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Cihat Arman

Türkischer Fußballspieler, -trainer und -funktionär

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Cihat Arman (* 16. Juli 1915 in Istanbul; † 14. Mai 1994 ebenda) war ein türkischer Fußballtorhüter, -trainer und -funktionär. Durch seine lange Tätigkeit für Fenerbahçe Istanbul wird er sehr stark mit diesem Verein assoziiert und als einer der wichtigsten Torhüter der Vereinsgeschichte aufgefasst. So ist er einer von fünf Spielern, die namentlich in dem offiziellen Fenerbahçe-Marsch Erwähnung finden. Der Verein hat zudem seinen Spitznamen Sarı Kanaryalar (dt. Die gelben Kanarienvögel) durch Arman erhalten, nachdem dieser jahrelang mit einem gelben Trikot seine Spiele bestritt. Aufgrund seiner teilweise spektakulären Torwartparaden, in denen er oft Flugeinlagen durchführte, erhielt er den Spitznamen Uçan Kaleci (dt. Der Fliegende Torhüter). Ein weiterer Spitzname war Yenilmez Adam (dt. Der unbesiegbere Mann). Er trug lange Zeit sowohl bei Fenerbahçe als auch in der türkischen Nationalmannschaft mehrere Jahre die Kapitänsbinde. Mit letzterer nahm er an den Olympischen Sommerspielen 1936 und 1948 teil. Nach seiner Fußballkarriere arbeitete er bei Fenerbahçe und dem türkischen Fußballverband als Vereinsfunktionär bzw. Vorstandsmitglied.

Die ersten Jahre und Gençlerbirliği Ankara

Arman besuchte das renommierte Galatasaray-Gymnasium und interessierte sich während dieser Zeit für das Fußballspielen. Durch die Arbeit seines Vaters Faik Arman, welcher als Bankangestellter bei der Ziraat Bankası arbeitete, zog allerdings die Familie nach Ankara. Dadurch konnte Arman den üblichen Weg der Galatasaray-Gymnasiasten nicht gehen und die Nachwuchsabteilung des Vereins Galatasaray Istanbul besuchen. In Ankara setzte er seine Schullaufbahn fort und begann als 15-Jähriger in der Nachwuchsabteilung des damals populären Vereins Gençlerbirliği Ankara mit dem Vereinsfußball. Hier wurde er binnen kürzester Zeit in die A-Mannschaft aufgenommen und spielte mit Gençlerbirliği in der Ankara Futbol Ligi (dt. Fußballliga Ankara). Zum Zeitpunkt seines Eintritts in die erste Mannschaft existierte in der Türkei keine landesübergreifende Profiliga. Stattdessen existierten in den Ballungszentren wie Istanbul, Ankara, Izmir, Adana und Trabzon regionale Ligen, von denen die İstanbul Futbol Ligi (dt.: Istanbuler Fußballliga) als die renommierteste galt und dieser die Fußballliga Ankara folgte. Bei Gençlerbirliği etablierte sich der noch nicht volljährige Arman schnell als Stammtorhüter und gewann in der Saison 1934/35 die Meisterschaft Ankaras. Nachdem sich ein Talent schnell innerhalb der türkischen Fußballszene herumgesprochen hatte, stieg er 1936 dann zum Nationalspieler auf und nahm mit der Türkischen Nationalmannschaft an den Olympischen Sommerspielen 1936 teil.

Im Anschluss an die Olympiade 1936 wechselte Arman zum erst vor einem Jahr neugegründeten Verein Güneş Istanbul. Mittr der 1935er Jahre kam es innerhalb der Mannschaft von Galatasaray Istanbul zu einer heftigen Kontroverse. Als Folge kam es 1935 unter der Führung von Ulvi Yenal und Yusuf Ziya Öniş zu einer Trennung und der Gründung von Güneş SK. Unter den Spielern, die Galatasaray verließen und zu Güneş wechselten, befanden sich auch viele ehemalige Mitschüler Armans, wie z. B. İbrahim Tusder, Rebii Erkal, Refii Erkal und Rasih Minkari. Dieser Verein etablierte sich auf Anhieb in der İstanbul Futbol Ligi. Bereits in der ersten Saison mit Arman spielte der Klub lange Zeit mit Fenerbahçe Istanbul um die Meisterschaft mit. Am Saisonende wurde man hinter Fenerbahçe, aber noch vor Galatasaray Istanbuler Vizemeister. In der nächsten Saison, der Saison 1937/38 spielte die Mannschaft wieder mit Fenerbahçe um die Meisterschaft. Dieses Mal setzte sich Güneş punktgleich aber des besseren Torverhältnisses wegen gegen Fenerbahçe durch und wurde zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Istanbuler Meister. So besiegte die Mannschaft in dieser Liga auch Galatasaray mit 0:7 deutlich und entschied dieses prestigeträchtige Match für sich. In der gleichen Saison nahm die Mannschaft auch an der Millî Küme teil, einer Art Meisterschaft, an der die Mannschaften der drei Großstädte Istanbul, Ankara und Izmir teilnahmen. In dieser Liga, die im Anschluss an die Istanbuler Fußballliga im Frühjahr bis Sommer gespielt wurde, setzte sich Güneş mit großem Punkteabstand gegen alle anderen Teams durch und gewann auch dieses Turnier. Arman absolvierte nahezu alle Pflichtspiele für seinen Verein und hatte an den Erfolgen großen Anteil. Güneş startete auch sehr erfolgreich in die neue Saison und holte in den ersten vier Spieltagen elf der zwölf möglichen Punkte. Nach diesem 4. Spieltag löste sich Güneş mit einer unerwarteten und plötzlichen Entscheidung wieder auf und zog sich aus der Liga zurück.

Alle Spieler blieben nach Vereinsauflösung von Güneş SK bis zum Saisonende vereinslos. Am Saisonende kehrten einige Spieler zu Galatasaray zurück, während andere eine Rückkehr zu Galatasaray ablehnten. Arman wechselte mit solchen Spielern wie İbrahim Tusder, Ömer Boncuk, Melih Kotanca, Rebii Erkal und Rasih Minkari zum Erzrivalen Fenerbahçe Istanbul.

Bei Fenerbahçe eroberte Arman auf Anhieb die Stammtorhüterposition und behielt diesen verletzungsbedingten Ausfällen ausgeschlossen nahezu bis zu seinem Karriereende. In den ersten vier Spielzeiten bei Fenerbahçe musste Arman mit seiner Mannschaft die sehr starke Periode vom Erzrivalen Beşiktaş Istanbul miterleben und hatte vier Mal das Nachsehen gegenüber diesem Klub. Lediglich in der Saison 1939/40 gewann der Klub den Millî Küme und in der Saison 1942/43 den Maarif Mükafatı. In der Saison 1941/42 absolvierte Arman nahezu die gesamte Saison. In der Saison 1943/44 gelang es Armans Mannschaft schließlich, sich gegenüber Beşiktaş durchzusetzen und nach sieben Jahren wieder die Istanbuler Meisterschaft zu gewinnen. Nach dieser Meisterschaft gab Arman mit seiner Mannschaft erneut die Meisterschaften an Beşiktaş, konnte aber ein Mal den İstanbul-Pokal, zwei Mal den Bildungsministeriums-Pokal und den Premierminister-Pokal. In den zwei Spielzeiten 1946/47 und 1947/48 gelang dem Klub die Istanbuler Meisterschaft.

Die nächste Spieltag übernahm Arman bei Fenerbahçe als Spielertrainer auch den Posten des Cheftrainers. Er ließ sich selbst nicht in jede Begegnung aufstellen und gab seinen Ersatzkeepern Erdal Kocaçimen und Hüsnü Terzioğlu auch die Möglichkeit, Spielpraxis zu sammeln. Im Februar wurde er vom Engländer Peter Molloy als Cheftrainer abgelost, wurde aber von Molloy auch weiterhin als Torhüter eingesetzt. Sein Klub beendete die Saison weit abgeschlagen hinter Galatasaray und Beşiktaş als Tabellendritter. In der neuen Saison eroberte Arman wieder einen Stammplatz. Fenerbahçe spielte zwar lange Zeit um die Meisterschaft mit, vergab allerdings diesen Titel erneut an Beşiktaş. Allerdings konnte der Bildungsministeriums- und der Premierminister-Pokal gewonnen werden. Die Saison 1950/51 absolvierte Arman nur zwei Ligaspiele und verlor seinen Stammplatz erneut an Kocaçimen. Am Anschluss an diese Saison beendete er seine Karriere.

Arman begann seine Länderspielkarriere während seiner Zeit bei Gençlerbirliği Ankara mit einem Einsatz für die Türkische Nationalmannschaft in einem Testspiel gegen die Jugoslawische Nationalmannschaft. Nach diesem Einsatz war er bis zum Ende des Jahres 1949 als Erster Nationaltorhüter unumstrittenen gesetzt und absolvierte während dieser Zeit auch alle Nationalspiele seines Landes. Wegen des Zweiten Weltkriegs wurden elf Jahre lang keine Länderspiele ausgetragen.

Mit der türkischen Auswahl nahm Arman an den Olympischen Sommerspielen 1936 1948 teil. Zudem nahm er mit der Nationalmannschaft im Sommer 1949 am Mittelmeerpokal teil und belegt hinter der zweiten Auswahl der italienischen Nationalmannschaft den zweiten Platz. Insgesamt absolvierte er zwölf A-Länderspiele und ein B-Länderspiel. In neun der zwölf A-Länderspieleinsätze trug Arman die Mannschaftskapitänsbinde.

1949 betreute er als Spielertrainer die türkische Nationalmannschaft, stellte statt sich selbst seinen Ersatz Erdal Kocaçimen im Tor auf und verhalf diesem zu dessen einzigem Länderspieleinsatz.

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