An diesem Tag

David

Nachfolger Sauls, zweiter König von Israel

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David (hebräisch דָּוִד und דָּוִיד Dāwid) war laut 1. und 2. Buch Samuel, dem 1. Buch der Könige und dem 1. Buch der Chronik des Tanach König von Juda und als Nachfolger Sauls auch von Israel. David soll um 1000 v. Chr. gelebt haben und gilt als Verfasser zahlreicher Psalmen, der Davidpsalmen. Aus der prophetischen Zusage eines ewigen Bestands der Daviddynastie (2 Sam 7 ) entwickelte sich die biblische Messias-Erwartung, die im Judentum eine große Bedeutung hat.

Der Name דָּוִד Dāwid leitet sich entweder von ידד jdd „lieben“ bzw. דּוֹד dōd „Geliebter“ ab, oder von דּוֹד dōd „Vaterbruder“, „Onkel väterlicherseits“, was ein Verständnis als Ersatzname impliziert, der Neugeborene wird anstelle eines verstorbenen Onkels gesetzt.

In der Septuaginta lautet der Name Δαυίδ Dauíd, in der Vulgata David. Der Koran gibt den Namen als داود und داوود Dāwūd wieder. Als twti erscheint der Name als Bezeichnung eines Ausländers auf einer ägyptischen Stele aus der Zeit um 1750 v. Chr.

David wurde als jüngster Sohn Isais (Jesse) in Bethlehem geboren. Bereits als Knabe salbte ihn Samuel zum künftigen König. Bald kam er an den Hof Sauls, was in der Bibel in zwei sich gegenseitig ausschließenden Varianten erzählt wird. In der ersten (1 Sam 16,14–23 ) lässt Saul ihn holen, um sich durch Davids Spiel auf der „Harfe“ Kinnor aufmuntern zu lassen, denn er wurde „durch einen vom Herrn gesandten bösen Geist geplagt“. Unmittelbar daran (1 Sam 17 ) schließt sich die bekannte Erzählung vom Sieg über den Riesen Goliat an: Der Hirtenjunge David, der eigentlich nur seinen im Heer dienenden Brüdern Brot und Käse bringen sollte, ertrug die lästerlichen Verhöhnungen des Vorkämpfers der Philister nicht. Er wurde Saul vorgestellt und mit dessen Rüstung ausgestattet, verzichtete jedoch auf diese und tötete den in Bronze und Eisen gepanzerten Philister (ein Hinweis auf die beginnende Eisenzeit im östlichen Mittelmeerraum) mit einer einfachen Steinschleuder. Daraufhin erkundigte sich Saul, wessen Sohn dieser tapfere Junge sei, und ließ ihn an seinen Hof kommen. An anderer Stelle (2 Sam 21,19 , 1 Chr 20,5 ) wird die Goliatstötung einem Elhanan zugeschrieben, was verschiedentlich interpretiert wurde: Elhanan sei entweder der tatsächliche Held gewesen; oder aber ein Kampfname Davids.

Am Hof zog David bald den Neid Sauls auf sich, da er als größerer Held erschien als der König. Saul versuchte deshalb mehrmals, ihn zu töten. David wurde von Saul in ein Gefecht gegen die Philister entsandt, aus dem er ihm 100 Vorhäute von getöteten Philistern bringen sollte. Saul ging davon aus, dass David dort sterben würde. Falls es ihm jedoch gelänge, die Vorhäute zu erbeuten, versprach Saul ihm seine Tochter Michal zur Frau. David brachte Saul sogar 200 Vorhäute von getöteten Philistern; damit war die Ehe von David und Michal besiegelt (1 Sam 18,17–28 ). Michal warnte David vor weiteren Mordabsichten ihres Vaters (1 Sam 19,11-18 ) und verhalf ihm zur Flucht. Auch Sauls Sohn Jonatan, mit dem David eng befreundet war (1 Sam 19,1–7 ), unterstützte ihn.

David schlug sich als Bandenführer durch und wurde von Saul mit 3000 auserwählten Soldaten gejagt. In den Höhlen von En Gedi begab sich der König für seine Notdurft zufällig genau in die Höhle, in der sich David und seine Leute versteckt hielten. Doch statt ihn zu ermorden, wie es seine Bande forderte, schnitt David lediglich einen Zipfel des königlichen Gewandes ab. Diesen Zipfel präsentierte er Saul vor der Höhle als Zeichen seiner Loyalität. Tief gerührt prophezeite ihm der König, dass er dereinst König nach ihm werden würde, und ließ ihn schwören, seinem Geschlecht und Namen kein Leid anzutun. Daraufhin ließ er ihn ziehen. In der Folge verdingte sich David als Lehnsmann bei den Philistern. Während seines Aufenthaltes ging er gegen Räuberbanden in der Wüste vor. David verschonte Saul zum zweiten Mal, als er sich in Sauls Lager schlich und zum Zeichen seiner Überlegenheit nur dessen Spieß und Wasserkrug entwendete. Durch die zweimalige Verschonung Sauls macht der anonyme Verfasser der Erzählung Davids Respekt vor dem Königtum Nord-Israels sinnfällig. Das erleichterte den nord-israelitischen Stämmen später im Gegenzug auch das Königtum Davids anzuerkennen, das sich zum Schluss auf Nord- und Südreich erstreckte.

Als die Philister (vgl. Seevölker) gegen Israel rüsteten, verzichteten sie auf Davids Unterstützung, da sie ihm nicht trauten. Saul starb im Kampf gegen die Philister. Mit ihm fiel sein Sohn Jonatan, von dem David später sagte, seine Liebe habe ihm „mehr als Frauenliebe“ bedeutet (2 Sam 1,26 ). Da es nun keinen Thronfolger mehr gab, salbten die Ältesten der Israeliten David in Hebron zum König (2 Sam 5,3 ). Zum König über den Südstamm Juda hatte ihn der Prophet Samuel bereits Jahre vorher in Bethlehem gesalbt (1 Sam 16,1 ). Die Selbstverständlichkeit, mit der eine Spaltung Israels in ein Nord- und ein Südreich schon für Davids Lebenszeit berichtet wird, lässt den Schluss zu, dass diese Zweiteilung, die die Bibel erst für die Zeit nach dem Tode Salomos bezeugt, womöglich wesentlich älter war.

Durch politische Schachzüge und die Ausschaltung oder Bindung an sich überging David die Nachkommen Sauls: Er wurde auch zum König über Israel, das allerdings ein selbständiges Königreich blieb. Beide Reiche waren in Personalunion miteinander verbunden. David eroberte nun Jerusalem, das genau auf der Grenze zwischen beiden Teilreichen lag. Dadurch gehörte die Stadt zu keinem der zwölf Stammesgebiete, sondern gehörte als Krongut dem König allein.

Nach der Festigung seiner politischen Macht brachte David die Bundeslade, die bis dahin in der Stiftshütte in Schilo aufbewahrt worden war, nach Jerusalem, um die dortige Priesterschaft zu schwächen und Jerusalem auch zum religiösen Zentrum des Reiches zu machen. David führte eine Reihe von überwiegend erfolgreichen Kriegen gegen Israels Nachbarvölker, die meist sein Neffe Joab für ihn führte. So entstand ein Großreich, das im Norden Baalbek und Damaskus, im Osten Moab, im Süden das Gebiet bis zum Roten Meer und im Westen das Land bis zum Mittelmeer umfasst haben soll. Die Eroberung der Philistergebiete an der Küste zwischen Gaza und Jaffa gelang aber nicht.

Zur Zeit eines Feldzugs gegen die Ammoniter schlief David mit Batseba, der Frau von Urija, einem Hethiter, der einer seiner Offiziere war. Ihr Ehemann befand sich zu der Zeit fernab vor dem belagerten Rabba. Als David erfuhr, dass Batseba von ihm schwanger war, ließ er Urija in der Hoffnung nach Jerusalem zurückkehren, dieser würde mit Batseba schlafen und das Kind später als eigenes anerkennen. Urija weigerte sich jedoch, das eigene Haus zu betreten und bei seiner Frau zu schlafen, solange die Kriegshandlungen andauerten und den anderen Soldaten dieses Vorrecht verwehrt sei. Womöglich durchschaute er auch Davids Absicht.

Daraufhin befahl David dem Joab in einem von Urija persönlich überbrachten Brief (dem sprichwörtlich gewordenen Uriasbrief), Urija an die vorderste Front zu stellen und sich dann von ihm zurückzuziehen, damit er falle. Diesmal ging Davids Plan auf, und er heiratete die Witwe. Sie war nach Sauls Tochter Michal, Abigail aus Maon und Ahinoam aus Jesreel, Haggit, Egla, Abital und Maacha, der Tochter des Königs Tamaris von Geschur, Davids achte Frau. Der Prophet Natan drohte ihm dafür Gottes Strafe an, und das Kind Batsebas starb. Trotz seiner Sünde blieb David in der Darstellung des Buches Samuel der Liebling Gottes, auch wenn ihm zur Strafe verwehrt blieb, den Jerusalemer Tempel zu bauen. Das blieb dem zweiten Kind vorbehalten, das Batseba dem David gebar, nämlich Salomo.

Ein anderer Sohn Davids, Absalom (auch: Abschalom), versuchte seinen Vater zu stürzen, was ihm auch beinahe gelang.

Der alte David bestimmte kurz vor seinem Tod auf Rat Batsebas und Natans (des Propheten) anstelle des ehrgeizigen Adonija Salomo zu seinem Nachfolger und ließ ihn zum König salben.

Als der hochbetagte König trotz zahlreicher Decken beständig fror, suchten seine Diener nach einem „unberührten“ Mädchen, das ihn bedient, pflegt und wärmt, indem es auf seiner Seite schläft. Sie fanden eine „überaus schöne“ junge Frau mit dem Namen Abischag aus dem Dorf Schumen. Doch König David „erkannte sie nicht.“(1 Kön 1,4 )

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