Christoph Maria Herbst (* 9. Februar 1966 in Wuppertal) ist ein deutscher Schauspieler, Komiker, Synchronsprecher sowie Sprecher von Hörspielen und Hörbüchern. Für seine Darstellung des Stromberg in der gleichnamigen Comedy-Fernsehserie erhielt er unter anderem 2006 den Adolf-Grimme-Preis und dreimal in Folge den Deutschen Comedypreis als „bester Schauspieler“.
Herbst ist das jüngste Kind einer katholischen Familie. Sein Vater war Beamter, seine Mutter Hausfrau. Auch seine älteren Schwestern Stefanie und Isabell tragen den Taufnamen Maria. Bereits in der Schule beteiligte er sich an Kabarett-Projekten und einer Theater-AG. Er schloss die Schule (davon neun Jahre in einer Klasse mit Holger Wienpahl) mit dem Abitur am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium in Wuppertal-Elberfeld ab. Als Ministrant und Lektor (Vorleser im Gottesdienst) hatte er schon früh Erfahrung mit öffentlichen Auftritten.
Danach erlernte er in den Jahren 1985 bis 1987 den Beruf des Bankkaufmanns bei der Deutschen Bank.
Schon während seiner Bankausbildung war Herbst in der freien Theaterszene in Wuppertal aktiv. Dort war er 1986 an der Gründung des privaten Theaters in Cronenberg mit angeschlossener Schauspielschule beteiligt und trat unter anderem in Neil Simons Barfuß im Park und William Shakespeares Macbeth auf.
1989 erhielt er nach vergeblichen Bewerbungen bei Schauspielschulen ein Engagement am Landestheater Dinslaken. Zwischen 1992 und 1996 folgten Engagements in verschiedenen Produktionen am Stadttheater Bremerhaven, darunter als Bräutigam in Bluthochzeit oder als Romeo in Romeo und Julia. Von 2002 bis 2003 war Herbst im Metropol-Theater in München in der gleichnamigen Theateradaption der Woody-Allen-Komödie Broadway Danny Rose. Seit 2005 tritt er neben Bastian Pastewka, Michael Kessler und Jürgen Tonkel wiederkehrend in der Komödie Männerhort am Berliner Theater am Kurfürstendamm auf. Das erfolgreiche Ensemble bestritt 2008 eine bundesweite Tournee, Stationen waren unter anderem das Winterhuder Fährhaus in Hamburg und das Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen.
Im Rahmen der Nibelungenfestspiele 2009 in Worms stand Herbst in Das Leben des Siegfried als Hagen auf der Bühne.
Im Jahr 1997 trat Christoph Maria Herbst im Fernsehen erstmals in Sketchup – The Next Generation in Erscheinung. Von 2001 bis 2003 agierte er als Nebendarsteller in der Sat.1-Comedy-Reihe Ladykracher und wurde dafür mit dem Deutschen Comedypreis 2002 ausgezeichnet.
2004 startete auf ProSieben die erste achtfolgige Staffel der als Mockumentary angelegten Comedy-Serie Stromberg mit Christoph Maria Herbst als Abteilungsleiter Bernd Stromberg. Nach einigen Startschwierigkeiten schloss sich 2005 mit zehn Folgen eine zweite und 2007 mit acht Folgen eine dritte Staffel an. Für seine von der Fachpresse gelobte Darstellung des sogenannten „Ekelchefs“ wurde Herbst mit mehreren Preisen geehrt, darunter dem Adolf-Grimme-Preis 2006 sowie dem Deutschen Comedypreis 2005, 2006 und 2007. Ursprünglich sollte die im Mai 2009 abgedrehte vierte Staffel die letzte sein. Herbst äußerte sich in diesem Zusammenhang, er sei nicht daran interessiert, sich an eine einzige Rolle zu klammern und die Marke Stromberg auszumelken. Am 22. Juli 2010 wurde jedoch bekannt, dass neben einem Film auch eine fünfte Staffel in Planung sei. Diese lief am 8. November 2011 an.
2007 strahlte Sat.1 mit Hilfe! Hochzeit! – Die schlimmste Woche meines Lebens eine weitere Comedy-Reihe mit Herbst als Hauptdarsteller aus, für die er ebenfalls mit dem Deutschen Comedypreis als „Bester Schauspieler“ ausgezeichnet wurde. In Folge 3 der TV-Serie Mord mit Aussicht hat Herbst einen kurzen Gastauftritt und läuft als Arzt in einem Krankenhaus dem Polizisten Dietmar Schäffer (gespielt von Stromberg-Kollege Bjarne Mädel) über den Weg. Im November 2010 war er im Krimi Kreutzer kommt in der Hauptrolle des Ermittlers Kreutzer zu sehen, welcher nach eigenem Bekunden „jeden Fall in einem abgeriegelten Raum in vier Stunden 37 Minuten und 48 Sekunden löst“.
Seit 2016 ist er mit 19 Auftritten der häufigste prominente Gast in der Quizshow Wer weiß denn sowas? im Ersten. Gemeinsam mit Annette Frier spielt Christoph Maria Herbst von 2019 bis 2021 die Hauptrolle in der Comedy-Fernsehserie Merz gegen Merz.
Seit 2023 wirkt er als Moderator in der Wissenschaftssendung Terra X im ZDF mit.
Sein erster Kinofilm war 1998 Der wirklich letzte Junggeselle. Es folgten die Kurzfilme Morgen (2001) und Lassie (2002). Ganz im Gegensatz zu seinen überwiegend komödiantisch geprägten Charakteren übernahm Herbst 2003 die Rolle eines von einer schwerwiegenden Tat unter Druck gesetzten Mannes, den Hauptdarsteller Martin in dem von Johannes Grebert produzierten Kurzfilm-Thriller Im Dunkeln. Im Laufe desselben Jahres stand er im Rahmen weiterer Comedy-Produktionen vor der Kamera, darunter in Aus der Tiefe des Raumes, in Michael Herbigs (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 und in der Edgar-Wallace-Parodie Der WiXXer. An der Seite von Oliver Kalkofe, Thomas Fritsch und Oliver Welke sowie weiteren bekannten Komikern verkörpert er hier den Butler Alfons Hatler, der in seiner Erscheinung und seinem sprachlichen Ausdruck an Adolf Hitler angelehnt ist.
2004 folgten Der Fischer und seine Frau, Erkan & Stefan in Der Tod kommt krass, der Kurzfilm Lorenz lacht sowie die Komödie Vom Suchen und Finden der Liebe, in der Herbst neben Moritz Bleibtreu, Alexandra Maria Lara und Anke Engelke agierte. 2006 war er in den deutschen Kinos als Nebendarsteller in Til Schweigers Komödie Wo ist Fred? und als Hauptdarsteller König Julius der 111. in Sebastian Niemanns Verfilmung Hui Buh – Das Schlossgespenst zu sehen.
Im ersten Quartal 2007 erschienen drei weitere Kinoproduktionen, in denen sich Herbst jeweils in größeren Rollen präsentierte: die schwarze Komödie Die Aufschneider, der Kinder- und Jugendfilm Hände weg von Mississippi und die Fortsetzung der Wallace-Parodie Neues vom WiXXer, in der Herbst erneut die Rolle des mittlerweile zum Leiter einer psychiatrischen Klinik aufgestiegenen Dr. Alfons Hatler übernahm. 2008 folgte der Fernsehzweiteiler Zwei Weihnachtsmänner mit Bastian Pastewka, ein Remake des Films Ein Ticket für Zwei. In der Kategorie „Beste Unterhaltung“ waren Herbst und Pastewka für diese Produktion für die Goldene Kamera 2009 nominiert.
2015 war er in der Hauptrolle im Kinofilm Die Kleinen und die Bösen zu sehen, in dem er den sympathischen Bewährungshelfer Benno verkörpert, der gegen seinen asozial-komischen Klienten Hotte (Peter Kurth) um die Verantwortung für die vierzehnjährige Jenny (Emma Bading) kämpft.
2016 spielte Herbst im ARD-Fernsehfilm Hotel Heidelberg – Tag für Tag in der Rolle des Ingolf Muthesius den Partner von Hotelmanagerin Annette Kramer, gespielt von Annette Frier.
Im Spätsommer 2017 spielte er unter dem Regisseur Sönke Wortmann in Der Vorname, einer Neuverfilmung einer gleichnamigen französischen Komödie von Alexandre de La Patellière. 2021 feierte der Kinofilm Es ist nur eine Phase, Hase unter der Regie von Florian Gallenberger Premiere. Mit dem Anfang Dezember 2025 erstaufgeführten Werk Stromberg – Wieder alles wie immer wurde die 2014 in die Kinos gekommene Produktion Stromberg – Der Film fortgesetzt.
Neben seiner Tätigkeit als Theater-, Film- und Fernsehschauspieler ist Christoph Maria Herbst als Synchron- und Hörbuchsprecher beschäftigt. Gemeinsam mit Charlotte Roche tourte er 2005 mit einer Lesung aus einer 1978 publizierten Doktorarbeit zu dem Thema Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern durch Deutschland. Aufmerksamkeit erzielte Herbst überdies mit den Hörbuchinterpretationen der von Tommy Jaud verfassten Romane Vollidiot (2004), Resturlaub (2006) und Millionär (2007); Lesetourneen mit Auszügen aus erstem und letzterem Werk führten Herbst zuletzt 2009 an verschiedene Spielstätten im gesamten Bundesgebiet.