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David Albahari

Serbischer Schriftsteller

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David Albahari (serbisch-kyrillisch Давид Албахари; * 15. März 1948 in Peć, Jugoslawien; † 30. Juli 2023 in Belgrad, Serbien) war ein serbischer Schriftsteller jüdischer Herkunft, der zeitweise in Kanada lebte.

David Albahari wurde in Peja (serbisch Peć) in der jugoslawischen autonomen Republik Kosovo geboren, als sein Vater, ein Gynokologe, am dortigen Krankenhaus angestellt war. Noch als Kleinkind zog die Familie nach Zemun, einem Stadtteil von Belgrad, wo er auch aufwuchs. Sein Vater war sephardischer Jude aus Smederevo. Seine Mutter stammte aus einer serbischen Familie in Bosnien, war aber als junge Frau zum Judentum übergetreten, weil sie in erster Ehe mit einem Juden aus Zagreb verheiratet war. Beide Eltern hatten während der deutschen Okkupation Jugoslawiens im Zweiten Weltkrieg ihre Ehepartner und Kinder verloren. Diese Familiengeschichte bildete oft das Material für Albaharis Literatur.

Er studierte an der Universität Zagreb Englische Literatur und Sprache. Sein erster Band mit Kurzgeschichten erschien 1973. Sein Buch Opis smrti (1982; dt. Beschreibung des Todes, 1993) wurde 1982 mit dem Ivo Andrić-Preis ausgezeichnet, der Roman Mamac (1996; dt. Mutterland, 2002) erhielt 1997 den NIN-Preis, 1998 den Balkanica-Preis und 2006 (mit seinen Übersetzern Mirjana und Klaus Wittmann) den Brücke Berlin Literatur- und Übersetzerpreis. Der Roman Životinjsko carstvo (dt. 2017 als Das Tierreich) erhielt 2014 den Isidora-Sekulić-Preis. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Albahari arbeitete als Literaturübersetzer aus dem Englischen und übersetzte u. a. Nabokov, Updike und Shepard ins Serbische.

Albahari übernahm 1991 das Amt des Vorsitzenden des Verbandes der jüdischen Gemeinden Jugoslawiens. In dieser Funktion war er maßgeblich an der Evakuierung der Juden Sarajevos aus der belagerten Stadt beteiligt.

1994 siedelte er zusammen mit seiner Familie nach Calgary, Kanada über. Albahari betrachtete sich selbst nicht als Flüchtling oder Exilant und er verbrachte weiterhin regelmäßig Zeit in Zemun, einem Stadtteil von Belgrad, wo er aufgewachsen war und der eine wichtige Rolle in seinen Büchern spielt. 2013 kehrte er wieder nach Belgrad zurück.

Albahari war an Parkinson erkrankt. Die Krankheit thematisierte er in seinem 2020 erschienenen Roman Heute ist Mittwoch, anhand einer Figur, die im Tito-Regime an Verbrechen beteiligt war, nach einer Denunziation jedoch selbst in einem Lager landet und im Alter an Parkinson erkrankt.

Der Schriftsteller war Teilnehmer beim Internationalen Literaturfestival Berlin 2004. Bei der Leipziger Buchmesse 2012 war er erneut in Deutschland. 2022 wurde Albahari der serbische Aleksandar Tišma International Literary Prize zuerkannt.

Werke (Auswahl in deutscher Übersetzung)

Beschreibung des Todes. Aus dem Serb. von Ivan Ivanji. Wieser, Klagenfurt 1993

Tagelanger Schneefall. Aus dem Serb. von Mirjana, Klaus Wittmann. Zsolnay, Wien 1997

Wind vorm Fenster. Erker, St. Gallen 1998

Mutterland. Aus dem Serb. von Mirjana und Klaus Wittmann. Eichborn, Frankfurt 2002; überarb. Übers.: Schöffling, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-89561-427-9

Götz und Meyer. Aus dem Serb. von Mirjana, Klaus Wittmann. Eichborn, Frankfurt 2003

Fünf Wörter. Aus dem Serb. von Mirjana, Klaus Wittmann. Eichborn, Frankfurt 2005

Die Ohrfeige. Aus dem Serb. von Mirjana, Klaus Wittmann. Eichborn, Frankfurt 2007

Ludwig. Aus dem Serb. von Mirjana, Klaus Wittmann. Eichborn, Frankfurt 2009

Die Kuh ist ein einsames Tier. Aus dem Serb. von Mirjana, Klaus Wittmann; Eichborn, Frankfurt 2011, ISBN 978-3-8218-6153-1

Der Bruder. Aus dem Serb. von Mirjana, Klaus Wittmann. Schöffling & Co., Frankfurt 2012, ISBN 978-3-89561-425-5

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