Cynthia Ann Stephanie „Cyndi“ Lauper (* 22. Juni 1953 in Queens, New York City, New York) ist eine US-amerikanische Sängerin, Songschreiberin und Schauspielerin. In den 1980er Jahren feierte sie mit Hits wie Girls Just Want to Have Fun, Time After Time, She Bop, All Through the Night, True Colors, Change of Heart und I Drove All Night internationale Erfolge.
Cynthia Lauper kam am 22. Juni 1953 in New York zur Welt. Ihr Vater war der schweiz- und deutschstämmige Fred Lauper, ihre Mutter die aus Sizilien in Süditalien stammende Cathrine Dominique (1930–2022), eigentlich Catarina Papaleone. Cyndi wuchs mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und den Geschwistern Fred und Ellen in einem Einwandererviertel im Stadtteil Queens in der 104th Street auf. Sie begeisterte sich sehr früh für Musik und lernte Gitarrespielen. Ihre schulischen Leistungen waren nach eigenen Angaben schlecht: Nach häufigem Schulwechsel gelang ihr ein Bildungsabschluss erst im vierten Anlauf.
Mit dem Verlassen ihres Elternhauses begann sie als Aushilfe im Secondhandladen einer Freundin zu arbeiten und entdeckte dort ihr Faible für extravagante Kleidung, das ihre spätere Musikkarriere beförderte – bei ihren ersten Auftritten rückte ihr schrilles Bühnen-Outfit in den Fokus der Berichterstattung. Während dieser Zeit lernte sie David Wolff kennen, mit dem sie ein kleines Appartement bewohnte. Er wurde nicht nur ihr Lebenspartner, sondern auch ihr Manager und begann, sie mit Schlüsselfiguren der Musikszene bekannt zu machen. Lauper tourte mit zahlreichen Coverbands durch die New Yorker Clubszene. In späteren Interviews äußerte sie sich abfällig über diese Zeit. Songs aus dieser Schaffensperiode, etwa Israel Lights, entsprachen nach eigenen Aussagen nicht ihrem musikalischen Stil, sah sie sich selbst doch als Rocksängerin. Die hohe Frequenz der Auftritte führte 1977 zu einer Überreizung ihrer Stimmbänder, die sie zu einer einjährigen Schaffenspause zwang.
1979 veröffentlichte Cyndi Lauper ihre erste Single, eine Coverversion des Fleetwood-Mac-Songs You Make Lovin' Fun. Diese Single erschien nur in geringer Stückzahl und Lauper selbst besaß jahrelang kein Exemplar. Erst Ende der 1990er Jahre erhielt sie von einem Fan diese Single als Geschenk überreicht. Ihr kommerzielles Debüt beurteilt sie selbst eher kritisch: Sie habe einfach nur singen und so klingen wollen wie die Fleetwood-Mac-Sängerin Stevie Nicks.
Als David Wolff sie im selben Jahr mit John Turi bekannt machte, sollte sich dies für ihre weitere Karriere als Glücksfall erweisen. Mit Turi, Johnny Murelli, Arthur Neilson und Lee Brovitz gründete sie die Band „Blue Angel“. In dieser Formation erschien bei Polydor ein Album gleichen Namens, das in den Niederlanden Platz 37 der Charts erreichte. Die Arrangements waren geprägt vom Stil der späten 1950er und frühen 1960er Jahre.
1979 entwickelte sich in den USA durch den enormen Erfolg von Pat Benatar ein neuer musikalischer Frauentyp, selbstbewusst und auch in der Lage, erfolgreichen Rock herauszubringen. Diese Entwicklung erleichterte es Cyndi Lauper, bei den Plattenfirmen Gehör zu finden.
1983 wurde sie von Epic Records unter Vertrag genommen, und Rick Chertoff produzierte mit ihr das Album She’s So Unusual, das über weite Teile von Mitgliedern der US-amerikanischen Folkrock-Formation The Hooters eingespielt wurde. Ihr Video Girls Just Want to Have Fun wurde auf MTV häufig gesendet und die Single wurde zu einem Hit. Auch das Album wurde ein Erfolg: She's So Unusual verkaufte sich weltweit 15 Millionen Mal und wurde damit zum seinerzeit erfolgreichsten Debütalbum eines Solokünstlers. Mit dem Erfolg wuchs auch Laupers Selbstbewusstsein – ihr oft belächelter Kleidungsstil prägte die Mode der 1980er Jahre entscheidend mit. Die Singles Girls Just Want to Have Fun und Time After Time – letztere zusammen mit dem „The Hooters“-Keyboarder Rob Hyman geschrieben, der im Studio auch die Zweitstimme übernahm – erreichten hohe Chartplatzierungen: Ihre Musikvideos werden als stilprägend für die Branche angesehen, sie gehörte zu den ersten MTV-Stars und absolvierte eine große Tournee durch die US-Bundesstaaten, während sie mit der Single She Bop einen landesweiten Skandal provozierte, indem sie das Thema Masturbation offen ansprach, was zu Boykotten zahlreicher Radiostationen führte – die daraus resultierende Bekanntheit war dem Single-Erfolg eher zuträglich. Die Promotion des Albums kostete nach Laupers Worten so viel Zeit, dass sie Familienmitglieder und Freunde in ihren Musikvideos mitspielen ließ, um mehr Zeit mit ihnen verbringen zu können.
Von 1984 bis 1985 trat Lauper in Wrestling-Shows der damaligen World Wrestling Federation auf, in denen sie als Managerin von Wendi Richter fungierte. David Wolff und der WWF-Boss Vince McMahon ermöglichten diese Auftritte. Später sagte Cyndi Lauper, dass es ihr Spaß gemacht, sie aber in ihren musikalischen Aktivitäten behindert habe. Deshalb blieb es auch bei wenigen Auftritten, u. a. bei der ersten WrestleMania.
Im Januar 1985 sang Lauper bei USA for Africa und lieferte im gleichen Jahr mit Good Enough einen Beitrag zu Richard Donners Film Die Goonies ab. Diese Mitarbeit führte zu einer Distanzierung von der Plattenindustrie. Das Einspannen in die Marketingmaschinerie, die den Film umgab, missfiel ihr. Beim Dreh des begleitenden Musikvideos zog sie sich eine schwere Erkältung zu, was sie zur Absage ihres Auftritts bei Live Aid zwang.
1986 kam mit True Colors Laupers zweites Album auf den Markt: Es zeigte die Sängerin zwar auch noch mit grell gefärbter Haarpracht, aber nach Einschätzung vieler Kritiker musikalisch und künstlerisch gereifter. Trotz der Hitsingle True Colors, die es bis auf Platz 1 der US-Charts schaffte, blieb das Album hinter den kommerziellen Erwartungen zurück. Dennoch markierte die begleitende Tournee nach eigener Einschätzung den Höhepunkt ihres Künstlerlebens. Die massiven Sicherheitsvorkehrungen führten zu einer zunehmenden Distanzierung von den Fans, was Lauper bewog, ihre Karriere in eine andere Richtung zu entwickeln. Dies machte sich auch in der privaten wie professionellen Trennung von David Wolff bemerkbar.
1988 stand Lauper für ihr Hollywood-Debüt Vibes – Die übersinnliche Jagd nach der glühenden Pyramide vor der Kamera. Der Auftritt handelte ihr harsche Kritik ein. Viele Beobachter sahen in dem Film lediglich ein rein auf den Star zugeschnittenes Vehikel ohne künstlerische Eigenständigkeit. Hole in My Heart, die Single aus dem Soundtrack zu diesem Film, zeigte noch einmal die grelle schrille Cyndi Lauper, konnte aber nicht an frühere Verkaufserfolge anknüpfen.
Im Anschluss daran begannen die Arbeiten zu dem Album A Night to Remember, das 1989 erschien. Lauper versuchte sich an einer Neudefinition ihres Images als elegant und sexy zugleich. Trotz großen Zuspruches aus der Musikbranche äußerte sich Lauper selbst im Nachhinein unzufrieden über die Produktion. Zwar schrieb sie die meisten Titel selbst, wurde aufgrund massiver Einflussnahme seitens der Plattenfirma allerdings in ein Korsett gepresst, das nicht ihrer Persönlichkeit entsprach. Auch die Fans taten sich schwer, die neue, elegante Cyndi Lauper zu akzeptieren. So blieb das Album weit hinter den Verkaufserwartungen zurück und Lauper trat den Rückzug in ihr Privatleben an.
Bis 1993 machte sie sich etwas rar, trat aber dennoch weiterhin auf und absolvierte 1990 einen Auftritt bei Roger Waters’ Aufführung von The Wall auf dem Potsdamer Platz in Berlin. 1990 war auch das Jahr, in dem sie ihren zweiten Spielfilm drehte: Moon Over Miami. Der Film wurde sowohl von den Kritikern als auch von Lauper selbst verrissen; jedoch lernte sie am Set David Thornton kennen und lieben: die beiden heirateten 1991.
Thornton war es auch, der sie überredete, ein neues Album aufzunehmen; so schaffte sie es, mit Hat Full of Stars 1993 ein Album herauszubringen, das ihren Vorstellungen entsprach und auch bei den Kritikern auf Zustimmung stieß. Ebenfalls 1993 sang Lauper den weiblichen Part auf der Single Boys Will Be Boys der Hooters.