An diesem Tag

Cliftonville FC

Nordirischer Fußballverein

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Cliftonville FC (genannt The Reds) ist ein nordirischer Fußballverein in Belfast, der in der NIFL Premiership spielt.

Als Gründungsdatum gilt der 20. September 1879. Seit dem Jahr 1890 trägt der Cliftonville FC seine Spiele im Solitude-Stadion im Norden von Belfast aus. Obwohl die meisten aktiven Anhänger aus dem Großraum Belfast stammen, gibt es regen Kontakt zu diversen Fanclubs in ganz Europa, insbesondere zu den Anhängern des FC St. Pauli und des dänischen Vereins FC Kopenhagen.

1879 bis 1969: Frühe Erfolge und Jahrzehnte der Erfolglosigkeit

Seine Geburtsstunde erlebte der Cliftonville FC am 20. September 1879, als eine Anzeige in der Lokalzeitung Newsletter um Beitrittswillige für den Cliftonville Association Football Club warb. Dieser Schritt ging vom Belfaster Geschäftsmann John McAlery aus, der im Jahr zuvor während seiner Flitterwochen in Edinburgh seine Begeisterung für den Fußball entdeckt hatte.

Nur eine Woche nachdem die Anzeige erschienen war, trug Cliftonville seine erste belegbare Begegnung gegen eine Auswahl von Rugbyspielern aus, die sich selbst Quidnunces nannte. Das Spiel fand am 29. September 1879 auf dem dritten Übungsplatz des Cliftonville Cricketklubs statt: Der neue Verein musste sich dort mit 1:2 geschlagen geben. Nicht besser sah es für den Cliftonville FC in der ersten Begegnung gegen den schottischen Fußballverein Caledonians aus, die mit einer 1:9-Blamage endete. Erst im dritten Anlauf konnte der Klub am 1. November 1879 den ersten Sieg der Vereinsgeschichte verbuchen: Der Gegner namens Knock wurde mit 3:1 geschlagen – ein Verein, der kurz zuvor ebenfalls unter Mitwirkung von John McAlery gegründet worden war.

Im Jahr 1880 war es wiederum John McAlery, der sich als Antriebskraft bei der Gründung des irischen Fußballverbands (Irish FA) hervortat. Die Gründungsversammlung des Verbandes fand am 18. November 1880 im Belfaster Queen's Hotel statt. Bei dieser Gelegenheit wurde die Austragung eines Pokalwettbewerbs, dem Irish Cup, beschlossen, dessen erste Runde am 10. Januar 1881 ausgetragen wurde. Das erste Finale des Irish Cup wurde am 9. April 1881 ausgespielt, in dem Cliftonville FC knapp mit 0:1 gegen Moyola Park unterlag. Schon 1883 war es dem Klub erstmals vergönnt, den Titel des Pokalsiegers mit einem 5:0-Sieg über Ulster für sich zu beanspruchen. Im Jahr 1888 folgte mit einem 2:1 über Distillery bereits der zweite Titel in der noch jungen Geschichte der Reds.

In weiterer Folge wurde die Aufnahme eines regulären Ligabetriebs mit der Gründung der Irish League am 14. März 1890 beschlossen, in welcher der Cliftonville FC eins von insgesamt acht Gründungsmitgliedern stellte. Cliftonville errang seinen ersten Meistertitel erst 16 Jahre später im Jahre 1906, allerdings ex aequo mit Distillery. Im selben Jahr der Ligagründung bezog der Verein nach einem Zusammenschluss mit dem YMCA schließlich eine permanente Spielstätte in direkter Nachbarschaft zum Cricket Club unweit der Cliftonville Road. Das auf einem zu dieser Zeit im Eigentum der Cliftonville Recreation Company Ltd stehenden Grund errichtete Solitude-Stadion ist bis zum heutigen Tag die Heimstätte des Cliftonville FC.

Im Jahre 1891 wurden erstmals zwei Partien im Solitude-Stadion unter elektrischer Beleuchtung ausgetragen, die quer über das Spielfeld gespannt war. Der Anstoß erfolgte jeweils um 20 Uhr; der Versuch wurde allerdings mit der Begründung abgebrochen, dass die Zuschauer Probleme gehabt hätten, dem Spiel zu folgen und „die Spieler als einzige mittendrin ihren Spaß gehabt hätten“. Im selben Jahr wurden schließlich auch Tornetze in der Solitude eingeführt.

Das Jahr 1897 konnte Cliftonville durch ein 3:1 im Finale gegen die Sherwood Foresters abermals den Pokalsieg erringen – ein Erfolg, der im darauffolgenden Jahrzehnt noch vier Mal gelang. Das Jahr 1910 bescherte der Cliftonville FC mit dem Gewinn der Meisterschaft nach 1906 schließlich noch einen weiteren Triumph in der Liga. Es sollte dann aber weitere 88 Jahre dauern, ehe der Cliftonville FC die Spitze der Irish League zum dritten Mal erklimmen durfte. Kurioserweise gab es im Irish Cup eine ähnliche Kluft, da auch in diesem Bewerb auf Cliftonville zwischen 1909 und 1979 äußerst magere Jahre warteten, obwohl man in den Jahren 1910 (0:1 gegen Distillery), 1927 (2:3 gegen Ards) und 1934 (0:4 gegen Linfield) immerhin jeweils noch das Finale erreichte. Auch in der Liga war die Ausbeute mehr als dürftig: Im Zeitraum zwischen 1937 und 1968 belegten die Reds insgesamt 22-mal den letzten Tabellenplatz, zwischen 1957 und 1968 sogar elfmal ununterbrochen in Folge. Und oft genug stand die Wiederaufnahme in die Irish League, welche damals noch einen nahezu geschlossenen Mitgliederkreis ohne Relegation aufwies, auf des Messers Schneide.

1970 bis 1979: Legendäre Jahre – John Platt und der Pokal

In den 1970er-Jahren begann für Cliftonville unter den Trainern Brian Halliday und Jackie Hutton schließlich die fast schon wundersame Wiederauferstehung des Vereins, die am 28. April 1979 mit dem Sieg des Irish Cup schließlich in einem längst legendären Triumph gipfelte. Bereits das Pokalendspiel neun Jahre zuvor sollte die jüngere Geschichte des Vereins maßgeblich beeinflussen, auch wenn den Reds hierbei keine aktive Rolle zugedacht war. Vielmehr kam es am 4. April 1970 während des im Solitude-Stadion ausgetragenen Cupfinals zwischen Linfield und Ballymena United zu schweren Ausschreitungen unter den Fans der beteiligten Vereine. Dies reichte der nordirischen Polizei schließlich als Grund aus, sämtliche Begegnungen des Linfield FC in der Solitude aus Sicherheitsgründen "bis auf weiteres" zu untersagen. Letztlich blieb die polizeiliche Verfügung nahezu 30 Jahre aufrecht und zwang den Cliftonville FC bis 1999 dazu, seine "Heimspiele" gegen Linfield in deren Windsor-Park-Stadion auszutragen.

In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts baute Jackie Hutton um Schlüsselspieler wie Tony Bell und Marty Quinn, vor allem aber um den 1975 von Coleraine verpflichteten John Platt schließlich eine Mannschaft auf, welche im nordirischen Fußball nach langer Zeit wieder mithalten konnte. Hutton profitierte dabei allerdings auch von seinem Vorgänger Brian Halliday, der mit seiner Arbeit bereits das Fundament für den unerwarteten Aufschwung des Vereins gelegt hatte. Mit insgesamt 99 Toren in 188 Spielen für Cliftonville wurde insbesondere John Platt von den Fans schon im Laufe seiner Karriere zur Ikone erhoben. Noch heute gilt der Name Platt den allermeisten Fans als Inbegriff der Erfolgsära der 70er Jahre. Mit einem spektakulären Doppelschlag gegen Glenavon am 29. November 1975, seinem zehnten Auftritt im Cliftonville-Trikot, machte Platt erstmals von sich reden. Und kaum ein Jahr später war er bereits eine fixe Größe in der Irish League. So war es auch Platt gegen Ards im Oktober 1976 vorbehalten, den Gegner mit vier Treffern fast im Alleingang abzufertigen. Aus dem langjährigen „Prügelknaben“ der Irish League war mittlerweile wieder ein ernstzunehmender Gegner geworden, auch wenn dem Team um Jackie Hutton weiterhin kein größerer Titel vergönnt war. Doch auch das sollte sich bald ändern.

Der hart umkämpfte 4:3-Sieg in der ersten Runde des Irish Cup gegen Titelverteidiger Linfield im Januar 1979 markierte den Ausgangspunkt des bislang wohl legendärsten Jahres in der Klubgeschichte. Erneut war es ein in Hochform aufspielender John Platt, der mit seinen zwei Toren den Unterschied ausmachte und den Reds zu einem bis heute unvergesslichen Sieg verhalf. Da Cliftonville in der Liga mit dem Abstieg schon bald nichts mehr zu tun hatte, konnte Trainer Hutton den sportlichen Schwerpunkt guten Gewissens auf das Weiterkommen im Irish Cup legen und seine wichtigsten Spieler dafür schonen. Mit dem 3:2 gegen Coleraine erreichte man folgerichtig das Halbfinale, in welchem man am Saint Patrick’s Day 1979 im Oval-Stadion gegen Ards mit einem 2:2-Unentschieden ein Wiederholungsspiel erzwang. Hier erwies sich einmal mehr Platt als Matchwinner, da dessen Treffer per Strafstoß der einzige blieb und zum ersten Finaleinzug im Irish Cup seit 1934 reichte. In der allgemeinen Euphorie versprach Platt den Fans prompt, mindestens ein Endspieltor zu schießen; er sollte Wort halten.

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