Clinton „Clint“ Eastwood Jr. (* 31. Mai 1930 in San Francisco, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur, Produzent, Filmkomponist und ehemaliger Politiker der Republikanischen Partei. Als wortkarger Western- und Actionheld avancierte er ab den 1960er-Jahren zu einem weltweit erfolgreichen Star; der fünffache Oscarpreisträger wurde darüber hinaus zu einem renommierten Filmregisseur und -produzenten und war auch gelegentlich als Sänger tätig.
Nachdem er 1959 durch die Westernserie Tausend Meilen Staub bekanntgeworden war, brachte ihm die Rolle des namenlosen Revolverhelden in der Dollar-Trilogie von Sergio Leone Mitte der 1960er-Jahre den internationalen Durchbruch. Die Rolle des hemdsärmeligen Polizisten Harry Callahan in der Filmreihe Dirty Harry verschaffte ihm weitere Popularität. Eastwood konnte sich ab den 1970er-Jahren mit Filmen wie Der Texaner, Die Brücken am Fluß, Gran Torino und American Sniper als Filmemacher etablieren.
Eastwood gewann mit dem Western Erbarmungslos (1992) und dem Sportdrama Million Dollar Baby (2004) den Oscar für die Beste Regie und den Besten Film. Mitunter, vornehmlich für seine eigenen Filme, komponiert er auch Filmmusik. Er lebt seit den 1960er Jahren in der Kleinstadt Carmel-by-the-Sea in Kalifornien, wo er sich auch in der lokalen Politik engagiert und von 1986 bis 1988 Bürgermeister war.
Clint Eastwood wurde 1930 in San Francisco als Sohn des Buchhalters Clinton Eastwood Sr. (1906–1970) und dessen Ehefrau Margaret Ruth Runner (1909–2006) geboren. Er hat schottische, englische, irische und niederländische Vorfahren. Während der Depressionszeit war der Vater gezwungen, als Tankwart zu arbeiten; auf der Suche nach Arbeit zog er mit seiner Familie durchs Land. Eastwood lebte zeitweise bei seiner Großmutter, die in Sunol eine Hühnerfarm betrieb. Schließlich ließ sich die Familie in Oakland nieder. Eastwood, der als schüchtern und introvertiert galt, besuchte zehn verschiedene Schulen und brach 1948 das College ab. Er arbeitete unter anderem als Holzfäller, Heizer, Tankwart und Lagerarbeiter.
1951 wurde er ins Heer einberufen. Er hatte Glück und kam nicht nach Korea, sondern wurde nach Fort Ord in Kalifornien versetzt, wo er zwei Jahre lang als Schwimmlehrer tätig war. Beim Militär lernte er David Janssen kennen, den späteren Darsteller des Richard Kimble in der Serie Auf der Flucht. Janssen schlug dem gutaussehenden athletischen Eastwood vor, sich ebenfalls als Schauspieler in Hollywood zu versuchen.
Eastwood hat mindestens acht Kinder von sechs Frauen, von denen die Hälfte jahrzehntelang geheim gehalten wurde.
Am 19. Dezember 1953 heiratete er Margaret Neville Johnson, als er in Seattle bereits eine unbekannte Freundin hatte, die von ihm schwanger war. Die Freundin brachte 1954 Eastwoods erste Tochter zur Welt, die von Clyde und Helen Warren aus Seattle adoptiert wurde. Johnson stimmte einer offenen Ehe mit Eastwood zu, in deren Verlauf er eine außereheliche Affäre mit der Tänzerin Roxanne Tunis begann, mit der er 1964 eine weitere Tochter bekam. Die Affäre zwischen Tunis und Eastwood dauerte von 1959 bis 1973.
Schließlich bekam Eastwood zwei Kinder mit Johnson: Kyle (1968) und Alison (1972). Von 1975 bis 1989 lebte er mit der Schauspielerin Sondra Locke zusammen, die ab 1967 mit Gordon Leigh Anderson verheiratet war. Obwohl Locke vierzehn Jahre mit Eastwood verbrachte, blieb sie bis zu ihrem Tod im Alter von 74 Jahren im Jahr 2018 mit Anderson verheiratet. Eastwood ließ sich 1984 von Johnson scheiden, als er bereits seit neun Jahren mit Locke zusammenlebte. Das Paar arbeitete miteinander an sechs Filmen. In den letzten vier Jahren seines Zusammenlebens mit Locke hatte Eastwood eine Affäre mit der Flugbegleiterin Jacelyn Reeves, mit der er zwei Kinder bekam: Scott (1986) und eine Tochter (1988).
Von 1990 bis 1995 war er mit der Schauspielerin Frances Fisher zusammen, die er am Set von Pink Cadillac kennengelernt hatte. Die beiden bekamen 1993 eine Tochter, Francesca. Am 31. März 1996 heiratete er die Journalistin Dina Ruiz. Die beiden haben ebenfalls eine Tochter, die im selben Jahr geboren wurde. Im August 2013 trennten sie sich, und im Dezember 2014 ließen sie sich scheiden.
Mitte der 1950er Jahre absolvierte Eastwood Testaufnahmen bei Universal Pictures und bekam zunächst einen Halbjahresvertrag inklusive Schauspielunterricht. Ab 1955 trat er in Kleinstrollen auf und war unter anderem in dem Monsterfilm Die Rache des Ungeheuers (1955) als Laborassistent zu sehen. In Tarantula (1955) spielte er einen der Jetpiloten, die die mutierte Riesenspinne mit Napalm bekämpfen. Er erhielt nun auch kleinere Fernsehrollen.
1957 wurde sein Vertrag von Universal nicht verlängert, weshalb er gezwungen war, wieder als Schwimmlehrer zu arbeiten. Da seine Frau ernstlich erkrankte, kam er in finanzielle Schwierigkeiten. 1957 wurde er kurzzeitig von der Filmgesellschaft RKO Pictures unter Vertrag genommen, die sich jedoch bald darauf vom Filmgeschäft zurückzog. 1959 konnte er beim Fernsehen Fuß fassen und übernahm in der langlebigen Western-Serie Rawhide (in Deutschland: Tausend Meilen Staub oder Cowboys) neben Hauptdarsteller Eric Fleming die Rolle des Cowboys Rowdy Yates. Bis 1965 spielte er diese Rolle in 217 Folgen, verteilt auf acht Staffeln.
1964 bereitete der italienische Regisseur Sergio Leone seinen Western Für eine Handvoll Dollar vor, ein Remake von Akira Kurosawas Yojimbo. Da er diesen Film mit einem geringen Budget realisieren musste, konnte er für die Hauptrolle keinen etablierten Hollywood-Star wie Henry Fonda oder James Coburn verpflichten. Auf der Suche nach einem bezahlbaren Ersatzmann wurde Leone auf den Fernsehschauspieler Eastwood aufmerksam, den er schließlich für 15.000 Dollar engagierte. Eastwood spielte in dem Film einen Abenteurer, der sich in einer Kleinstadt bei zwei verfeindeten Clans als Revolvermann verdingt, um beide gegeneinander auszuspielen.
Für eine Handvoll Dollar galt zunächst als obskur und wurde von den Kritikern entweder verrissen oder überhaupt nicht beachtet. Der Film entwickelte sich jedoch zu einem großen Kassenerfolg und löste die Italo-Western-Welle der 1960er Jahre aus, die mehrere hundert Filme hervorbrachte. In der Rolle des zynischen Fremden ohne Namen, der seinen Gegnern mit aufreizender Lässigkeit in einem Poncho gegenübertritt, avancierte Eastwood zu einer Ikone der Popkultur. Unzählige Westerndarsteller orientierten sich in den Folgejahren an dem von Eastwood und Leone geschaffenen Charaktertypus.
In dem Nachfolgefilm Für ein paar Dollar mehr (1965) trat der Schauspieler erneut als unrasierter Revolvermann in Erscheinung und spielte einen Kopfgeldjäger, der mit Lee van Cleef eine Verbrecherbande zur Strecke bringt. Der Erfolg des Films ermöglichte es Leone, 1966 den aufwändigen Western Zwei glorreiche Halunken zu realisieren. Eastwood war erneut als Kopfgeldjäger im Poncho zu sehen und jagte neben Lee van Cleef und Eli Wallach hinter einem Goldschatz her, der in den Wirren des Bürgerkriegs verlorengegangen war. Leones dritter Western wurde erneut zu einem Kassenerfolg und avancierte im Lauf der Jahrzehnte zu einem beliebten Kultfilm. In der Internet Movie Database (IMDb) rangiert er auf der Liste der besten Filme auf Platz 10 und gilt dort als bester Western aller Zeiten (Juli 2025).
Nach Zwei glorreiche Halunken galt die Beziehung von Leone und seinem Hauptdarsteller Eastwood als zerrüttet, weshalb der Regisseur für seinen nächsten Film Spiel mir das Lied vom Tod Charles Bronson als Hauptdarsteller engagierte. 1992 widmete Eastwood den von ihm inszenierten Western Erbarmungslos unter anderem Sergio Leone. Mit diesem Film, in dem er selbst auch die Hauptrolle spielte, gelang ihm sowohl eine Hommage an das Genre als auch eine kritische Auseinandersetzung und Abrechnung mit seinen Mythen und Verklärungen, also auch mit seiner eigenen erfolgreichen Rolle als Westernheld. Diese Leistung brachte Eastwood den Durchbruch in seiner zweiten Karriere als Filmregisseur.
Obwohl Eastwood durch seine Italowestern sehr populär geworden war, dauerte es einige Jahre, bis er auch in seinem Heimatland als Filmschauspieler Fuß fassen konnte. Der große Erfolg von Zwei glorreiche Halunken, der in den USA zum Kassenhit geworden war, ermöglichte es Eastwood schließlich, sich auch in Hollywood durchzusetzen.