Claudia Bausewein (* 14. Januar 1965 in München) ist eine deutsche Palliativmedizinerin und Lehrstuhlinhaberin für Palliativmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 2021 ist sie Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.
Nach dem Abitur 1984 und einem Freiwilligen Sozialen Jahr studierte Claudia Bausewein 1985–1992 Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, arbeitete anschließend (1992–1994) als Ärztin im Praktikum (AIP) in München an der IV. Medizinischen Abteilung des Städt. Krankenhauses Harlaching (Chefarzt Reiner Hartenstein), München. 1993 wurde sie nach Verteidigung ihrer von Reiner Hartenstein als Doktorvater betreuten Dissertationsschrift Die Situation terminal kranker Tumorpatienten. Eine Analyse bei Einweisung ins Krankenhaus zum Dr. med. promoviert und erhielt 1994 die Approbation als Ärztin. Anschließend war sie als Assistenzärztin im Hospiz „Sir Michael Sobell House“ bei Robert Twycross, Oxford, England tätig, dann bis 2001 als Assistenzärztin wieder in der IV. Medizinischen Abteilung in München-Harlaching.
Sie bildete sich weiter an der University of Cardiff, Wales mit dem Abschluss „Diploma in Palliative Medicine“, baute 1997 die München Klinik Harlaching in München–Harlaching mit auf und war dort bis 2001 Leitende Stationsärztin. 1999 erhielt sie ihre Anerkennung als Internistin. Von 2001 bis 2007 arbeitete sie als Oberärztin im Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin an der Universität München Großhadern. 2003 erwarb sie den Abschluss „Master of Science in Palliative Care“ (distinction), am King’s College in London, im Jahr 2004 die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin, 2005 die Weiterbildungsbefugnis der Bayerischen Landesärztekammer für Palliativmedizin. Von 2006 bis 2007 nahm sie die Aufgabe des Geschäftsführenden Vorstands des Interdisziplinären Zentrums für Palliativmedizin am Klinikum der Universität München-Großhadern wahr.
Von 2005 bis 2009 arbeitete sie zunächst als „Cicely Saunders International Research Training Fellow“ und dann als Senior Clinical Research Fellow und erster Saunders Scholar am Cicely Saunders Institute am King’s College in London. Im Jahr 2009 erwarb Claudia Bausewein unter der Betreuung von Irene Higginson, Sara Booth und Marjolein Gysels den akademischen Grad eines PhD am King’s College, London.
Im Juli 2012 übernahm sie den Lehrstuhl für Palliativmedizin an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität und damit die Leitung des Interdisziplinären Zentrums für Palliativmedizin im Klinikum Großhadern. Seit Mai 2013 ist sie Direktorin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am Klinikum der Universität München. Im Jahr 2024 wurde Claudia Bausewein in der Sektion Global Health in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen.
Mitarbeit in Gremien und Fachgesellschaften
Christophorus Hospiz Verein, München (Vorstandsmitglied 1993–2001)
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)
Wissenschaftliche Kongresse der DGP 2006 in Hamburg, 2008 in Wiesbaden sowie 2010 in Dresden
Sprecherin der Landesvertretung der DGP Bayern
Expertenkommission „Palliativmedizin“ im Bayerischen Sozialministerium (Mitglied 2002–2007 und wieder seit 2012)
European Association for Palliative Care EAPC (Nicht-Regierungs-Organisation NGO beim Europarat) Mitglied des Board of Directors 2011–2015
Section Editor von BMC Palliative Care
Spiritual Care. Zeitschrift für Spiritualität in den Gesundheitsberufen (Mitglied des wissenschaftlichen Beirats ab 2012)
"PAALiativ – Intelligente technische Unterstützungsmöglichkeiten in der häuslichen Versorgung für Menschen in ihrem letzten Lebensjahr" (Entwicklungs- und Forschungsprojekt), (2009–2012) Projektleitung zusammen mit Nina Scheve und Steffen Simon
"SYMPATIE – Symptomverläufe bei Patienten mit einer ernsthaften Erkrankung – Unterstützung im eigenen Zuhause" (deskriptive, quantitative Longitudinalstudie über 12 Monate), (2010–2012) Projektverantwortlich zusammen mit Verena Gerdes, Nicole Sowinsky und Steffen Simon
"Experiences and characteristics of episodic breathlessness – a systematic review" (Systematic Review), (2009–2010) Projektverantwortlich zusammen mit Christina Ramsenthaler, Steffen Simon
"Experiences of episodic breathlessness (EB) in patients with advanced disease" (mixed-methods mit qualitative Interviews, quantitativer und bildlicher Darstellung) Projektverantwortlich zusammen mit Steffen Simon und Irene Higginson.