Ralph Dale Earnhardt, Sr. (* 29. April 1951 in Kannapolis, North Carolina; † 18. Februar 2001 in Daytona Beach, Florida) war ein US-amerikanischer NASCAR-Rennfahrer und der Vater von Kerry, Kelley Earnhardt Elledge, Dale Jr. sowie Taylor Earnhardt. Zudem war er Gründer seines eigenen Teams Dale Earnhardt, Inc. Die Vorfahren der Familie Earnhardt (Ehrenhardt) stammen aus dem deutschen Ilbesheim.
Bekannt ist Earnhardt vor allem durch seine Erfolge im Winston Cup, der höchsten Rennserie der NASCAR, den er insgesamt sieben Mal gewann, ebenso wie Richard „The King“ Petty und Jimmie Johnson. Zudem gewann er 76 Rennen, darunter das Daytona 500 der Saison 1998. Bekannt war er zudem durch seinen äußerst aggressiven Fahrstil, welcher ihn bei vielen NASCAR-Fans populär machte. Von Reportern und Fans wurde er unter anderem „Ironhead“ (Eisenkopf), „Mr. Restrictor Plate“ (Mr. Luftmengenbegrenzer; bezogen auf die Rennen mit Einsatz von Luftmengenbegrenzern in Daytona und Talladega), „The Man in Black“ (Der Mann in Schwarz) sowie insbesondere „The Intimidator“ (Der Einschüchterer) genannt.
Earnhardt starb bei einem Unfall in der letzten Runde des Daytona 500 der Saison 2001 und war damit der vierte Fahrer, der innerhalb von neun Monaten nach dem Tod von Adam Petty ums Leben kam. Diese Tragödie sorgte letztlich mit dafür, dass NASCAR den Fokus auf Sicherheit intensivierte, unter anderem durch die Installation der sogenannten SAFER Barriers, das heißt einer zweiten, vorgelagerten und nachgebenden Außenmauer in den Kurven, rigorosen neuen Bestimmungen in Bezug auf die Sicherheitsgurte und die Einführung des HANS-Systems, sowie letztlich die Entwicklung eines neuen, sicheren Rennwagens, dem Car of Tomorrow.
Earnhardt wurde in Kannapolis, North Carolina als Sohn von Martha Coleman und Ralph Earnhardt, einem der besten Short-Track-Fahrer in North Carolina, geboren. Obwohl Ralph nicht wollte, dass sein Sohn in seine Fußstapfen tritt, konnte er ihn nicht dazu überreden, seinen Traum vom Rennfahren aufzugeben. So verließ Earnhardt die High School, um Rennen zu fahren. Sein Vater unterstützte ihn daraufhin und war ihm ein strenger Lehrer, was das Rennfahren anbelangt. Noch Jahre nachdem sein Vater Ralph 1973 an einem Herzinfarkt gestorben war, glaubte Earnhardt, dass er sich noch seinem Vater beweisen müsse.
Im Alter von 17 Jahren heiratete Earnhardt seine erste Frau Latane Key im Jahre 1968. Sein erster Sohn Kerry wurde 1969 geboren. Bereits ein Jahr später folgte die Scheidung. Im Jahre 1971 heiratete Earnhardt seine zweite Frau Brenda Gee, die Tochter des NASCAR-Autobauers Robert Gee. Zusammen mit ihr hatte er zwei Kinder: Tochter Kelley wurde 1972 geboren, sein Sohn Dale Jr. kam 1974 zur Welt. Nur kurze Zeit später ließ er sich von Brenda scheiden. Anschließend heiratete er seine dritte und letzte Frau, Teresa. Die gemeinsame Tochter Taylor Nicole kam 1988 zur Welt.
Kerry hat zwei Söhne namens Bobby Dale (* 1987) und Jeffrey (* 1989), die somit Dales Enkel sind.
Dale Earnhardt feierte sein Debüt im Winston Cup in der Saison 1975 beim World 600 auf dem Charlotte Motor Speedway. Er startete in einem Rennwagen von Ed Negre und beendete das Rennen auf Platz 22, einem Rang vor seinem späteren Wagenbesitzer Richard Childress. Bis zur Saison 1979 ging Earnhardt in acht weiteren Rennen an den Start, bevor er für Rod Osterlund Racing seine Rookie-Saison absolvierte.
In dieser Saison erzielte Earnhardt einen Sieg, vier Pole-Positionen, elf Top-5-Ergebnisse, 17 Top-10-Ergebnisse und wurde Siebter in der Meisterschaft, obwohl er vier Rennen wegen eines gebrochenen Schlüsselbeins aussetzen musste. Mit diesen Leistungen sicherte er sich den Titel des Rookie of the Year.
In seiner zweiten Saison startete Earnhardt mit seinem 20-jährigen Crew Chief Doug Richert mit einem Sieg beim Busch Clash. Mit Siegen in Atlanta, Bristol, Nashville, Martinsville und Charlotte gewann er seine erste Meisterschaft im Winston Cup. Bis zum heutigen Tag ist Earnhardt der einzige Fahrer, der in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den Titel des Rookie of the Year und die Meisterschaft gewonnen hat.
Nachdem Osterlund sein Team während der Saison 1981 an J. D. Stacy verkauft hatte, wechselte Earnhardt zu Richard Childress Racing und wurde Siebter in der Meisterschaft, obwohl er nicht ein Rennen gewann. Auf Anraten von Richard Childress tat sich Earnhardt für die Saison 1982 und 1983 mit Wagenbesitzer Bud Moore zusammen. Während der Saison 1982 kam er ins Straucheln, denn neben seinem Sieg in Darlington kam er in 15 Rennen nicht ins Ziel, so dass er nur Zwölfter in der Meisterschaft wurde, das war das schlechteste Ergebnis seiner Karriere. 1983 kehrte er zurück und gewann sein erstes von zwölf Gatorade Duels. Mit Siegen in Nashville und Talladega belegte er am Ende der Saison Platz acht in der Meisterschaft.
Rückkehr zu Richard Childress Racing
Nach der Saison 1983 kehrte Earnhardt zu Richard Childress Racing zurück und tauschte mit Ricky Rudd das Team, der im Gegenzug zu Bud Moore in die Startnummer 15 wechselte. Earnhardt übernahm die Startnummer 3, die zuvor von Rudd gefahren und durch ihn bekannt geworden war. Sponsor beider Wagen war Wrangler. Während der Jahre 1984 und 1985 fuhr Earnhardt insgesamt sechs Mal in die Victory Lane und siegte in Talladega, Atlante, Richmond, Martinsville sowie zweimal in Bristol. Er beendete die Saisons jeweils als Vierter beziehungsweise Achter.
Die Saison 1986 sollte Earnhardts zweite Meisterschaftssaison werden, in der er die erste Meisterschaft für den Wagenbesitzer Richard Childress einfuhr. Während der Saison gewann er fünf Rennen, erzielte zehn Top-5- und 16 Top-10-Ergebnisse. In der darauffolgenden Saison verteidigte er mit elf Siegen und 489 Punkten Vorsprung die Meisterschaft vor Bill Elliott. Dabei stellte er mit vier Siegen in aufeinanderfolgenden Rennen und fünf Siegen in den ersten sieben Saisonrennen zwei neue Rekorde in der modernen Ära von NASCAR auf. Die Saison 1987 war es auch, die ihm seinen bekanntesten Spitznamen The Intimidator einbrachte, als er Bill Elliott im letzten Segment des „Winston“, einer Sonderveranstaltung, in der es nur um Preisgeld und nicht um Meisterschaftspunkte geht, aus dem Weg drehte und sich somit den Sieg sicherte.
In der Saison 1988 ging Earnhardt mit GM Goodwrench als neuem Sponsor an den Start, der Wrangler ersetzte. Während dieser Saison bekam er seinen zweiten Spitznamen, The Man in Black, aufgrund des schwarzen Farbschemas, in dem sein Wagen mit der Startnummer 3 lackiert wurde. Oftmals wurde er auch als „Darth Vader“ aufgrund seines schwarzen Rennoveralls und Wagenlackierung bezeichnet, zusätzlich zu seinem Ruf andere Fahrer einfach aus dem Weg zu räumen, wenn er sie nicht überholen konnte. Mit drei Saisonsiegen belegte Earnhardt am Ende der Saison Platz drei in der Meisterschaft hinter Bill Elliott und Rusty Wallace. In der Saison 1989 gewann er insgesamt fünf Rennen, aber ein Dreher gegen Ende des Rennens in North Wilkesboro war es, der ihm schließlich die Meisterschaft kostete, die sich Rusty Wallace sicherte.
In die Saison 1990 startete Earnhardt mit vielverheißenden Siegen im Busch Clash und dem Sieg in seinem Gatorade Twin 125. Gegen Ende des Daytona 500 führte er mit vier Sekunden Vorsprung, als wenige Runden vor Schluss die letzte Gelbphase ausgerufen wurde. Als das Rennen wieder freigegeben wurde, führte er vor Derrike Cope. In der letzten Runde fuhr Earnhardt in der letzten Kurve vor dem Ziel über ein Stück Metall und beschädigte sich einen Reifen. Cope gewann das Rennen, während Earnhardt Fünfter wurde. Für den Rest der Saison hängte das Team den Reifen, der ihnen den Sieg beim Daytona 500 gekostet hatte, zur Motivation in der Werkstatt auf. Im Verlauf der Saison gewann Earnhardt neun Rennen und sicherte sich mit 26 Punkten Vorsprung seinen vierten Meistertitel vor Mark Martin. Zusätzlich gewann er auch noch das Winston. Es war sein zweiter Sieg in diesem Rennen und Earnhardt wurde der erste Fahrer, der dieses Showrennen zweimal gewinnen konnte.