaischen Geschäftsmann Adrian McKenzie verheiratet.
Am 16. Oktober 2002, dem World Food Day, wird sie Botschafterin der Food and Agriculture Organisation der UN. 2005 wird sie für einen Vierjahresturnus als Mitglied der Athletenkommission der IAAF gewählt.
Debbie Ferguson-McKenzie in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)
Debbie Ferguson-McKenzie in der Datenbank von World Athletics (englisch)