Der ICC Cricket World Cup 2019 wurde vom 30. Mai bis zum 14. Juli 2019 in England und Wales ausgetragen. Es war der zwölfte Cricket World Cup im vierjährlichen Turnierzyklus im One-Day International-Format, der vom Weltverband International Cricket Council (ICC) organisiert wird, und der fünfte in England. Das Land war zuvor Gastgeber der Cricket World Cups 1975, 1979, 1983 und 1999, mehr als jedes andere Land.
Zehn Cricket-Nationalmannschaften nahmen am Cricket World Cup 2019 teil: Der Gastgeber England, die sieben besten Mannschaften der ODI Championship (Australien, Bangladesch, Indien, Neuseeland, Pakistan, Sri Lanka und Südafrika), sowie die zwei besten Mannschaften des Cricket World Cup Qualifier 2018 (Afghanistan und die West Indies). Während des Cricket World Cup 2019 wurden 48 Spiele absolviert, darunter 45 in der Vorrunde und drei in der Finalrunde, einschließlich des Finales. Das Turnier begann am 30. Mai mit dem Eröffnungsspiel zwischen dem Gastgeber England und Südafrika im Londoner The Oval. Alle Mannschaften wurden einer Gruppe zugeordnet, wobei jedes Team einmal gegen die anderen der Gruppe antrat. Die vier besten Mannschaften der Gruppe erreichten hiernach das Halbfinale, dessen Gewinner im Finale am 14. Juli im Lord’s in London aufeinandertrafen. Dieser World Cup wurde im One-Day International-Format ausgetragen, wobei jedes Team jeweils ein Innings über maximal 50 Over bestritten hat. Ein ähnliches Format wurde zuvor beim Cricket World Cup 1992 in Australien und Neuseeland angewendet und auch der Cricket World Cup 2023 in Indien wird in diesem Format ausgespielt.
Australien, England, Indien und Neuseeland erreichten das Halbfinale. Neuseeland besiegte Indien und England den Titelverteidiger Australien, wonach der Gastgeber England das Finale im Lord’s in London gegen den Finalisten aus 2015 Neuseeland mit mehr Boundaries im entscheidenden Super Over und damit seinen ersten Titel gewann. Seit dem Cricket World Cup 1992 war es das erste Mal, dass im Finale zwei Mannschaften aufeinandertrafen, die zuvor noch keinen Cricket World Cup gewonnen hatten. England wurde nach Indien 2011 und Australien 2015 der dritte Gastgeber nacheinander, der das Turnier gewann. Außerdem war dies nach Fußball 1966 und Rugby Union 2003 der dritte Weltmeistertitel in einer der beliebtesten Sportarten Englands, den die jeweilige Nationalmannschaft gewinnen konnte. Lord’s war zum fünften Mal Austragungsort eines Finales, mehr als jedes andere Cricketstadion. Südafrika erreichte erstmals seit dem Cricket World Cup 2003 – der unter anderem in Südafrika stattfand – nicht die Finalrunde.
Der International Cricket Council hatte vor dem Cricket World Cup 2015 angekündigt, dass lediglich die zehn besten Cricketnationen an den Turnieren 2019 und 2023 teilnehmen durften. Dies zog große Kritik auf sich, da vor allem die Associate Member des ICC fürchteten, dass sie von der Qualifikation zum World Cup hinter den Test-Nationen zurückfallen würden. Begründet wurde dieser Schritt mit einer besseren Vermarktungsmöglichkeit des Wettbewerbes, da alle Teams dann wettbewerbsfähig wären. Hinzu kam, dass mit der Ernennung von Afghanistan und Irland zu Test-Nationen erstmals Vollmitglieder des ICC nicht an der Weltmeisterschaft teilnehmen können. Simbabwe qualifizierte sich erstmals seit 1979 nicht für einen Cricket World Cup. Erstmals in der Turniergeschichte war die Hälfte der teilnehmenden Mannschaften aus Südasien. Alle anderen Kontinente (Afrika, Amerika, Australien, Europa und Ozeanien) stellten je nur eine Nationalmannschaft.
Mit etwa 1,6 Milliarden Fernsehzuschauern weltweit war der Cricket World Cup 2019 der meistgesehene Cricket World Cup bisher. Das Spiel zwischen den „Erzrivalen“ Indien und Pakistan am 16. Juni 2019 in Old Trafford in Manchester sahen etwa eine Milliarde Fernsehzuschauer. Die 48 Spiele wurden von insgesamt 752.000 Zuschauern besucht, die drittmeisten bei einem Cricket World Cup nach den Turnieren 2023 und 2015.
Der ICC vergab die drei Weltmeisterschaften 2011, 2015 und 2019 am 30. April 2006. Dabei verlor die gemeinsame Bewerbung von Australien und Neuseeland zunächst in der Vergabe der Weltmeisterschaft 2011 mit drei zu zehn Stimmen gegen die gemeinsame Bewerbung von Bangladesch, Indien, Pakistan und Sri Lanka. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde dann Australien und Neuseeland der Zuschlag für die Austragung im Jahr 2015 gegeben, nachdem England sich ausschließlich für 2019 beworben hatte.
Die Bewerbung war Teil einer breit angelegten Strategie Großbritanniens, die vorsah, in der „Dekade des Sports“ möglichst viele sportlich hochkarätige Wettbewerbe der 2010er Jahre auszurichten. Dazu gehörten auch die Olympischen Sommerspiele 2012, die Rugby-League-Weltmeisterschaft 2013, die Commonwealth Games 2014, die Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2015 und die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 (die allerdings nach Russland vergeben wurde).
Zehn Cricket-Nationalmannschaften nahmen am Cricket World Cup 2019 teil, eine Verminderung gegenüber den 14 Teilnehmern der Cricket World Cups 2011 und 2015. Der Gastgeber und die sieben besten Mannschaften der ICC ODI Championship mit Stichtag 30. September 2017 qualifizierten sich automatisch für den Cricket World Cup. Australien, Bangladesch, England (Gastgeber), Indien, Neuseeland, Pakistan, Sri Lanka und Südafrika qualifizierten sich damit direkt für den Cricket World Cup 2019.
Afghanistan und Irland erhielten am 22. Juni 2017 vom International Cricket Council Test-Cricket-Status zuerkannt, beide Mannschaften mussten jedoch weiterhin an der Qualifikation zum Cricket World Cup teilnehmen. Aufgrund ihrer niedrigen Platzierung auf der ODI-Rangliste mussten die West Indies ebenfalls an der Qualifikation zum Cricket World Cup teilnehmen, was ihnen in der ICC ODI Championship gelang.
83 Nationalmannschaften nahmen an der Qualifikation um die zwei verbliebenen Plätze für den Cricket World Cup teil, wovon schließlich zehn am Cricket World Cup Qualifier 2018 in Simbabwe teilnahmen. Die West Indies qualifizierten sich als erste Mannschaft, nachdem sie Schottland mit fünf Runs nach der Duckworth-Lewis-Stern Method besiegten. Afghanistan folgte den West Indies ins Turnier mit einem Sieg gegen Irland von fünf Wickets, wodurch sowohl Irland als auch Simbabwe ausschieden. Damit verpasste Simbabwe erstmals seit 1983 ein Cricket World Cup. Damit konnten sich erstmals zwei Test-Cricket-Länder – Irland und Simbabwe – nicht für einen Cricket World Cup qualifizieren. Außerdem war der Cricket World Cup 2019 das erste Turnier ohne assoziierte Mitglieder. Die zehn teilnehmenden Mannschaften hatten auch am Cricket World Cup 2015 teilgenommen, wodurch es keine Debütanten gab.
Der englische Verband ECB sah in seiner Planung aus dem Jahr 2014 zunächst elf Stadien für den Wettbewerb vor. Hinzu kam der Plan, dass das London Stadium für einzelne Spiele genutzt werden könnte, wenn der Weltverband seine Zustimmung gibt. Die Zustimmung des ICC erfolgte im Januar 2017, eine endgültige Entscheidung, die zunächst im Juli 2017 erfolgen sollte, wurde jedoch weiter aufgeschoben. Im Rahmen der Bestätigung des Spielplans wurde am 25. April 2018 bekannt, dass der ECB auf Grund von Unwägbarkeiten (erstmalige Benutzung von Drop-In-Pitches in England, Veränderung der Flutlichtwinkel, hohe Kosten für die Umwandlung des Outfields, Sonneneinstrahlwinkel) auf Austragungen im London Stadium verzichtete. Am 26. April 2018 gab der International Cricket Council die endgültige Stadionliste bekannt. England trug 44 Spiele in zehn Stadien aus, während vier Spiele in einem Waliser Stadion stattfanden.
Der Cricket World Cup 2019 wurde über 47 Tage zwischen zehn verschiedenen Mannschaften über 46 Spiele ausgetragen. Er begann am 30. Mai 2019 im The Oval in England mit dem Eröffnungsspiel zwischen dem Gastgeber England und Südafrika. Das Turnier endete am 14. Juli im The Oval in London mit dem Finale zwischen England und Neuseeland, wobei England die ICC Cricket World Cup Trophy gewann. Ein ähnliches Format kam beim Cricket World Cup 1992 zu Anwendung, damals nahmen jedoch neun statt zehn Mannschaften teil.