Christoph Joachim Bucholtz (auch: Buchholtz, Bucholtzer; * 25. November 1607 in Schöningen; † 5. Dezember 1679 in Hameln) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und Bürgermeister von Hameln.
Bucholtz war der Zwillingsbruder des Theologen Andreas Heinrich Bucholtz sowie ein Sohn des Superintendenten von Schöningen Joachim Bucholtz (* in Brandenburg/Havel; † 8. März 1622 in Hameln) und dessen Frau Elisabeth Praetorius (* Frankfurt/Oder; † 11. Februar 1642 in Hameln). Nach anfänglichem Privatunterricht besuchte er ab 1618 die Schule in Hameln. Nach dem Tod des Vaters wurde er mit seinem Bruder nach Brandenburg an der Havel geschickt, wo sich um die Erziehung der Kinder sein Stiefgroßvater, der dortige Superintendent Joachim Garcaeus, kümmerte und beide die dortige Schule besuchten. Nachdem seine Großmutter gestorben war, besuchte er ab 1624 die Schule in Magdeburg, die unter der Leitung des Rektors Sigismund Evenius stand. Da ihm aber das dortige Klima nicht behagte, kehrte er im Juni desselben Jahres nach Hameln zurück und ging kurz darauf nach Herford.
Gemeinsam mit seinem Bruder bezog er am 19. September 1627 die Universität Wittenberg, wo er einige Disputationen absolvierte, wegen des Dreißigjährigen Krieges aber 1631 nach Hameln zurückkehren musste. 1634 zog er an die Universität Helmstedt, wo er am 7. Juli 1636 zum Doktor der Rechte promovierte. Danach arbeitete er als Anwalt in Herford, zog 1638 erneut nach Hameln und wurde 1641 ordentlicher Professor der Rechte an der Universität Rinteln. In letzterer Aufgabe erledigte er zahlreiche Aufgaben als fürstlich hessischer Rat und Kanzleidirektor von Schaumburg. Zudem beteiligte er sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Hochschule. So war er mehrmals Rektor der Bildungseinrichtung und Dekan der Rintelner Juristenfakultät. 1663 legte er seine Professur nieder und kehrte als Syndikus wieder nach Hameln zurück. Hier wurde er 1667 erstmals Bürgermeister, welche Aufgabe er weitere fünf Mal ausübte.
Bucholtz war zwei Mal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er 1636 in Herford mit Anna Bergmann († 1. Januar 1655 in Rinteln), der Tochter des Juristen und Bürgermeisters in Herford Johann Bergmann. Aus der Ehe stammten 17 Kinder, wovon 10 Kinder jung verstarben. Den Vater überlebten sechs Töchter und ein Sohn. Seine zweite Ehe ging er 1656 mit Sophia von Dembter († 1677) ein, der Tochter des Bürgermeisters von Hameln Tobias von Dembter und Witwe des Juristen Burchard Vorenwaldt. Von den Kindern kennt man:
Christoph Joachim Bucholtz, Jurist
Anna Maria Bucholtz, ⚭ mit dem Juristen und Dr. jur. Anton Christian Erp-Brockhausen
Clara Agnese Bucholtz, ⚭ mit dem Pfarrer in Hameln Henrich Günther Erp-Brockhausen († 22. Oktober 1679 in Hameln)
Catharina Elisabeth Bucholtz, ⚭ mit dem Juristen Lic. jur. Andreas Günther Hientzke (Hintzke)
Catharina Oesterheld Bucholtz (1650–1715)
Agnes Amalia Bucholtz, ⚭ mit dem fürstlich braunschweigisch-lüneburgischen Kontributions- und Proviantverwalter Georg Christoph Hoffmann
Oratio de statu Academiae Ernestinae. Rinteln 1644.
Oratio funebris in obitum Hedwigis Hass. Landg. Rinteln 1644.
Diss. de procuratoribus et defensoribus. Rinteln 1644.
Diss. de usucapionibus et praescriptionibus. Rinteln 1645.
Oratio funebris in obitum Elisabethae Comit. Holsatiae, Schawenb. et Sternb. una cum Elisabetha Com. Schawenb. in prima infantia extincta- eodem funere terrae mandata. Rinteln 1646.
Collegium institutt. imperial. disputatt. exhib. Rinteln 1646.
Disp. de juramentis. Rinteln 1647.
Disp. exhibens symopticam delineationem successionis feudalis. Rinteln 1650.