Christoph Transchel (* 12. Juni 1721 in Braunsdorf; † 8. Januar 1800 in Dresden) war ein deutscher Komponist und Klavierlehrer.
Christoph Transchel, als Bauernsohn aus armen Verhältnissen stammend, erhielt seine erste Ausbildung in den Sprachen, in den Wissenschaften und in der Tonkunst bei einem Landpfarrer in der ländlichen Umgebung seines Geburtsortes. Transchel lernte in seiner frühen Ausbildung auch bereits „etwas Latein“.
Ab 1731 besuchte er das Gymnasium in Merseburg, wo er Musikunterricht bei dem damaligen Konzertmeister und Kantor Förster erhielt. Nach bestandenem Maturitäts-Examen nahm er 1742 an der Universität Leipzig ein Theologie- und Philosophiestudium auf, das er mangels Vermögen und aufgrund fehlender familiärer Unterstützung durch Stundengeben, besonders in der Musik, finanzieren musste. Er wandte sich mehr und mehr der Musik zu und gab das Studium schließlich aus finanziellen Gründen vollständig auf. In Leipzig kam er in Kontakt zu Johann Sebastian Bach, der aufgrund von Transchels Fleiß und Talent auf ihn aufmerksam geworden war, und wurde dessen unentgeltlicher Schüler, Freund und Kopist. Dank dieser Ausbildung war er als Musiklehrer sehr erfolgreich. Nach Bachs Tod verließ er 1755 auf Veranlassung seiner Freunde und Gönner Leipzig und lebte bis zu seinem Tod als Musiklehrer in Dresden, wo er bald „vielfache und lohnende Beschäftigung als Klavierlehrer fand“ und zum „Gesuchtesten in diesem Fache wurde.“
Er erregte „durch sein meisterhaftes Clavierspiel solches Aufsehen, dass ihm von allen Seiten Schüler zuströmten. Sein Unterricht wurde zuletzt so theuer bezahlt, dass er sich ein nicht unbedeutendes Vermögen erwarb.“ Transchel soll das Klavier „mit ausserordentlicher Feinheit und Delikatesse“ gespielt haben. Auch für Johann Nikolaus Forkel war er „ein feiner Clavierspieler und ein guter Musiklehrer“, dessen 6 Polonaisen für Clavier Forkel neben den Polonaisen Friedemann Bachs für die besten hielt. Von Transchels Kompositionen sind eine Sonate für Cembalo, Polonaisen und Menuette erhalten, die jedoch ungedruckt blieben und nur in Manuskripten in Schüler- und Liebhaberkreisen zirkulierten. Transchel selbst konnte sich zu seinen Lebzeiten nicht dazu entschließen, seine Kompositionen in Druck zu geben. Manuskripte von insgesamt 14 Polonaisen Transchels werden in der Königlichen Privat-Musikaliensammlung des sächsischen Königshauses in Dresden verwahrt.
Transchel, der im Besitz umfassender Sprachkenntnisse gewesen sein soll, besaß eine große Musikaliensammlung und eine Bibliothek, die die „vorzüglichsten Werke der neueren und älteren Schriftsteller“ umfasste. Ab 1792 wusste Transchel wegen Kränklichkeit das Stundengeben weitgehend aufgeben. Begraben wurde er am 12. Januar 1800 auf dem Johanniskirchhof. Nach älteren Quellen starb Transchel im Sommer oder Mitte des Jahres 1800 im Alter von 79 Jahren.
Christoph Transchel. In: Ernst Ludwig Gerber: Historisch-Biographisches Lexicon der Tonkünstler. Zweyter Theil. N–Z. Leipzig 1792. Band 2, Spalte 671.
Christoph Transchel. In: Eduard Bernsdorf: Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. André, Offenbach 1861. Band 3, Seite 751/752.
Christoph Transchel. In: Mendel-Reissmann: Musikalisches Conversations-Lexikon 1870–79/83. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für Gebildete aller Stände. Begründet von Hermann Mendel, fortgesetzt von Dr. August Reissmann (ab Bd. VII, 1876). Band 10. Stradivarius – Veitztanz. Berlin 1878, Seite 281.
Christoph Transchel. In: Robert Eitner: Biographisch-Bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 9. Schein – Tzwiefel. Leipzig 1903, Seite 443/444.
Christoph Transchel (1721-1800) – Polonaisen und Menuette (Tondokument)