An diesem Tag

Corona (Heilige)

Märtyrin und Heilige

Anúncio

Die heilige Corona (Korona) oder auch Stephana (* um 160 in Ägypten oder Syrien; † 177) soll Legenden nach eine frühchristliche Märtyrerin gewesen sein. Sie ist nach katholischer Betrachtung die Patronin des Geldes, der Metzger und Schatzgräber. Das Patronat in Geldangelegenheiten verdankt sie ihrem Beinamen, der auf Deutsch „Krone“ bedeutet, eine Bezeichnung für verschiedene Währungen. Der Name Corona wird als symbolischer Beiname gedeutet, als Hinweis auf die Märtyrerkrone.

Angaben über das Leben der Corona oder Stephana sind nicht historisch fassbar, sondern lediglich in verschiedenen Legenden überliefert. Der Tradition zufolge soll die Frau mit dem Beinamen Corona zur Zeit der Christenverfolgungen das Martyrium im Alter von 16 Jahren gemeinsam mit dem ebenfalls heiliggesprochenen Soldaten Victor von Siena erlitten haben. Während dieser gemartert wurde, soll die als Braut eines seiner Kameraden vermutete Corona ihn getröstet und ermutigt haben. Als sie von dem ägyptischen Statthalter Sebastian aufgefordert wurde, den römischen Göttern zu opfern, soll sie geantwortet haben: „Ich werde Corona genannt und du möchtest mich überreden, meine Krone (corona) zu verlieren?“ Darauf wurde sie festgenommen und hingerichtet, indem man sie mit Händen und Füßen an zwei herabgebogene Palmbäume fesselte, um sie beim Losbinden der Bäume auf grausame Weise in Stücke reißen zu lassen. Victor soll enthauptet worden sein. Andere Quellen berichten, dass Corona Victors Ehefrau gewesen sei (siehe dazu Victor und Corona).

Ausbreitung und Reliquienverehrung

Die Verehrung dieser frühchristlichen Märtyrin begann vermutlich in Ägypten und verbreitete sich zunächst im Orient und dann im Westen. Bereits im 6. Jahrhundert sollen Reliquien über Zypern und Sizilien nach Italien gelangt sein. In Castelfidardo bei Osimo/Ancona gab es im frühen Mittelalter eine Kirche zu Ehren der Märtyrer Corona und Victor. Teile der dortigen Reliquien kamen 1191 nach Osimo bei Ancona.

Im 9. Jahrhundert sind Reliquien in Feltre (Venetien) nachgewiesen, für die man um 1100 die Basilika zu Ehren der Märtyrer Victor und Corona errichtete. Die Reliquien in Feltre wurden 1943 und 1981 untersucht mit dem Ergebnis, dass es sich um die sterblichen Überreste eines Mannes und einer Frau handelt; durch Pflanzenpollen konnten sie auf das 2. Jahrhundert datiert und ihre Herkunft aus dem Mittelmeerraum bestätigt werden.

Reliquientranslationen der Heiligen Corona erfolgten bereits in der Regierungszeit des ersten deutschen Kaisers, des Liudolfingers Otto I. (962–973):

Im Jahre 964 gelangten Reliquien an das Stift Quedlinburg, der Memoriastätte für den am 2. Juli 936 verstorbenen ersten liudolfingischen König Heinrich I. Bei der nach einem Brand erforderlichen Neuweihe der Stiftskirche St. Servatius am 24. September 1021 in Anwesenheit des letzten Liudolfingers, Kaiser Heinrichs II., wird Corona unter den Heiligen genannt, die in einen ausschließlich weiblichen Heiligen gewidmeten Altar eingeschlossen wurden. Für das Jahr 1344 ist ein Coronaaltar belegt. Der Quedlinburger Domschatz enthält einen Coronaschrein; dieser ist spätgotisch und möglicherweise aus der Amtszeit der Äbtissin Adelheid IV. von Isenburg (1405–1435), da das Wappen der Isenburger und ein nicht identifiziertes Wappen auf den Stirnseiten des Schreines abgebildet sind.

Im mittelalterlichen Bremer Dom, in den 965 der Heiligen zugeschriebene Reliquien gebracht wurden, muss es eine bedeutende Coronaverehrung gegeben haben, wie hier gefundene Pilgerzeichen und drei Skulpturen im Dom nahelegen.

Ebenso verehrte sie der Liudolfinger Kaiser Otto III., der nach seiner Kaiserkrönung im Jahre 996 Coronareliquien zusammen mit Reliquien des hl. Leopardus von Otricoli in Umbrien nach Aachen überführen ließ. Beide Heiligen wurden zu Mitpatronen des Aachener Marienstiftes erhoben. Die Bleireliquiare aus dem frühen 11. Jahrhundert wurden 1843 wieder aufgefunden. Deren Inhalt wurde im neobyzantinischen Corona-Leopardus-Schrein des Aachener Doms eingebettet, der in den Jahren 1911/1912 durch den Aachener Goldschmied Bernhard Witte geschaffen worden war und 2020 restauriert wurde. Die in den Portalnischen des Corona-Leopardus-Schreins angebrachten Reliefs zeigen Darstellungen des Martyriums von Corona und Leopardus, die Überführung der Reliquien nach Aachen durch Otto III. und die Hebung der Bleisärge im Jahre 1910. In den Nischen der Kreuzarme sind Statuetten der Kaiser Otto I., Otto II., Otto III. und Heinrich II., jeweils flankiert von zwei Engeln mit Palmzweigen.

Ein Bleiglasfenster (um 1270) im Straßburger Münster zeigt die heilige Corona auf einem Sockel stehend und über sich einen Baldachin, leicht nach rechts gewendet, mit gelbem Kleid, blauem Mantel und weißem Schleier, mit Palmzweig und Diadem; um den blauen Nimbus mit gelber Perlschnur verläuft die Umschrift „S. C O R O N A“.

Im 14. Jahrhundert brachte Kaiser Karl IV. Coronareliquien von Feltre/Venetien in den Prager Dom. In der Folgezeit verbreitete sich die Coronaverehrung in Böhmen und Niederösterreich sowie in Ober- und Niederbayern, wo Wallfahrtskirchen errichtet wurden.

Der kirchliche Gedenktag der Märtyrin Corona ist nach dem Martyrologium Romanum der 14. Mai.

Ihr Name wird mit Geldwährung in Verbindung gebracht; sie ist Patronin des Geldes, der Fleischer und der Schatzgräber.

In Niederösterreich und vor den Toren Wiens gibt es zwei nach der heiligen Corona benannte Ortschaften: St. Corona am Wechsel und St. Corona am Schöpfl bei Altenmarkt im Wienerwald. Weitere Orte der Verehrung sind bekannt.

Vom 15. Jahrhundert an wurden im Zuge der Verbreitung der Coronaverehrung auch in Bayern zahlreiche Kirchen mit dem Corona-Patrozinium errichtet.

um 1480: Wallfahrtskirche St. Corona (Staudach), Gemeinde Massing/Niederbayern, mit Coronafigur (um 1500)

um 1480: Wallfahrtskirche Maria Krönung in Handlab bei Deggendorf mit Gnadenbild von 1480

um 1493: Coronakapelle in Gaißach bei Bad Tölz mit Coronaaltarbild und Coronakelch (18. Jahrhundert), heute in der Pfarrkirche von Gaißach

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Corona (Heilige) | World in Stories