Daniel Francis „Dan“ Haggerty (* 19. November 1942 in Pound, Wisconsin; † 15. Januar 2016 in Burbank, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler. Er wurde vor allem durch die Hauptrolle des bärtigen Einsiedlers James „Grizzly“ Adams in der Fernsehserie Der Mann in den Bergen bekannt.
Dan Haggertys Eltern ließen sich früh scheiden, sein Vater arbeitete als Filmtechniker in Hollywood. Er selbst sollte auf Wunsch seiner Eltern zunächst Priester werden, verließ das Priesterseminar in San Francisco jedoch bereits nach kurzer Zeit und arbeitete stattdessen auf einer Ranch. Diese trainierte Tiere für Film- und Fernsehauftritte, was dazu führte, dass Haggerty schließlich im Filmgeschäft Fuß fassen konnte. So arbeitete er als Tiertrainer und Stuntman unter anderem an der Fernsehserie Tarzan (1966–1968) mit Ron Ely in der Hauptrolle.
Ab Mitte der 1960er-Jahre ergatterte Haggerty kleinere Filmrollen als Schauspieler, u. a. in dem Teenie-Streifen Muscle Beach Party und im Elvis-Presley-Film Kurven-Lilli. Er fiel dabei durch seine muskulöse Statur auf. 1969 hatte er einen winzigen, im Abspann ungenannten Auftritt als Hippie im Kultfilm Easy Rider. Seine eigentliche Hauptaufgabe am Filmset von Easy Rider war aber, die Motorräder zu bauen und zu warten. Er wirkte danach auch an weiteren Motorradfilmen mit.
Insbesondere seine Erfahrung als Tiertrainer führte zur Hauptrolle im Low-Budget-Film The Life and Times of Grizzly Adams als Mann, der in die Wildnis zu den Tieren zieht, nachdem er zu Unrecht des Mordes verdächtigt wird. Der Erfolg dieses Filmes führte zur Fernsehserie Der Mann in den Bergen (1977–1978), in der Haggerty gleichfalls die Hauptrolle des Einsiedlers James „Grizzly“ Adams hatte. Mehr noch als in den Vereinigten Staaten, wo die Serie nach nur zwei Staffeln eingestellt wurde, war sie im deutschsprachigen Raum sehr populär. In dem Fernsehfilm Grizzly Adams: Auf der Flucht kehrte er 1982 noch einmal in die Rolle zurück.
Danach war Haggerty als Gaststar in Serien wie Drei Engel für Charlie oder Love Boat zu sehen, hatte aber nicht nochmal eine ähnlich populäre Rolle. Er wurde in der Folge noch mehrfach auf Einsiedler oder Männer aus dem Wilden Westen getypecastet. Eine Haftstrafe von 90 Tagen wegen des Besitzes von Kokain im Jahr 1984 beeinträchtigte seine Karriere ebenfalls. Er spielte in einer Reihe von B-Movie-Horrorfilmen, so war er 1989 Hauptdarsteller und Mitproduzent des Weihnachts-Horrorfilmes Elves, in dem dämonische Elfen Menschen angreifen. Haggerty arbeitete bis zu seinem Tod sporadisch als Schauspieler, insgesamt umfasst sein filmisches Schaffen als Schauspieler rund 65 Film- und Fernsehproduktionen. Neben der Schauspielerei hatte er ab 1991 auch ein eigenes Restaurant und vermarktete eine eigene Barbecue-Sauce.
Haggerty war zweimal verheiratet und hatte fünf Kinder. Seine zweite Frau Samantha starb 2008 bei einem Motorradunfall; er selbst hatte 1991 einen Motorradunfall mit lebensgefährlichen Verletzungen überstanden. Er starb 2016 im Alter von 73 Jahren an Krebs.
1965: Kurven-Lilli (Girl Happy)
1970: Die Rocker von der Boston Street (Angels Die Hard)
1974: Wenn der Nordwind bläst (When the North Wind Blows)
1974: Der Mann in den Bergen (The Life and Times of Grizzly Adams) (vor der Serie entstandener Film)
1977–1978: Der Mann in den Bergen (The Life and Times of Grizzly Adams, Fernsehserie, 37 Folgen)
1978: Die Kalte Hand des Schicksals (Desperate Women, Fernsehfilm)
1978: Terror aus den Wolken – Killer Bienen 2 (Terror Out of the Sky, Fernsehfilm)
1981: Helden der Straße (King of the Mountain)
1981: Drei Engel für Charlie (Charlie’s Angels, Fernsehserie, Folge: Waikiki Angels)
1982: Grizzly Adams: Auf der Flucht (The Capture of Grizzly Adams, Fernsehfilm)
1983: Love Boat (Soap-Fernsehserie, Folge: Weltmeister im Küssen)
1986: Entführt und gepeinigt (Abducted)