An diesem Tag

David Kindt

Deutscher Maler (1580–1652)

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David Kindt (* 1580 in Hamburg; † 26. Februar 1652 ebenda) war ein deutscher Maler des Barock.

David Kindt wurde als Sohn des Malers Johan Kindt, auch Johann oder Jan, und dessen Frau 1580 in Hamburg geboren. Über seine Kindheit, Jugend und Ausbildung ist wenig bekannt. Es ist anzunehmen, dass er von seinem Vater ausgebildet wurde. Sein Malstil ist geprägt von der flämischen und niederländischen Malerei. In der Literatur wurde er oft mit Rembrandt van Rijn, Anthonis van Dyck und Peter Paul Rubens verglichen. 1604, im Alter von 24 Jahren, hatte er schon Aufträge von den einflussreichsten Familien in Hamburg. Am 25. Januar 1605 erwarb er die Bürgerrechte, kurz darauf heiratete er. Am 27. Mai 1605 wurde er Meister des Maleramtes. Am 14. Juni hatte er mit Leonhardt Schers seinen ersten Lehrling. Im Jahre 1608 brach Schers den Vertrag und es kam zu Rechtsstreitigkeiten, die sich bis 1621 hinzogen. David Kindt muss viele Aufträge gehabt haben, denn bis Leonhardt Schers wegging, hatte er drei Lehrlinge gleichzeitig. Die Namen der anderen beiden Lehrlinge lauteten Bastian Kerch und Cordt Weyer. Bis 1613 fertigte er zwei Karten der Elbe an. 1614 restaurierte David Kindt für das Marien-Magdalenen-Kloster zwei Gemälde, die Adolf IV. darstellten. Eins zeigte Adolf IV. in voller Rüstung und das andere zeigte ihn als Mönch in einem Sarkophag. 1625 wurde David Kindt Bürgerkapitän der 2. Kompanie des Regiments St. Jacobi der Bürgerwache, das nach der Hauptkirche Sankt Jacobi benannt ist. Am 12. August 1629 wurde David Kindt zudem Ältermann des Maleramtes. 1631 muss er sich für die vier Porträts in Lebensgröße von Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf und dessen Frau Maria Elisabeth mehrere Monate im Schloss Gottorf in Schleswig aufgehalten haben, oder zumindest dort in der Nähe. 1637 legt er das Amt des Bürgerkapitäns wieder ab und am 9. Februar 1638 auch das Amt des Ältermannes. Am 30. August 1638 waren er und vier andere die Schaffer, die das 10. Konvivium (ähnlich wie die Schaffermahlzeit) ausrichteten. David Kindt besaß in Hamburg mehrere Häuser, eines davon war am Pferdemarkt, dem heutigen Gerhart-Hauptmann-Platz. In Hinschenfelde besaß er ebenfalls ein Haus mit Grundstück. David Kindt starb am 26. Februar 1652 und wurde am 4. März in der Hauptkirche Sankt Nikolai beigesetzt.

Im Hamburger Stadtteil Barmbek-Nord wurde 1929 die Straße Kindtsweg nach ihm benannt.

Der Vater von David Kindt, Johan Kindt († 20. Juni 1608 in Hamburg), auch Jan Kindt, war ebenfalls Maler. Er flüchtete wegen Religionsverfolgungen von Kortrijk im damaligen Herzogtum Brabant nach Hamburg, wo er am 10. Februar 1587 Amtsmeister wurde. In der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart befindet sich eine Zeichnung des Vaters mit dem Titel Minerva als Beschützerin der Malkunst (Inventarnummer: C 63/1201). Der Name der Familie lautete ursprünglich t'Kindt oder t'Kint. Ein Cousin von David Kindt hieß Pieter t'Kindt. Im Frühjahr 1605 heiratete David Kindt Anna Lange, Tochter des Prokurators und Fiskals Johannes Lange und dessen Frau Salome. Mit Anna hatte David Kindt neun Kinder, von denen ihn zwei Söhne überlebten, darunter der Sohn Hieronymus, der auch Maler wurde, jedoch unbekannt blieb.

Das mit Ölfarben auf Holz gemalte Gemälde Der reiche Mann und der Tod, das an der Nordwand im nördlichen Seitenschiff des Langhauses der Hauptkirche Sankt Jacobi in Hamburg hängt, wurde unten im Bild mit folgenden lateinischen Worten in weißer Farbe signiert:

Frei übersetzt bedeutet das: Im Jahre 1622 – D. Kindt hat es gemacht. Beim genauen Hinsehen stellt man fest, dass die Holztafel, auf der das Bild gemalt wurde, aus mehreren, aneinandergefügten Holzpaneelen besteht. In dem Rechnungsbuch der Sankt-Jacobi-Kirche kann man mehr erfahren, dort steht unter anderem in mittelniederdeutscher Sprache:

Übersetzt bedeutet das: David Kindt, dem Maler, für das Gemälde in der Kirche vom reichen Schlemmer aufs Neue mit Ölfarbe kunstreich zu malen, auch die Leisten mit drei Lagen umher stark zu vergolden, wozu er auch die Leisten, Paneelen mit dem Arbeitslohn dato verschaffte,.... Daraus kann man schließen, dass es schon ein Gemälde mit dem Namen gab, dass er auf einer Tafel aus neuen Paneelen abmalte oder ein neues mit demselben Titel schuf, wobei er sich vielleicht nicht an die vorherige Bildkomposition hielt. Man könnte auch daraus schließen, dass das alte Bild übermalt wurde, wobei dann die erwähnten Paneele für den Bilderrahmen waren, wovon Harry Schmidt in seiner Schrift Der Hamburger Maler David Kindt 1919 ausging. Er ging sogar so weit, dass er behauptete, das alte Gemälde sei von David Kindt nur etwas restauriert worden und der Anteil an dem Bilde nur sehr bescheiden, was aber reine Spekulation ist, denn er kannte den Zustand des alten Gemäldes nicht. Er erwähnte in seiner Schrift, dass Alfred Lichtwark 1898 in dessen Schrift Das Bildnis in Hamburg schrieb, der reiche Mann auf dem Gemälde trüge ein Gewand aus dem 16. Jahrhundert, was aber nicht stimmt. Hier scheint sich auch Alfred Lichtwark zu irren, denn wenn man zum Beispiel das geschlitzte Federbarett betrachtet, findet man ähnliche auf Bildern aus dem 17. Jahrhundert von David Kindts Zeitgenossen Pietro della Vecchia, Anthonis van Dyck, Gerard Dou oder Rembrandt van Rijn, selbst noch Jahrzehnte nach 1622. Bei dem Zeitgenossen Frans Francken dem Jüngern findet man auf dessen Gemälde Lazarus und der reiche Geizhals ein solches Hemd, einen ähnlichen Mantel und ein ähnliches geschlitztes Barett. Die Kleidung scheint 1622 also eher modern, als aus dem vorherigen Jahrhundert gewesen zu sein, oder zumindest nicht ungewöhnlich für diese Zeit. Nach David Kindt haben sich sicherlich mehr oder minder gute Restauratoren an dem Gemälde zu schaffen gemacht, sodass vielleicht viele Teile, die er gemalt hatte, übergemalt wurden. Bei dem unteren rechten Engel scheint ein Teil des Unterkörpers übermalt worden zu sein und die untere Schrifttafel ist auch nicht symmetrisch, wie sonst üblich. Auch da scheint die rechte Seite verändert worden zu sein. Letztendlich kann nur eine neue Untersuchung des Gemäldes durch Fachleute alle falschen Schlüsse aus dem Weg räumen, durch Röntgen oder mit modernen Mitteln wie zum Beispiel vielleicht der Makro-Röntgenfluoreszenzanalyse (wenn sie auch bei Tafelbildern angewendet werden kann), die 2012 erstmals bei einem Blumenstillleben von Vincent van Gogh von Mitarbeitern des Deutschen Elektronen-Synchrotrons angewandt wurde, oder der Radiokarbonmethode, mit der man das Alter der Holztafel bestimmen könnte.

In vielen Bildern haben Gegenstände oft eine Bedeutung und sollen etwas symbolisieren, deren Inhalt oft nicht gleich ersichtlich ist. Manche Gegenstände haben mehrere Bedeutungen. Die Gegenstände als Symbole sind in diesem Gemälde christlich zu lesen, sodass andere Bedeutungen wegfallen. Der Pfeil ist ein Symbol der Vergänglichkeit, wie auch das Stundenglas, das der als Skelett personifizierte Tod mit dem umgehängten Leichentuch in einer Hand hält, während die andere Hand mit dem Pfeil auf das Leben des Reichen zielt. Schon mit der Farbe seiner Kleidung wurde der Reiche als Sünder gekennzeichnet, denn die Farbe Rot symbolisiert die Sünde. Er sitzt an einem Tisch, der in zwei Hälften unterteilt ist, der linken mit einem Tischtuch und der rechten ohne Tischtuch. Auf der rechten Seite steht ein voller kleiner Geldsack und daneben liegen einzelne Münzen, die auf dem Tisch mehrere Stapel bilden. Auf dem Boden daneben steht noch ein verschnürter Geldsack im Dunkel des Hintergrundes der Szenerie. Eine längliche Obstschale steht in der Mitte auf dem Tisch. In der Schale befindet sich auf der rechten Seite ein Apfel, der sie Sünde und den Tod symbolisiert. Auf der linken Seite der Schale liegen Weintrauben, die vielleicht die Passion Christi symbolisieren könnten. Auf der linken Seite des Tisches befinden sich Brot und ein Glas Wein, welche die Vereinigung mit Christus versinnbildlichen. Das Brot symbolisiert den Leib und der Wein das Blut Christi. Eine Rose ohne Dornen liegt ebenfalls auf der linken Seite und symbolisiert Sündenfreiheit. Gleich daneben steht eine Blumenvase mit verschiedenen Blumen darin. Die beiden Margeriten (wenn es welche sind) symbolisieren die Blutstropfen Christi und die Tulpe Vergänglichkeit. Die anderen Blumen darin, die man schlecht einer Art zuordnen kann, werden vermutlich auch Vergänglichkeit symbolisieren. Vor dem Tisch, im Vordergrund des Bildes ist eine Spruchtafel abgebildet, die von zwei Engeln flankiert wird. Der rechte Engel ist dunkler gehalten, als befinde er sich im Schatten und starre ins Dunkel, während der linke Engel hell erleuchtet ist und ins Licht blickt. Auf der Tafel thront eine Jakobsmuschel, hinter der zwei gekreuzte Pilgerstäbe sich befinden.

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