An diesem Tag

Christoph Strautmann

Evangelisch-lutherischer Geistlicher, lettischer Märtyrer

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Christoph Strautmann (* 11. Novemberjul. / 23. November 1860greg. in Schnickern, Gouvernement Kurland, Russisches Kaiserreich; † 19. März 1919 in Alt-Rahden, Lettische SPR), lettisch Kristaps Strautmanis oder Kristaps Strautmans, war ein lettischer Pastor. Er gilt als evangelischer Märtyrer und ist auf dem Rigaer Märtyrerstein verzeichnet.

Die Datumsangaben in diesem Artikel richten sich, wenn nicht anders angegeben, für den Zeitraum bis 1918 nach dem julianischen Kalender.

Ausbildung und Tätigkeit als Lehrer

Christoph Strautmann war der Sohn des finanziell schlecht gestellten kurländischen Volksschullehrers Michael Strautmann. Er ging zur Gemeindeschule in Schnickern. 1878 erlangte er seinen Realschulabschluss in Mitau. Christoph Strautmann galt als fleißig und zäh, so dass er seine Bildungsziele erreichen konnte. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich früh selbst. 1884 bestand er sein Examen als Kreislehrer. 1880 bis 1890, also schon vor seinem Abitur als Externer am Mitauschen Gymnasium im Juni 1889, das er mit der Note „gut“ bestand, war er pädagogisch tätig.

So erkämpfte er sich den ersehnten Zugang zur Universität, den er im Alter von fast 30 Jahren erreichte: 1890 bis 1893, in sechs Semestern, studierte er Theologie an der Kaiserlichen Universität Dorpat. Seit dem 21. November 1890 war er Mitglied des Theologischen Vereins Dorpat. Am 12. Dezember 1891 erhielt er für seine Abhandlung „Luthers Lehre vom Gesetz“ eine Silbermedaille von seiner Fakultät. 1892 erhielt er eine Goldmedaille.

Nach seinem Studienabschluss als Kandidat im November 1893, dem Bestehen seiner Prüfungen vor dem Konsistorium in Mitau und seinem Probejahr, das er von 1893 bis 1894 bei Propst Seesemann in Grenzhof verbrachte, arbeitete er wieder für einige Jahre erfolgreich als Lehrer, nämlich von 1894 bis 1895 in Mitau an der Stavenhagenschen Schule und von 1895 bis 1896 in Irmlau in Kurland am Volksschullehrerseminar.

Konflikte bei der Amtseinführung als Pastor

Als der Bausker Pastor Carl Georg Seiler starb, wurde Strautmann im Jahre 1895 von der Mehrheit der Patrone der örtlichen Kirche zu dessen Nachfolger als Pastor der lettischen Gemeinde bestimmt, während eine Minderheit der Patrone und die Mehrheit der Gemeinde den Sohn des Verstorbenen, Pastor-Adjunkt Herrmann Seiler, favorisierten. Es wurden Vermutungen laut, dass es bei der Wahl zu Unregelmäßigkeiten gekommen war, so dass Neuwahlen notwendig seien. Die Gottesdienste wurden in dieser Zeit von Pastoren der Nachbargemeinden gehalten. Befürworter von Neuwahlen verursachten in den Gottesdiensten absichtlich Lärm und störten mit lautem Gerede und Zwischenrufen.

Am zweiten Adventssonntag 1895 wurde es während des Abendmahls so laut, dass der Pastor seine Rede unterbrechen musste, mit den Worten: „Wenn ihr redet, muss ich wohl schweigen.“ Die Störung der Religionsausübung war juristisch strafbar. Trotz der Tumulte wurde Strautmann am 5. Mai 1896 schließlich in Mitau vom Generalsuperintendent Boettcher ordiniert.

Strautmann galt als verschlossen; was in ihm vorging, gab er nur wenigen preis; nicht viele konnten ihn verstehen. In der Pastorenschaft hatte er nur einen Freund, nämlich Hans Bielenstein. Da er sich seinen gesellschaftlichen Aufstieg hart erkämpfen musste, waren auch seine Erwartungen an seine Gemeinde entsprechend hoch, was ihn hart erscheinen ließ. Im Umgang mit Kindern zeigte sich aber seine liebevolle Seite.

Kurländischer Direktor der Lettisch-Literärischen Gesellschaft

1899 heiratete Christoph Strautmann seine zweite Frau, Olga Baronesse von der Ropp.

Neben seiner geistlichen Tätigkeit war Christoph Strautmann Mitglied der Kurländischen Gesellschaft für Literatur und Kunst. Ferner war er, ebenso wie der 1905 ermordete Pastor Karl Schilling, der 1906 ermordete Propst Ludwig Zimmermann, die 1919 von Bolschewiki hingerichteten Geistlichen Hans Bielenstein, Alexander Bernewitz, Xaver Marnitz, Arnold von Rutkowski, Paul Fromhold-Treu, Karl Schlau, Eberhard Savary, Eugen Scheuermann und Wilhelm Gilbert und wie die Pastoren Gustav Cleemann und Erwin Gross, die an den Folgen ihrer Gefangenschaft bei den Bolschewiki starben, ordentliches Mitglied der Lettisch-Literärischen Gesellschaft, die sich der Erforschung der lettischen Sprache, Folklore und Kultur widmete.

Ab 1903 war er deren kurländischer Direktor.

Während der Russischen Revolution 1905 und deren Nachwehen blieb Pastor Strautmann bei seiner Gemeinde.

Als kurländischer Direktor der Lettisch-Literärischen Gesellschaft berichtete Strautmann am 5. Dezember 1907 bei der 77. Jahresversammlung der Gesellschaft in Mitau über die lettische Literatur der vergangenen Jahre. Bei der 80. Jahresversammlung der Gesellschaft am 6. Dezember 1911 hielt er ein Referat über 20 im Jahre 1911 in Kurland herausgegebene lettische Bücher und Schriften. Da er seinen Rücktritt als Direktor eingereicht hatte, wurde auf dieser Versammlung Pastor Wilhelm Gilbert aus Siuxt zu seinem Nachfolger gewählt.

Die Gesellschaft wurde überwiegend von deutsch-baltischen Pastoren und Intellektuellen getragen. Für die Letten selbst war eine höhere Bildung zur Zeit der kaiserlich-russischen Vorherrschaft noch kaum zugänglich, ihre Kultur führte ein Schattendasein. Strautmann gehörte mithin zu den vergleichsweise wenigen privilegierten Letten seiner Zeit.

Während des Ersten Weltkrieges

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Christoph Strautmann | World in Stories