An diesem Tag

Christo Botew

Bulgarischer Dichter und Freiheitskämpfer

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Christo Botew (auch Hristo Botev geschrieben; bulgarisch Христо Ботев), geboren als Christo Botjow Petkow (bulgarisch Христо Ботйов Петков; * 25. Dezember 1847jul. / 6. Januar 1848greg. in Kalofer; † 20. Maijul. / 1. Juni 1876greg. bei Wraza) war ein bulgarischer Dichter, Revolutionär und einer der Anführer des Aprilaufstandes. Christo Botew gilt als einer der Nationaldichter Bulgariens aus der Zeit der bulgarischen Aufklärung.

Christo Botew wurde 1848 in Kalofer im Balkangebirge geboren. Er war der Sohn des Lehrers Botjo Petkow und von Iwanka Botewa. Botjo Petkow war Lehrer, Schriftsteller und Aufklärer. Er hatte in Odessa studiert und verfasste Lehrbücher und übersetzte solche ins Bulgarische. Die Mutter stammte aus einer bescheidenen Familie in Kalofer. Christo Botew hatte acht Geschwister: Ana (1850–1867), Petko (1852–1872), Stefan (1854–1890), Kiril (1856–1944), Tota (1859–1864), Genko (1861–1863), Genko (1863–1866) und Bojan (1866–1885).

Nach einigen Quellen wurde Christo Botew in einem Zimmer der Schule in Kalofer geboren, in dem seine Eltern wohnten. Kurz darauf wurde in Kalofer eine neue Schule gebaut, und die Familie mietete ein Haus von Kaufman Genko Filow, in dem Christo die ersten Jahre seines Lebens verbrachte. Dieses Haus, wie der Großteil von Kalofer wurde während des Russisch-Osmanischen Krieges 1877/78 von den Türken in Brand gesetzt, aber in den 1940er Jahren wieder aufgebaut und in das Nationalmuseum „Christo Botew“ umgewandelt.

Im Jahr 1854 konnte Botjo Petkow sich nicht mit der Gemeinde von Kalofer über sein Gehalt einigen und zog ins benachbarte Karlowo. Dort lebte die Familie im Haus seiner Mutter im Viertel Tabaschka, und Christo ging in der Schule, wo sein Vater sein Lehrer war. Im Jahr 1858 beschuldigte Botjo Petkow die örtliche Gemeinde, dass sie versuche, sich Gelder anzueignen, die der Schule vermacht worden waren. Daraufhin kehrte die Familie nach Kalofer zurück. Die Gemeinde von Kalofer versuchte erfolglos, sie im Haus des in Konstantinopel lebenden Händlers Christo Taptschileschtow unterzubringen, woraufhin die Familie sich in einem Haus des Händlers Chadschi Nestor niederließ. Nach ihrer Rückkehr nach Kalofer trat Christo Botew in die örtliche dreiklassige Schule ein, wo sein Vater ebenfalls als Lehrer tätig war.

Stipendiat in Odessa, Rückkehr nach Kalofer

Schon seit 1857 versuchte Botjo Petkow, seinen Sohn Christo mit Hilfe von Najden Gerow zum Studium nach Russland zu schicken. Gerow, ein Bekannter Petkows aus seiner Zeit in Odessa, war inzwischen ein bekannter Sprachwissenschaftler, Pädagoge, russischer Vizekonsul in Plowdiw geworden. Zudem war er Mitglied und Vertreter des Bulgarischen Kuratoriums von Odessa, welches jungen Bulgaren ein Stipendium im Ausland ermöglichte. Erst im Herbst 1863 erhielt Christo Botew ein Stipendium und reiste über Plowdiw und Konstantinopel nach Odessa, eines der größten bulgarischen Exilzentren dieser Zeit.

In Odessa meldete sich Christo Botew beim Bulgarischen Kuratorium, an das er ein Empfehlungsschreiben von Najden Gerow hatte, und dessen Mitglied Nikolaj Toschkow, einem wohlhabenden Kaufmann, der in Kalofer geboren war und ebenfalls seinen Vater kannte. Christo schrieb sich als Gasthörer am Zweiten Odessa Gymnasium ein, da er nicht ausreichend vorbereitet war, um als regulärer Student am Unterricht des Lycée Richelieus teilzunehmen. Zusätzlich wurde er im Internat des Gymnasiums untergebracht, wo zu dieser Zeit noch etwa zehn weitere bulgarische Schüler wohnten. Schon beim Eintritt in die Oberschule fiel es Christo schwer, sich in den Schulalltag einzufügen – er beklagte sich ständig über die strenge Disziplin, die auch körperliche Strafen einschloss. Er fehlte gleichzeitig häufig im Unterricht, beteiligte sich an Schlägereien mit Mitschülern und verhielt sich den meisten Lehrern gegenüber arrogant. Im Jahr 1864 verließ er das Internat und begann, selbstständig in verschiedenen Unterkünften zu leben. Trotz der eindringlichen Briefe seines Vaters und der Versuche von Nikolaj Toschkow, ihn zu beeinflussen, vernachlässigte er die Schule und stieß mit seinem exzentrischen Verhalten die bulgarische Gemeinschaft in Odessa ab, sodass viele ihrer Mitglieder den Kontakt zu ihm einschränkten.

Obwohl Botew die Schule nicht oft besucht, verbringt er viel Zeit in verschiedenen Bibliotheken, hauptsächlich in der Bulgarischen Bibliothek „Jurij Wenelin“, die sich im Haus von Toschkow befindet. Er liest hauptsächlich russische Autoren und ist besonders von Nikolai Tschernyschewski und Iwan Turgenew beeindruckt. In diese Zeit fallen auch seine erste Dichterversuche und seine Kontakte zur russischen bürgerlich-demokratischen Bewegung Narodniki. So lernt er den Philologen Wiktor Grigorowitsch kennen, dem er bei russischen Übersetzungen bulgarischer Volkslieder hilft. Laut seinem Mitschüler Kiro Tuleschkow arbeitet Botew bereits im Sommer 1864 an seinem Gedicht »An meiner Mutter« (aus dem Bulg. Майце си Majze si), wobei er sich dabei mit Grigorowitsch berät, und schickt es sogar zu dieser Zeit an Petko Slawejkow in Konstantinopel. Die Zuverlässigkeit dieser Information bleibt fraglich, da das Gedicht erst einige Jahre später von Slawejkow veröffentlicht wurde.

Im September 1865 wurde Botew vom Gymnasium wegen „Desinteresses“ ausgeschlossen und sein Stipendium vom Kuratorium eingestellt, wobei er eine einmalige Summe erhielt, um in die Heimat zurückzukehren. Trotzdem blieb er in Odessa, verdiente seinen Lebensunterhalt mit Privatunterricht und pflegte enge Kontakte zur polnischen Gemeinschaft in der Stadt. Mit Hilfe von Grigorowitsch, der inzwischen Leiter der Abteilung für slawische Philologie war, schrieb sich Botew sogar als Gasthörer an der Historisch-Philologischen Fakultät der Kaiserlichen Neurussischen Universität ein. Zwischen Oktober und Dezember 1866 arbeitete Botew als Lehrer an der bulgarischen Schule im bessarabische Dorf Sadunajewka.

Wegen einer Erkrankung seines Vaters kehrte Botew im Januar 1867 in seiner Heimatstadt Kalofer zurück. Nach seiner Ankunft in Kalofer übernahm Botew für seinen kranken Vater den Unterricht an der örtlichen Schule. Zu dieser Zeit schrieb er und am 15. April veröffentlichte er sein Gedicht »An meiner Mutter« erstmals in der Zeitschrift Gajda, die in Konstantinopel von Petko Slawejkow herausgegeben wurde. Das Gedicht wurde ohne Angabe eines Autors veröffentlicht. Während der Feierlichkeiten am 11. Mai zum Tag der Heiligen Brüder Kyrill und Method hielt Botew eine spontane Rede, in der er die gemäßigte Haltung der nationalen Bewegung kritisierte, die sich zu dieser Zeit hauptsächlich auf die Schaffung einer unabhängigen Kirche konzentrierte. Die Rede führte zu Drohungen der örtlichen osmanischen Örtlichkeit, aber es kam zu keinen Konsequenzen. Während seiner Zeit in Kalofer besuchte Botew häufig Paraschkewa Schuschulowa, eine Lehrerin an der nahegelegenen Mädchenschule. Es wird angenommen, dass sie das wahrscheinlichste Vorbild für die Geliebte in den Gedichten

»An meine erste Liebe« (aus dem Bulg. До моето първо либе Do moeto parwo libe); »Zum Abschied« (aus dem Bulg. На прощаване Na proschtawane) und »Sie« (aus dem Bulg. Ней Nej). Eine weitere Hypothese besagt, dass es sich um seine zweite Cousine, Mina Goranowa, handelt.

Nachdem er sich von einer Krankheit erholt hatte, entsandte Botjo Petkow seinen Sohn Christo erneut nach Odessa, um seine Ausbildung fortzusetzen. Mit dem Geld seines Vaters reiste Christo nach Konstantinopel und dann nach Odessa. Er folgte jedoch nicht dem Plan seines Vaters und entschied sich, ohne seine Eltern zu informieren, in das autonome Fürstentum Rumänien zu reisen, wo eine große bulgarische Exilgemeinschaft lebte. Einige der frühen Biografen von Botew behaupten, dass er auf seinem Weg in Sliwen auf Michał Czajkowski trifft, jedoch gibt es dafür keine direkten Belege.

Ende September 1867 kam Christo Botew in der Donaustadt Giurgiu an und nahm dort schnell Kontakt zu bulgarischen Freiheitskämpfer dort auf, darunter Chadschi Dimitar und mehrere Mitglieder der Tscheta, die Filip Totju und Panajot Chitow im Vorjahr gegründet hatten. Nach der Bekanntgabe des Todes des berühmten Revolutionärs Georgi Rakowski reisten sie nach Bukarest, um an seiner Beerdigung am 12. Oktober 1867 teilzunehmen. Da Botew das Geld für die Weiterreise nach Odessa fehlte, wandte er sich an Georgi Atanasovic, von der bulgarischen Organisation »Dobrodetelna Druschina« in Bukarest, der ihm finanziell unterstützte, um die Reise fortzusetzen.

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