Claudia Anna-Maria Felser (auch: Claudia Felser-Wenz, * 28. Juli 1962 in Aachen) ist eine deutsche Chemikerin und Materialwissenschaftlerin sowie Hochschullehrerin. Seit 2011 ist Felser Direktorin am Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden. Seit dem 23. Juni 2023 ist Felser Vizepräsidentin der Max-Planck-Gesellschaft.
Claudia Felser ist seit 2014 mit dem Physiker Stuart S. P. Parkin verheiratet und hat aus erster Ehe eine erwachsene Tochter.
Felser studierte von 1984 bis 1989 Chemie an den Universitäten Bonn und Köln und schloss das Studium 1989 mit Diplom ab. Anschließend arbeitete sie in der Forschungsgruppe von Georg Hohlneicher und wurde in Köln 1994 mit einer Arbeit über Bandstrukturrechnungen und Photoemissionsexperimente an zwischenvalenten Europiumverbindungen promoviert. Im Folgejahr forschte sie unter Arndt Simon und Ole Krogh Andersen am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart über Supraleiter und ging von 1995 bis 1996 an das französische Centre national de la recherche scientifique in Nantes, wo sie in der Forschungsgruppe von J. Rouxel forschte. 1996 kam sie als Hochschulassistentin an die Universität Mainz, wo sie sich 2002 habilitierte und von 2003 bis 2014 Professorin für anorganische und analytische Chemie war. Seit 2011 leitet Felser als Direktorin am Dresdner Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe die Abteilung Festkörperchemie. An der Technischen Universität Dresden ist sie seit 2012 Honorarprofessorin. 2019 war Felser Mitgründerin des Exzellenzclusters Komplexität und Topologie in Quantenmaterialien: Grundlegende Konzepte, Materialdesign und neue Technologien (ct.qmat) an der TU Dresden.
Umfassten ihre ersten Forschungsschwerpunkte Heuslerverbindungen, das Design, die Synthese und die physikalische Untersuchung neuer Quantenmaterialien sowie Materialien für Energietechnologien (Solarzellen, Thermoelektrik, Katalyse), so konzentriert sich ihre Forschungstätigkeit neben den genannten Gebieten auf die Relativistische Materialwissenschaft. Felser entwickelte zusammen mit anderen Wissenschaftlern das Gebiet der topologischen Quantenchemie, das das Design, die Synthese und die Realisierung neuer multifunktionaler Materialien umfasst, wobei alle drei Punkte von der Theorie geleitet werden. Insbesondere neue Materialien für Quantentechnologien wie topologische Isolatoren, Weyl- und Dirac-Semimetalle, Skyrmionen, Supraleiter, neue Fermionen und neue Quasiteilchen (Axionen, Majorana, Parafermionen etc.) stehen in Felser's Forschungs-Fokus.
Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)
Claudia Felser erhielt während ihrer bisherigen wissenschaftlichen Laufbahn zahlreiche Preise und Auszeichnungen und ist gewähltes Mitglied bzw. Fellow bedeutender wissenschaftlicher Institutionen. 2011 und erneut 2017 erhielt sie einen ERC Advanced Grant.
2001: Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz
2010: Nakamura-Vorlesung 2010 an der University of California, Santa Barbara
2012: Fellow der American Physical Society (APS)
2018: Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
2019: James C. McGroddy Prize for New Materials der American Physical Society
2020: Mitglied der National Academy of Engineering
2021: Internationales Mitglied der National Academy of Sciences
2022: Liebig-Denkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemiker
2022: Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur
2022: Wilhelm-Ostwald-Medaille der Sächsischen Akademie der Wissenschaften
2023: Hall of Fame der deutschen Forschung
2025: Auswärtiges Mitglied der Royal Society