Dean Ray Koontz (* 9. Juli 1945 in Everett, Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er gilt als einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller im Bereich der fantastischen Literatur und zählt mit 500 Millionen verkauften Büchern (Stand Januar 2017) zu den erfolgreichsten lebenden Autoren.
Koontz ist der Sohn von Raymond und Florence Mae Koontz (geb. Logue). Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Sein Vater war ein gewalttätiger Alkoholiker, der schließlich wegen psychischer Probleme eingewiesen wurde.
Von seinen Eltern wurde er weder zum Lesen noch zum Schreiben ermutigt, man hielt das für eine Verschwendung von Zeit und Geld. Dennoch begann er schon früh, zu lesen und in Büchern eine Zuflucht zu finden. Mit acht Jahren begann er, Geschichten aufzuschreiben, die Blätter zusammenzuheften, mit Isolierband zu „binden“ und das Produkt an Verwandte und Nachbarn zu verkaufen, gewöhnlich für 10 ¢ das Stück. Mit 12 gewann er dann 25 Dollar und eine Uhr im Aufsatzwettbewerb einer Zeitung.
Koontz besuchte das State Teachers College in Shippensburg, Pennsylvania, wo er 1966 mit einem Bachelor in Englisch abschloss. Im Oktober des gleichen Jahres heiratete er Gerda Ann Cerra (* 1946), gewann einen Kurzgeschichtenwettbewerb des Atlantic Monthly – die Kurzgeschichte Kittens erschien dann im Mai 1966 in Readers & Writers und war der erste publizierte Text von Koontz – und begann im Appalachian Poverty Program als Studienberater für Schüler aus schwierigem Umfeld in Einzelbetreuung zu arbeiten. Die Arbeit und die Zöglinge waren problematisch, einer von diesen hatte seinen Vorgänger krankenhausreif geschlagen.
1967 wurde er Englischlehrer in einer High School bei Harrisburg. Während der ganzen Zeit schrieb er in seiner Freizeit. 1969 schließlich bot seine Frau ihm an, ihn fünf Jahre lang zu unterstützen, damit er in dieser Zeit sich als freier Schriftsteller etablieren kann. Koontz nahm das Angebot an.
Koontz wuchs als Kind in der evangelisch-reformierten United Church of Christ auf, konvertierte aber als Student zum Katholizismus. Über seinen Konfessionswechsel sagt Koontz:
Koontz lebt mit seiner Frau Gerda und dem Golden Retriever Elsa in Orange, Kalifornien.
Gemeinsam mit seiner Frau unterstützt Koontz seit Ende der 1980er Jahre das Hundezentrum Canine Companions for Independence (CCI). Bis Januar 2016 hat Koontz mehr als 10 Millionen Dollar an die Organisation gespendet. CCI bildet Assistenzhunde für Menschen mit Behinderungen aus.
Bereits 1967 war eine erste Science-Fiction-Erzählung Soft Come the Dragons im Magazine of Fantasy and Science Fiction erschienen. Ein erster SF-Roman Star Quest erschien in der Reihe der Ace Doubles 1968 und in den folgenden fünf Jahren produzierte Koontz über 20 Romane, die teils unter eigenem Namen, teils unter mehreren Pseudonymen erschienen.
SF schrieb er als David Axton, John Hill und Aaron Wolfe, Horrorromane als Brian Coffey, Deanne Dwyer, K. R. Dwyer, Leigh Nichols, Anthony North, Richard Paige und Owen West. Ab den 1980er Jahren erschienen sowohl Originalausgaben als auch Neuauflagen unter Koontz’ eigenem Namen, nachdem er sich davon überzeugt hatte, dass der Gebrauch zahlreicher Pseudonyme sich letztlich ungünstig auswirkt: „Kein Mensch wusste, dass ich das bin. Hätten diese positiven Besprechungen mir gegolten statt einem buntscheckigen Haufen von Pseudonymen, hätte das Lesepublikum mich wesentlich früher entdeckt.“
1989 erschien mit Midnight (deutsch Mitternacht) erstmals ein Roman von Koontz auf Platz 1 der Bestsellerliste der New York Times und inzwischen (Stand 2012) erreichten 14 Bücher von Koontz diese Position. Er ist damit neben Stephen King und Peter Straub einer der erfolgreichsten Autoren im Bereich Phantastik und Horror in den USA und weltweit. Der überwiegende Teil seiner Romane wurde inzwischen ins Deutsche übersetzt und erreicht auch hier Bestsellerauflagen.
Das Werk von Dean Koontz ist stark von katholischen Wertvorstellungen und christlicher Symbolik geprägt. In den frühen Büchern ist dies noch weniger deutlich. Ab From the Corner of His Eye (2000, deutsch als Der Geblendete) nehmen metaphysische Konzepte einen breiten Raum ein.
Seine achtteilige Buchserie Odd Thomas ist mit Andeutungen, Symbolismen und zahlreichen Bezügen auf den katholischen Glauben durchwoben. Das America Magazine zählt Koontz neben Flannery O’Connor, Walker Percy und Graham Greene zu den großen katholischen Autoren der vergangenen Jahrzehnte.
1996 wurde er als World Horror Grand Master ausgezeichnet. Bei den bedeutenden einschlägigen Preisen (Hugo Award, World Fantasy Award, Bram Stoker Award) wurde er zwar – meist mehrfach – nominiert, jedoch bislang nicht ausgezeichnet.
Es gibt eine Kontroverse um die Autorschaft von vier Titeln, die Dean und Gerda Koontz als Verfasser nennen. Koontz bestreite die Autorschaft. Ihm zufolge handelt es sich um vom Verlag stark veränderte bzw. im Wesentlichen fremde Texte. Die fraglichen Titel sind:
Pig Society. Aware Press, 1970.
Underground Lifestyles Handbook. Aware Press, 1970.
Bounce Girl. Cameo Press, 1970