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Columbia River

Nordamerikanischer Fluss

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Der Columbia River ist ein 1953 Kilometer langer Fluss im westlichen Nordamerika. Er ist der wasserreichste aller nordamerikanischen Flüsse, die in den Pazifischen Ozean münden. Mit seinem linken Nebenfluss, dem Snake River, zusammen hat er eine Länge von 2240 km. Sein Einzugsgebiet umfasst 668.217 km², wovon etwa 15 % innerhalb Kanadas liegen.

Der Fluss ist nach dem Schiff Columbia Rediviva des US-amerikanischen Kapitäns Robert Gray benannt, der am 11. Mai 1792 als erster Weißer den Columbia River hinauffuhr. Gray reiste in den pazifischen Nordwesten, um mit Fellen zu handeln. Die Lewis-und-Clark-Expedition erreichte 1805 vom Osten auf dem Landweg die Mündung des Flusses. Der Columbia River wurde 1814 erstmals vollständig von David Thompson kartografiert. Von den 1820er Jahren bis in die 1840er Jahre folgte der York Factory Express, eine Handelsroute der Hudson’s Bay Company zwischen der York Factory an der Hudson Bay und dem Fort Vancouver, abschnittsweise dem Flusslauf.

Die Quelle des Columbia River liegt in der kanadischen Provinz British Columbia; er fließt durch den mittleren Osten des US-Bundesstaates Washington. Auf den letzten 480 Kilometern vor seiner Mündung bildet der Flusslauf die Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Washington und Oregon. Das erweiterte Einzugsgebiet erstreckt sich über die Staaten Montana und Idaho. Bei Astoria mündet der Columbia in den Pazifik. Der Columbia ist der größte Fluss der Region Pazifischer Nordwesten.

Er ist einer von drei Flüssen, die das System aus Küstengebirgen entlang der nordamerikanischen Pazifikküste durchbrechen, und stellt so eine Verbindung aus dem Inneren des Kontinents zur Küste her. Der rund 80 km lange Flussabschnitt durch die Kaskadenkette wird Columbia River Gorge genannt. An dieser Engstelle liegt auch der Bonneville-Staudamm.

Mit einer Abflussmenge von etwa 7500 m³/s im Jahresdurchschnitt ist der Columbia River der größte Fluss Nordamerikas, der in den Pazifischen Ozean mündet und der viertmächtigste Fluss in den Vereinigten Staaten; hinsichtlich der Größe des Einzugsgebietes liegt der Fluss an sechster und bezüglich der Länge an zwölfter Stelle. Die höchste je aufgezeichnete Abflussmenge bei The Dalles, Oregon, betrug am 6. Juni 1894 35.113 m³/s. Von seinem Quellgebiet bis zum Pazifik hat der Fluss eine Länge von 1953 km. Er entwässert ein Gebiet von 668.217 km². Darin eingeschlossen sind nahezu der vollständige Bundesstaat Idaho und große Teile von British Columbia, Oregon und Washington, aber auch kleinere Gebiete der umliegenden Bundesstaaten.

Etwa 85 % des Beckens und 1199 km seiner Länge liegen innerhalb der Vereinigten Staaten.

Der Columbia Lake in 820 m Höhe und die angrenzenden Columbia Wetlands bilden das Quellgebiet im südlichen Rocky Mountain Trench, einem breiten, tiefen und sehr langen glazialen Tal zwischen den Canadian Rockies und den Columbia Mountains in British Columbia. Auf den ersten 320 km strömt der Fluss entlang des Grabens nach Nordwesten und durchfließt so Windermere Lake und die Stadt Invermere – diese Region wird in British Columbia als Columbia Valley bezeichnet – und dann über Golden in den Kinbasket Lake. Er umrundet das nördliche Ende der Selkirk Mountains und schwenkt dann abrupt südwärts durch eine Region, die als Big Bend Country bekannt ist. Er fließt durch den Lake Revelstoke und die Arrow Lakes; Revelstoke Lake, das Big Bend Country und das Columbia Valley werden in Kanada als Columbia Country bezeichnet. Unterhalb der Arrow Lakes passiert der Columbia River Castlegar – an der Mündung des Kootenay Rivers gelegen – und Trail, die beiden Zentren der Region West Kootenay. Der Pend Oreille River verbindet sich mit dem Columbia River etwa 3 km nördlich der Grenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten.

Im Osten des Bundesstaates Washington folgt der Columbia River zunächst einer südwestlichen Richtung, wobei er die südliche und östliche Grenze der Colville Indian Reservation sowie die westliche Grenze der Spokane Indian Reservation bildet, bevor er sich nach Süden und schließlich in der Nähe der Mündung des Wenatchee River nach Südosten wendet. Dieser C-förmige Abschnitt des Flusses wird auch als Big Bend – der große Knick – bezeichnet. Während der Missoula-Fluten nahm das Wasser eine direktere Route nach Süden und formte dadurch die Grand Coulee. Später fand der Fluss seinen heutigen Lauf und die Grand Coulee fiel trocken. Der Bau des Grand Coulee Dam in der Mitte des 20. Jahrhunderts staute den Fluss zurück und in dem früheren Bett entstand Banks Lake.

Der Fluss strömt am The Gorge Amphitheatre vorbei, einem vielgenutzten Konzertgebäude im Pazifischen Nordwesten, und passiert das Schutzgebiet Hanford Reach National Monument und die historischen und heutigen Kernkraftwerke von Hanford Site. Der Hanford Reach, zwischen dem Priest Rapids Dam und den Tri-Cities, ist – mit Ausnahme seines Ästuars – der einzige Abschnitt in den Vereinigten Staaten, in welchem der Fluss nicht gestaut ist. Bei den Tri-Cities mündet der Snake River ein. Schließlich macht den Fluss einen scharfen Knick nach Westen und bildet für den Rest seines Laufes die Grenze zwischen Washington und Oregon.

Zwischen The Dalles und Portland schneidet der Fluss durch die Kaskadenkette. Lediglich drei Flüsse – die beiden anderen sind der Klamath River im Süden Oregons und der Pit River im nördlichen Kalifornien – durchbrechen diesen Gebirgszug. Die Columbia River Gorge zeichnet sich durch ihre starken und stetigen Winde, ihre Schönheit und ihre Bedeutung als Verkehrsweg aus.

Der Fluss ändert zwischen Portland und Vancouver (Washington) seine Richtung abermals. Von der Mündung des Willamette Rivers an nach Nord-Nordwesten gerichtet sinkt seine Fließgeschwindigkeit, wodurch er Sedimente ablädt. Der Columbia River entleert sich unterhalb von Astoria in den Pazifischen Ozean. Der Columbia Bar, eine wandernde Sandbank am Übergang zum offenen Meer, macht die Flussmündung zu einem der am schwierigsten zu navigierenden Seeschifffahrtswege der Welt.

Die mächtigsten Zuflüsse des Columbia:

* Abflussmenge im Jahresdurchschnitt, m³/s

Die vulkanische Aktivität in der Region kann bis zu 40 Millionen Jahre zurückverfolgt werden. Das landschaftsprägende Ereignis in der Zeit zwischen 17 und 14 Millionen Jahren vor heute war der Ausfluss großer Lavamengen, die den Columbia-Plateaubasalt schufen, eine fast zwei Kilometer mächtige Schicht von Basalt. Sie hat die vom Fluss durchströmte Landschaft in weiten Teilen geprägt. Während des Pleistozäns (die Zeit vor der letzten Eiszeit vor zwei Millionen bis vor 700.000 Jahren) durchbrach der Fluss die Kaskadenkette und bildete die Columbia River Gorge.

Das Einzugsgebiet des Flusses erlebte gegen Ende der letzten Eiszeit eine der größten bekannten Fluten. Das periodische Brechen von Eisbarrieren des glazialen Lake Missoula führte zu Abflussmengen, die teilweise zehnmal so hoch lagen wie diejenigen aller derzeit existierenden Flüsse der Welt zusammen. Diese Vorgänge ereigneten sich über einen Zeitraum von mehr als tausend Jahren etwa vierzig Mal.

Die Wasserstände reichten nach Schätzungen während dieser Missoula-Fluten an der Wallula Gap 380 m, am Bonneville Dam 250 m und über dem heutigen Portland, Oregon 120 m über das heutige Niveau. Die periodische Überflutung des unteren Columbia River Plateaus lagerte dort große Mengen Sedimente ab und trug zur Fruchtbarkeit des Bodens bei, der Grundlage für die heutige Landwirtschaft ist. Diese Fluten bildeten auch einige ungewöhnliche geologische Formationen, etwa die Channeled Scablands im östlichen Washington.

In geologisch jüngerer Vergangenheit wurde der Flusslauf durch einen Bergsturz am nördlichen Ende der Columbia River Gorge gestaut, vermutlich im Jahr 1700 infolge eines Erdbebens. Dieses Ereignis wird als „Brücke der Götter“ bezeichnet. Das Flussbett des Columbia Rivers wurde dabei völlig verschüttet und blockierte den Abfluss, bis nach einiger Zeit das steigende Wasser sich einen Weg bahnte und schließlich die Sperre wegspülte. 1980 lagerte der Ausbruch des Mount St. Helens große Mengen Sedimente am Unterlauf ab, wodurch die Fahrrinne bis zu 8 m Tiefe einbüßte.

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