An diesem Tag

Columbia Records

US-amerikanisches Musiklabel

Anúncio

Columbia Records ist ein US-amerikanisches Musiklabel in New York City. Es gehört seit 1988 dem Major-Label Sony Music Entertainment an. Bis dahin trat es ausschließlich in den USA unter diesem Namen, international jedoch unter CBS Records auf. Das US-amerikanische Label ist nicht zu verwechseln mit den bis in die 1970er Jahre hinein von EMI betriebenen britischen Columbia Records, wenngleich letzteres sich initial aus dem europäischen Ableger des amerikanischen Labels verselbständigt hatte.

Columbia Records ist der weltweit älteste durchgängig benutzte Markenname im Bereich der Audioaufzeichnung und durchlebte zahlreiche Besitzerwechsel. 1888 von der North American Phonograph Company gegründet, verselbständigte sich das Label 1894 zur Columbia Phonograph. 1922 verkaufte das US-amerikanische Unternehmen seinen britischen Ableger Columbia Graphophone Company, der 1926 wiederum die amerikanische Muttergesellschaft aufkaufte und mit der Gramophone Company 1931 schließlich zur EMI fusionierte. Aufgrund US-amerikanischen Wettbewerbsrechts musste die EMI sich 1934 jedoch wieder von ihren nordamerikanischen Unternehmungen trennen. Dadurch entstand ein amerikanisches sowie ein europäisches Label mit Namen Columbia Records.

Die amerikanischen Columbia Records wurden nach Aufkauf durch mehrere unterschiedliche Unternehmen 1938 schließlich von CBS übernommen. Da das europäische EMI-Label Columbia Records weltweit außer in die USA Vertriebsrechte ausübte, gründete CBS 1962 das Label CBS Records für internationalen Vertrieb der amerikanischen Columbia Records.

1988 wurden die gesamte CBS-Musikgruppe mitsamt dem Columbia-Label von Sony erworben. Da die Rechte zur Weiternutzung der Marke CBS Records vertraglich temporär begrenzt waren, wurden das Unternehmen zum 1. Januar 1991 in Sony Music Entertainment umbenannt und für das darunter angesiedelte Label die internationalen Rechte am Markennamen Columbia Records erworben, die weiterhin der EMI oblagen, wenngleich sie diesen seit den 1970er Jahren bereits nicht mehr verwendete.

Die mittlerweile an CBS zurückgegangenen Rechte an der Marke CBS Records wurden 2006 mit einem neuen Label CBS Records wiederbelebt.

Ursprünglich war Columbia der lokale Vertreiber von Edison-Phonographen und Phonographenwalzen in Washington, D.C., Maryland und Delaware (USA). Dies ergab sich daraus, dass 1887 die „North American Phonograph Co.“ (NAPCO) durch Ankauf der Verkaufsrechte für Phonographen von Thomas Alva Edison vom Geschäftsmann Jesse Lippincott gegründet wurde und am 26. März im Jahr darauf auch mit Edisons Konkurrenten, der „American Graphophone Company“ einen Kooperationsvertrag abschloss; die NAPCO vertrieb nun parallel die Edison-Geräte und die Bell & Tainter-Graphophone der „American Graphophon Company“. Zur Vermarktung der Apparate gründete die NAPCO eine Vielzahl von weitgehend selbständigen Tochtergesellschaften, die jeweils für bestimmte Regionen der USA die alleinige Lizenz zu Vertrieb und Herstellung von Phonographen erhielten. Eines dieser Subunternehmen war die „Columbia Phonograph Company“ unter der Leitung des Unternehmers Edward D. Easton, die die Lizenz für den „District of Columbia“ mit den Städten Washington und Baltimore besaß. Wie es damals bei einigen der regionalen Phonographen-Gesellschaften üblich war, produzierte Columbia viele eigene Walzen.

Während die meisten regionalen Tochterunternehmen der NAPCO den Phonographen entsprechend Edisons ursprünglicher Absicht ausschließlich als Diktiergerät für Bürozwecke vermarkteten, glaubten Easton und sein Mitarbeiter Victor H. Emerson bereits früh an eine Zukunft des Geräts in der Unterhaltungsbranche, weshalb sie 1889 kommerzielle Tonaufnahmen anfertigten, die vornehmlich an öffentliche „phonographic parlors“ und reisende Schausteller geliefert wurden, die den Phonographen auf Jahrmärkten und Messen vorführten. 1891 veröffentlichte Columbia den ersten Tonträgerkatalog der Welt. Bereits zwei Jahre später, 1893, trennte Columbia sich von Edison und der „North American Phonograph Company“ und verkaufte in der Folgezeit nur noch eigene Aufnahmen und Phonographen. Die geschäftliche Aufteilung von Columbia-Produktion wurde einerseits von der „American Graphophone Company“ zur Herstellung von Graphophonen, zum anderen Teil von der „Columbia Phonograph Company“ zur Walzenproduktion übernommen. Als weitere Gesellschaft existierte die „Volta Graphophone Company“, die die notwendigen Patente dafür vorhielt.

Infolge rechtlicher Probleme nach dem Zusammenbruch der NAPCO durfte Edison von 1894 bis 1896 in den USA keine Phonographen und Walzen verkaufen. Diese Phase nutzte Columbia zum Aufbau eines landesweiten Vertriebsnetzes und zu anderen Expansionsmaßnahmen. 1895 präsentierte Columbia den ersten federwerksgetriebenen Phonographen, dessen Antriebstechnik zum Vorbild für den Großteil aller späteren Walzenspieler wurde und eine so preiswerte Herstellung ermöglichte, dass er auch als Unterhaltungsgerät für Privatleute erschwinglich wurde, was wiederum für den Absatz der bespielten Walzen sehr förderlich war. Nach der Rückkehr Edisons auf den Markt konnte Columbia die führende Position nicht vollständig behaupten, blieb aber neben Edisons neuer „National Phonograph Company“ der weltweit wichtigste Hersteller von Phonographen und Walzen.

1901 begann die Großserien-Fertigung normalformatiger Schellackplatten und passender Abspielgeräte, für die man zunächst den Namen „Graphophone“ beibehielt. Die Plattenproduktion drängte in den folgenden Jahren die Walzenfertigung bei Columbia mehr und mehr in den Hintergrund, was die Marktentwicklung widerspiegelte – Schallplatten wurden zulasten der Walzen zunehmend populärer. Für ein Jahrzehnt stand Columbia als einer der drei Großen im Audioaufzeichnungsgeschäft im Wettbewerb mit den Edison Phonograph Company-Walzen und den „Victor Talking Machine Company“-Schallplatten.

1904 propagierte Columbia als erster Hersteller 78 Umdrehungen pro Minute als Standarddrehzahl für alle Schellackplatten; im gleichen Jahr erschienen die ersten in Mehrschicht-Laminattechnik aus besonders hochwertigem Schellack gefertigten Pressungen. 1907 entwickelte Guglielmo Marconi für Columbia die als unzerbrechlich vermarkteten „Velvet Tone“-Platten, im Jahr darauf wurde die Massenproduktion der ersten beidseitig bespielten Schallplatte begonnen. Im Juli 1912 beschloss Columbia, sich zukünftig ausschließlich auf Schallplatten zu konzentrieren und stellte die Produktion neuer Walzen und Phonographen ein; man presste und verkaufte jedoch noch ein bis zwei weitere Jahre lang Walzenkopien der im Archiv befindlichen Walzen-Aufnahmen. Die Matrizen wurden danach an die Firma „Oxford Records“ verkauft und zu einem großen Teil über das amerikanische Versandhaus Sears & Roebuck vertrieben.

Einer der berühmten Werbesprüche von Columbia Records aus der Schellack-Ära lautete: Columbia-Aufnahmen vergehen nie – sie verschleißen nur!

Ende der Unabhängigkeit, Aufgehen in EMI

1921 gliederte man den britischen Unternehmensteil, die „Columbia Graphophone Company“ aus, von der man jedoch fünf Jahre später selbst wiederum aufgekauft wurde.

Anfang 1925 begann Columbia, mit einem neuen Aufnahmeverfahren von Western Electric aufzuzeichnen. In einer geheimen Abmachung mit der „Victor Talking Machine Company“ wurde beschlossen, die neue Aufnahmetechnologie nicht öffentlich zu machen. Dies geschah, um den Verkauf der Aufnahmen aus dem noch existierenden akustisch aufgenommenen Archiv nicht zu beeinträchtigen, während ein neues elektronisch aufgenommenes Archiv erstellt wurde. Der erste Interpret, der mit dem Western-Electric-Verfahren aufgenommen wurde, war der hawaiische Musiker Frank Ferera.

Nach der Übernahme durch die ehemalige britische Tochter „Columbia Graphophone Company“ im Jahr 1926 fusionierte man 1931 zur neuen Gesellschaft „Electric and Musical Industries“ (EMI). Die US-amerikanischen Gesetze zum Wettbewerbsrecht zwangen die EMI jedoch bereits 1934 dazu, alle nordamerikanischen Aktivitäten auszugliedern und zu verkaufen. In der Folge entstand das zunächst wieder unabhängige amerikanische Columbia-Records-Label, das parallel zu einem EMI-Unterlabel gleichen Namens (das nur außerhalb Nordamerikas und Japans verwendet werden durfte) existierte. Einige Jahre lang hatte man noch exklusive gegenseitige Vertriebsabkommen, das bedeutete Columbia (US) vertrieb in den USA Titel von Columbia (EMI) und umgekehrt. 1972 stellte EMI die Verwendung des Namens ein.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Columbia Records | World in Stories