Christopher Roth (* 26. Juni 1964 in München) ist ein deutscher Filmregisseur, Künstler und Fernsehproduzent. In seinen Projekten behandelt er u. a. Themen aus Gesellschaft, Kunst, Philosophie, Politik, Soziologie und Architektur.
Roth studierte von 1985 bis 1992 an der Hochschule für Fernsehen und Film München. 2000 zog er nach Berlin. Seit 2017 lehrt er Storytelling in Architecture an der ETH Zürich am Departement für Architektur.
Im Dezember 2021 wurde er von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in die Liste der Kulturpersonen des Jahres auf Platz 14 aufgenommen.
Er ist mit der Schauspielerin Jeanne Tremsal liiert.
Roth ist als Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent tätig.
Er hat von 1998 bis 2010 Werbefilme für verschiedene Agenturen gedreht und unter anderem mit ehemaligen Fußballern (Sepp Maier, Franz Beckenbauer) und Personen aus der Unterhaltungsbranche (Thomas Anders, Dieter Bohlen, Dolly Buster, Thomas Gottschalk, und Harald Schmidt) zusammengearbeitet.
Sein Debüt als Spielfilmregisseur gab er 1995 mit Looosers!, einem Film über zwei durchschnittlich begabte Werbetexter, die von Bernd Michael Lade und Oliver Korittke dargestellt wurden und sich in Ulrika, dargestellt von Liane Forestieri, verlieben.
Mit Baader, einer Erzählung über Andreas Baader und die RAF, wurde er 2002 auf der 52. Berlinale mit dem Silbernen Bären/Preis der Jury in der Kategorie Neue Perspektiven der Filmkunst ausgezeichnet. Mit dem Film stand er auch im Wettbewerb um den Goldenen Bären.
2016 wurde der in Zusammenarbeit mit Tilda Swinton entstandene Film The Seasons in Quincy: Four Portraits of John Berger auf der 66. Berlinale uraufgeführt. Neben Colin MacCabe, Bartek Dziadosz und Tilda Swinton war Roth für den Dokumentarfilm mitverantwortlich.
In dem 2017 erschienenen Film Axolotl Overkill von Helene Hegemann ist Roth Schauspieler.
Ende Juni 2022 hatte Servus Papa, See You in Hell, ein Film über das Erwachsenwerden in einer Kommune in den 1980er Jahren, beim Filmfest München Premiere und war in den Kategorien Regie, Drehbuch und Schauspiel nominiert.
Roth verwendet TV als Medium und Distributionsplattform, um auf Themen hinzuweisen und diese in einem verständlichen und zugänglichen Format zu präsentieren und zu verbreiten. 2018 hat er die Fernsehplattform space-time.tv gegründet, die vier unterschiedliche Kanäle hat und laufend neue Inhalte veröffentlicht. Darauf werden Inhalte aus unterschiedlichen Bereichen wie Gesellschaft, Kunst, Politik, Wissenschaft uvm. präsentiert. Die Logos wurden von den Designern und Künstlern Diann Bauer, Angela Bulloch und Manuel Bürger gestaltet.
Der Sender REALTY-V ist im Rahmen des Langzeitprojektes REALTY von und mit Tirdad Zolghadr entstanden und behandelt Themen wie Gentrifizierung, Urbanismus, Zukunft und globale und lokale Zusammenhänge. Die Inhalte setzen sich mit der Rolle der zeitgenössischen Kunst in der jüngeren Geschichte der Stadterneuerung auseinander.
Im Mai 2022 wurde das Buch REALTY. Beyond the Traditional Blueprints of Art & Gentrification mit einem Beitrag von REALTY-V veröffentlicht und in KW Institute for Contemporary Art präsentiert.
Auf station.plus werden vorwiegend Inhalte gezeigt, die am Lehrstuhl von Arno Brandlhuber an der ETH Zürich entstehen und von Studierenden produziert wurden. Der Sender wurde 2017 zusammen mit Arno Brandlhuber und Olaf Grawert gegründet.
Das Studio des Senders 42 befindet sich auf dem Gelände der Fahrbereitschaft der Sammlung Haubrok. Der Kanal verwendet Fernsehen als Übertragungsinstrument für künstlerische und utopische Ideen und zeigt Fernsehproduktionen von Künstlern die seit den 1970er Jahren entstanden sind.
2038 ist der Kanal für 2038, das internationale Team von Architekten, Künstlern, Ökologen, Ökonomen, Wissenschaftlern, Politikern, Schriftstellern, das 2019 für das Projekt 2038 – Die Neue Gelassenheit als Beitrag zur Architekturbiennale Venedig 2021 kuratiert wurde.
Mit sogenannten TV Hacks wurden 2020 für einen Zeitraum von drei Wochen über 20 Webseiten mit dem Fernsehkanal space-time.tv gehackt und dessen Programm gestreamt. Darunter waren unter anderem die Seiten von CAF × Copenhagen Architecture Festival, e-flux architecture und ARCH+.