An diesem Tag

Curtis E. LeMay

US-amerikanischer General

Anúncio

Curtis Emerson LeMay (* 15. November 1906 in Columbus, Ohio; † 1. Oktober 1990 in Riverside, Kalifornien) war ein US-amerikanischer General der United States Army Air Forces (bis 1947) sowie, nach der Separation der Truppenteile, der United States Air Force (ab 1947). LeMay war während des Zweiten Weltkrieges Befehlshaber von verschiedenen US-Bombereinheiten sowohl auf dem europäischen Kriegsschauplatz als auch auf dem pazifischen Kriegsschauplatz.

Nach Kriegsende 1945 förderte er die Entwicklung von Langstreckenbombern und baute zwischen 1948 und 1957 beziehungsweise im Rahmen des beginnenden Kalten Krieges maßgeblich das Strategic Air Command (SAC) der US Air Force auf, welches gegebenenfalls einen Atomkrieg gegen die Sowjetunion zu führen gehabt hätte. Zwischen 1961 und 1965 hatte LeMay außerdem den Posten des Generalstabschefs der US Air Force inne. Er gilt ferner als einer der führenden Koordinatoren der Luftbrücke nach Berlin 1948/49, die die Stadt vor dem sowjetischen Zugriff rettete.

LeMay wird, auch wegen seiner kompromisslosen Haltung hinsichtlich der Luftoffensive gegen Japan 1945 mit Brandbomben (siehe hierzu u. a. die Luftangriffe auf Tokio) sowie bezüglich der Operation Starvation, die er als Befehlshaber des auf den Marianen stationierten XXI Bomber Command entscheidend mit zu verantworten hatte, in der Geschichtsschreibung oftmals stark kritisiert.

LeMay wurde am 15. November 1906 in Columbus (US-Bundesstaat Ohio) geboren. Seine Eltern waren Erving Edwin LeMay und Arizona Dove (geborene Carpenter), es waren britisch- und im weiteren und entfernteren Sinne französischstämmige Hugenotten. Die Einkommensverhältnisse der Familie waren sehr begrenzt.

Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Schulzeit auf der Columbus South High School begann LeMay 1927 ein Studium zum Bauingenieur auf der Ohio State University, welches er später (1930) mit einem Bachelor abschloss. Im Oktober 1929, noch während seiner Studienzeit, trat er im Rang eines Second Lieutenant in die Air Corps Reserve (eine Vorgängerorganisation des Air Force Reserve Command) der United States Army Air Forces ein.

Ab 1930 wurde er durch die Air Corps Reserve auf dem Flugplatz Norton Field nahe Columbus zum Piloten ausgebildet, an diese Ausbildung schloss 1931/32 eine spezifischere Ausbildung zum Jägerpiloten (fighter pilot beziehungsweise seinerzeit auch als pursuit pilot bezeichnet) auf dem Flughafen Selfridge Field (heute Selfridge Air National Guard Base) nahe Mount Clemens an. Nach 1932 diente LeMay bis Anfang 1937 bei der 27th Pursuit Squadron (heute 27th Fighter Squadron); während dieser Zeit war er auch zeitweise auf Hawaii stationiert.

Im Jahr 1937 wechselte LeMay von den Jagdflugzeugen zu den Bomberstreitkräften. LeMay war zunächst als Navigator bei der 2nd Bombardment Group eingesetzt, dann später auch als Pilot, wobei er auch die ab 1938 neu eingeführten schweren Bomber des Typs Boeing B-17 steuerte. Hierbei zeichnete er sich durch gutes fliegerisches Können und Navigieren aus – im März 1938 flog er mit einer von mehreren Maschinen dieses Typs im Rahmen einer militärisch-diplomatischen Mission nach Buenos Aires (wofür die 2nd Bombardment Group später die Mackay Trophy erhielt); im Mai 1938 gelang es ihm zudem, mit drei B-17-Bombern das italienische Passagierschiff Rex rund 1.150 Kilometer weit von der US-Ostküste entfernt und mitten auf dem Nordatlantik zu lokalisieren und zu überfliegen. Das Unterfangen, das auch eine Art Machtdemonstration darstellte, sollte aufzeigen, dass es in der Praxis möglich wäre, mit schweren Bombern eine weiträumige beziehungsweise weit über das eigene Küstenvorfeld hinaus verlagerte Verteidigung der US-Küsten gegenüber möglichen gegnerischen Flottenkräften sicherzustellen.

Im Jahr 1940 war LeMay außerdem an der Erprobung des experimentellen schweren Bombers Boeing XB-15 beteiligt. Hierbei diente er als Navigator an Bord des Versuchsmusters – es wurde nur ein einziges Exemplar gefertigt und der Serienbau erfolgte nie –, als dieses, von der noch im Bau befindlichen Howard Air Force Base in Panama, einen Rundflug hin zu den Galapagosinseln und zurück unternahm.

In der Eskalationssphase des Luftkriegs gegen das Deutsche Reich während des Zweiten Weltkrieges kommandierte LeMay 1943/44 Bombereinheiten der 8. US-Luftflotte. Da die Bomberbesatzungen während der Einsätze oft „technische Probleme“ meldeten, ließ er verkünden, dass jeder abgebrochene Einsatz gegen deutsche Städte zu einem Prozess vor einem Kriegsgericht führen würde. Daraufhin ließ die Zahl der abgebrochenen Einsätze nach. LeMay entwickelte auch Taktiken, die Bomberbesatzungen vor feindlichem Beschuss schützen sollten. In dieser Zeit erwarb er sich den Spitznamen „Iron Ass“ (Eisenarsch oder Eiserner Esel).

Im Normalfall gingen die alliierten Bomberverbände auf Ausweichkurs, sobald sie unter Beschuss gerieten, auch wenn der Zielauftrag noch nicht ausgeführt war. Dieser Rückzug und der neuerliche Anflug auf das Ziel war aber für den Verband viel riskanter, als den Abwurf plangemäß durchzuführen. Ab August 1944 sorgte Curtis LeMay als Kommandeur des XX Bomber Command der Twentieth Air Force auch im Krieg gegen Japan für Verbesserung der Effizienz: US-Bomber hatten zunächst in Burma ihre Basis. In der Republik China musste ein Stützpunkt für das Wiederauftanken eröffnet werden; die Errichtung dieser Basis verlief im umkämpften China nur zögerlich. Zu oft kehrten die B-29 zurück, ohne die größtmögliche Menge an Treibstoff in China zurückgelassen zu haben. LeMay überzeugte das Luftwaffenkommando davon, auf den Pazifik-Inseln Saipan, Tinian und Guam Basen für Langstreckenbomber zu errichten. Diese lagen näher am japanischen Festland, somit mussten die Piloten keinen Tankstopp einlegen und konnten auch eine höhere Bombenlast mitnehmen.

Er wurde Kommandeur des XXI. Bomber Command und Oberbefehlshaber des strategischen Luftkriegs gegen Japan. Schließlich war er auch verantwortlich für den Einsatz von Napalmbomben gegen japanische Städte: Bei der Bombardierung von Tokio kamen in einer Nacht 100.000 Menschen ums Leben. Es handelte sich dabei um den schwersten jemals geflogenen Luftangriff.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde LeMay stellvertretender Leiter des Air Staff for Research and Development des Verteidigungsministeriums. 1947 wurde er nach Europa beordert, wo er die Position des Kommandeurs der US Air Forces in Europe (USAFE) übernahm. In dieser Funktion war er maßgeblich an der Organisation, Planung und Durchführung der Berliner Luftbrücke 1948/49 beteiligt.

Im Jahre 1949 kehrte er – nach der Beendigung der Berlin-Blockade – wieder in die USA zurück, wo er General George Kenney als Oberbefehlshaber des Strategic Air Command (SAC) ablöste.

Als er das SAC übernahm, bestand es aus wenigen und zudem auch noch unterbesetzten B-29-Bombergruppen. Diese Bomber (wie im Übrigen auch das militärische Personal) waren fast ausschließlich Veteranen des Zweiten Weltkrieges. Weit weniger als die Hälfte der vorhandenen Flugzeuge war überhaupt funktionsfähig bzw. flugtauglich. Die Mannschaften waren untrainiert und auf mögliche Einsätze kaum adäquat vorbereitet. Als LeMay einen Übungsangriff auf Dayton (Ohio) anordnete, verfehlten die meisten Bomber ihre Ziele um eine Meile oder mehr. Auch bedurfte es noch einiger Jahre des Experimentierens mit Nachfolgetypen der B-29 wie B-50, B-36 und B-47. Ab Mitte der 50er-Jahre stand dem SAC mit der Boeing B-52 ein geeigneter Interkontinentalbomber zur Verfügung.

Bis 1957 beaufsichtigte LeMay die Umwandlung und Neuorganisation des SAC in eine moderne leistungsfähige Luftstreitmacht, bestehend aus unterschiedlichen Typen von Bombenflugzeugen für strategische und taktische Einsätze. Im Zuge dessen wurden unter anderem neue Bombertypen entwickelt bzw. eingeführt, wobei er zusätzlich Verfahren zur Luftbetankung der Bomber einführen ließ. Daneben verbesserte er das Befehls- und Koordinierungssystem des SAC erheblich.

Im Jahre 1961 wurde er schließlich zum Chief of Staff of the Air Force (CSAF) ernannt und trat damit die Nachfolge von Thomas D. White an.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken