An diesem Tag

Columban von Luxeuil

Irischer Wandermönch und Missionar

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Columban von Luxeuil, auch Kolumban geschrieben (* ca. 540 in West Leinster, Irland; † 23. November 615 in Bobbio, Provinz Piacenza, Italien), war ein irischer Wandermönch und Missionar. Er wird von Katholiken und orthodoxen Christen als Heiliger verehrt. In der Evangelischen Kirche in Deutschland gilt er als denkwürdiger Glaubenszeuge.

Zur Unterscheidung zum heiligen Columban von Iona, der Schottland missionierte, wird er als Columban von Luxeuil, Columban von Bobbio (italienisch Colombano) oder Columban der Jüngere bezeichnet.

Sein liturgischer Gedenktag ist der 23. November.

Die Kindheit von Columban, dessen Name sanftmütig „das Täubchen“ bedeutet, bleibt im Dunkel der Geschichte. Sein Biograf Jonas von Bobbio beschreibt einen Wendepunkt in der Jugend, um den Versuchungen der Welt und den „lasziven Maiden“ zu entfliehen, suchte Columban Rat bei einer weisen, gottgeweihten Frau. Ihr eindringlicher Appell – „Fort, oh mein Junge, fort!“ – führte ihn fort von der Familie. Sein Wille war so entschlossen, dass er laut der Überlieferung sogar die flehende Mutter zurückwies, um sich ganz Gott zu weihen. Columban begann seine klösterliche Erziehung bei Abt Sinell in Cleenish (irisch: Claoininis) bei Lough Erne. Unter der Anleitung von Sinell widmete sich Columban intensiv dem Studium der Heiligen Schrift. Bereits in jungen Jahren beherrschte er die lateinische Sprache in Wort und Schrift. Als er mit etwa 16 oder 17 Jahren durch Irland zog, verfügte er bereits über eine Bildung, die das Niveau der meisten Zeitgenossen im damaligen Mitteleuropa weit übertraf. Nach seiner Zeit bei Sinell suchte Columban die Abtei Bangor auf, die damals vom heiligen Comgall geleitet wurde, um dort als Mönch sein Leben ganz in den Dienst Gottes zu stellen. Sein Biograf Jonas schildert ihn dort als einen Mann des Fastens und Gebets. Über Jahre hinweg vertiefte er sich in die Bibel und die Werke der Kirchenväter, er verfeinerte sein Latein bis zur Meisterschaft. Mit unstillbarer Wissbegierde verschlang er zudem die antike Literatur, die über die Meere den Weg auf die grüne Insel fand. Columban vereinte so das Ideal des frommen Büßers mit dem des hochgebildeten Gelehrten, eine Kombination, die ihn später zu einem der einflussreichsten Missionare Europas machen sollte.

Reise des Hl. Columban nach Frankreich

Um das Jahr 591 verließ Columban das Kloster Bangor. Begleitet wurde er von einer Gruppe von Brüdern – traditionell ist von zwölf Gefährten die Rede, was symbolisch auf die Zahl der Jünger Jesu anspielt. Unter ihnen befanden sich bekannte Persönlichkeiten wie der heilige Gallus sowie Domoal, Comininus, Eunocus und Equonanus. Ihre Reise führte sie zunächst an die britische Küste (wobei unklar bleibt, ob die Bretagne oder Großbritannien gemeint ist), wo sie ihre weiteren Pläne schmiedeten. Schließlich überquerten sie die Irische und Keltische See und landeten 591 bei Saint-Gildas-de-Rhuys in der Bretagne. Ihr Ziel war das Frankenreich, das damals in drei Teilreiche gespalten war, um dort ihre Mission – das „Säen des Heils“ – zu beginnen. Obwohl der Biograf Jona von Bobbio berichtet, Columban sei zu König Childebert II. (Jonas nennt hier Sigebert) gereist, halten die Fakten einer chronologischen Prüfung nicht stand. Sigibert war zum Zeitpunkt der Ankunft der Iren bereits seit fast zwei Jahrzehnten tot. Historisch plausibler ist eine Begegnung mit dem Guntram von Burgund († 592) in Orléans oder Chalon-sur-Saône. Die tatsächliche Reiseroute lässt sich dabei durch einen Rückschluss ermitteln: Als die Mönche 610 aus Burgund vertrieben wurden, ordnete man an, sie auf demselben Weg abzuschieben, auf dem sie gekommen waren. Da diese Route über das Loiretal führte, liegt nahe, dass Columban und seine Gefährten ursprünglich genau diesen Weg zu Guntram genommen hatten. Der König ließ Columban zu sich rufen, woraus sich ein politisches Bündnis entwickelte, von dem beide Seiten profitierten. Columban sicherte sich das Recht, Klöster zu gründen und damit eine feste Operationsbasis zu schaffen. Guntram hingegen konnte sich als frommer Gönner und Schutzherr inszenieren. Die Missionare dienten ihm zudem als verlängerter Arm seiner Macht, da sie den christlichen Glauben in die abgelegenen, verwilderten Regionen seines Reiches trugen. So wies er ihnen die Vogesen zu, wo die Gründungen in Luxeuil, Annegrey, und Fontaine-lès-Luxeuil rasch aufblühten. Mit rund 200 Mönchen wurden diese Klöster bald zum Anziehungspunkt für den fränkischen Adelsnachwuchs.

Der Konflikt mit dem Merowingerhof und die Flucht an den Bodensee

Nach zwei Jahrzehnten segensreichen Wirkens in Luxeuil fand sich der irische Abt Columban in einer veränderten politischen Welt wieder. Nach den alten Merowingerkönigen bestiegen junge Monarchen die Throne, gelenkt von ihrer machtbewussten Großmutter Brunhilde. Der Frieden endete jäh, als der junge, unverheiratete König Theuderich seine vier unehelichen Söhne am Hof präsentierte. Der für seine Unbeugsamkeit bekannte Columban verweigerte den Kindern den kirchlichen Segen und drohte später mit der Exkommunikation, weil, wie er sich ausdrückte, diese Kinder aus dem Bordell hervorgegangen seien. Mit harten Worten brandmarkte er sie als unrechtmäßige Erben, denen die Herrschaft niemals zustehen dürfe. Erbost über diesen Affront ließen der König und Brunhilde das Kloster räumen. Doch Theuderich handelte kalkuliert: Er untersagte seinen Häschern ausdrücklich, den widerspenstigen Abt zu töten, um ihm nicht den Ruhm eines Märtyrers zu gönnen. Nun sandte ihn Theuderich unter Bewachung nach Besançon. Nach dem Bericht des Jonas kam es hier zu einigen Vorfällen, die die Bewacher veranlassten, Columban gehen zu lassen. So kehrte er nach Luxeuil zurück. Doch im Jahre 610 wurde er erneut unter Bewachung gestellt und mit einigen seiner irischen Gefährten nach Nantes gebracht. Theuderich wollte wohl, da nun Theudebert II. ins Elsass eingefallen war, dieses unsichere Element loswerden. Die geplante Abschiebung in seine irische Heimat nahm jedoch eine unerwartete Wendung. Als das Schiff bereits an der Küste auf eine Sandbank lief, sah der Kapitän darin ein göttliches Omen. Eingeschüchtert von den düsteren Prophezeiungen und den Schmähungen des Mönchs, weigerte er sich, die Reise mit dem „unheilvollen“ Passagier fortzusetzen, und setzte Columban wieder an Land. Nach der erzwungenen Flucht aus Luxeuil blieb Columban nicht ohne Beistand. Einige fromme Edelmänner nahmen sich der irischen Mönche an und geleiteten sie zunächst sicher nach Rouen und weiter in Richtung Paris. Von dort aus setzte Columban seine Reise fort, die ihn über die Mosel von Metz mit dem Boot bis nach Koblenz führte. Stromaufwärts auf dem Rhein erreichten sie schließlich Mainz. Trotz der Verfolgung durch das merowingische Herrscherhaus Brunhildes wurde Columbans Weg zu einer Triumphfahrt des Glaubens. Überall, wo die Mönche Station machten, hinterließen sie Spuren ihrer unbeugsamen Mission, während sie sich tiefer in den alemannischen Raum vorarbeiteten.

Im Jahr 611 erreichten Columban und seine Gefährten das Ufer des Bodensees. Der Rhein war durch den Kleinen Laufen bei Laufenburg für Boote nicht passierbar, ebenso bei Ettikon, man konnte hier nur zu Fuß oder Pferd weiter. Der einfachste Weg an den Zürichsee führte damals über die Aare, die man vom Hochrhein aus auf der Höhe ab Waldshut oder Koblenz mit Booten, meist Weidlingen befuhr, dann kam man auf der Limmat in den Zürichsee. Columban und seine Gefährten kamen zunächst nach Tuggen an den oberen Zürichsee, wo sie mit der Missionierung begannen. Ein Teil der Einwohner nahm den neuen Glauben an, andere blieben aber skeptisch. Zum Beweis, dass ihre alten Götter nichtig seien, nahm Gallus eine Statue und warf sie in den See. Das von den Heiden erwartete Strafgericht ihrer Götter trat nicht ein, und einige mehr ließen sich vom neuen Glauben überzeugen und taufen. Dennoch mussten die Glaubensboten weiterziehen, weil ihnen die verbliebenen Heiden nach dem Leben trachteten.

Columban verschlug es an den Bodensee, wo er in Bregenz Christen vorfand, die heidnische Bräuche wieder aufgenommen hatten. Getreu seiner Vorliebe für Orte mit Geschichte, wählte der Abt die römischen Ruinen von Brigantia, dem heutigen Bregenz, als Standort für eine neue Klostergründung. Mit der Hilfe von Gallus stellte er die kirchliche Zucht wieder her, und die Verehrung der heiligen Aurelia von Straßburg, einer Gefährtin der heiligen Ursula, lebte wieder auf. Columban gründete dort ein kleines Kloster mit strengen Ordensregeln. Er legte so viel Wert auf Sauberkeit, dass, wenn ein Klosterbruder Bier verschüttete, dieser in der Nacht stillstehen bleiben oder für einige Zeit bei Tisch Wasser trinken musste.

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