Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) ist eine 1945 bzw. 1950 gegründete, christdemokratische, konservative und wirtschaftsliberale (Sammlungs-)Partei in Deutschland. Sie wird im politischen Spektrum mitte-rechts verortet.
Im Verbund mit ihrer Schwesterpartei, der Christlich-Sozialen Union (CSU), wird die nach Mitgliedern größte deutsche Partei (Stand 2024) auch als „Union“ bezeichnet. Die CDU tritt in allen Bundesländern mit Ausnahme Bayerns zur Wahl an, die CSU wiederum ausschließlich dort. Beide Parteien bilden im Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft, die CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Die CDU wurde unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 und in einem zweiten Anlauf mit dem ersten Bundesparteitag 1950 als überkonfessionell christliche Partei gegründet. Sie grenzte sich dadurch von der katholisch geprägten Zentrumspartei ab, die christdemokratische Werte durch die Weimarer Republik hindurch verkörpert hatte. Die weltanschaulichen Wurzeln der CDU sind die katholische Soziallehre, der Konservatismus und der Ordoliberalismus.
Auf Bundesebene war die Union insgesamt länger in Regierungsverantwortung als jede andere deutsche Partei seit Gründung der Bundesrepublik. Über die längste Zeit koalierte die CDU neben der CSU mit der Freien Demokratischen Partei (FDP) in schwarz-gelben Koalitionen oder mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) in schwarz-roten Koalitionen. Seit 2025 stellt die CDU mit Friedrich Merz den Bundeskanzler. Die weiteren Bundeskanzler, welche der CDU angehören bzw. angehört haben, sind Konrad Adenauer (1949–1963), Ludwig Erhard (1963–1966), Kurt Georg Kiesinger (1966–1969), Helmut Kohl (1982–1998) und Angela Merkel (2005–2021). Dabei stellen Kohl und Merkel mit jeweils 16 Jahren an der Spitze der deutschen Bundesregierung den Rekord für die längste Amtszeit deutscher Bundeskanzler. In den Jahren 1969–1982, 1998–2005 und 2021–2025 führten die Unionsparteien die parlamentarische Opposition an.
Die CDU ist zusätzlich in allen Bundesländern, in denen sie antritt, im Landesparlament vertreten. Derzeit beteiligt sie sich in zehn Ländern an der jeweiligen Landesregierung, in acht stellt sie den Ministerpräsidenten.
Neben der SPD auf der linken Seite gilt die konservative CDU als eine der beiden großen Volksparteien der Nachkriegsgeschichte. 2008 wurde die CDU erstmals die mitgliederstärkste Partei in Deutschland.
Seit ihrer Gründung steht die CDU Menschen aller christlichen Konfessionen und auch Nichtchristen offen. Dass sich die CDU ausdrücklich als christlich bezeichnet, beruht auf dem Entschluss der Partei, sich dem christlichen Menschenbild ausdrücklich verpflichtet zu erklären. Bei der Parteigründung im Jahr 1945 war zudem die Überwindung des politischen Gegensatzes zwischen Katholiken und Protestanten ein Hauptmotiv für die Aufnahme des Adjektivs „christlich“ in den Parteinamen. Oft wird die CDU als eine Nachfolgerin der katholisch orientierten Zentrumspartei genannt. Sie sieht sich selbst als Partei der Mitte mit einem Angebot für die gesamte Bevölkerung.
„Nach christlichem Verständnis sind Mensch, Natur und Umwelt Schöpfung Gottes“, heißt es im CDU-Grundsatzprogramm aus dem Jahr 2007. Gott habe den Menschen nach seinem Bilde geschaffen, woraus sich die Würde des Menschen als schützenswertes Gut ableite. Die natürliche Umwelt wird als Schöpfung angesehen, über die der Mensch nicht frei verfügen dürfe, sondern die ihm von Gott zur Bewahrung anvertraut worden sei.
Die CDU setzt sich für eine Verankerung des Gottesbezuges in der Charta der Europäischen Union, für die Bewahrung christlicher Symbole im öffentlichen Raum und die Beibehaltung christlicher Feiertage ein.
Mit politischen Äußerungen der beiden großen Kirchen lassen sich Gemeinsamkeiten (etwa in Bezug auf die an der christlichen Soziallehre orientierte Sozialpolitik oder die Ablehnung von Sterbehilfe) wie auch Unterschiede zu ihnen feststellen, bspw. bei der Haltung zu Biotechnologie, insbesondere Genomforschung, oder in Fragen des Asylrechts.
Folgende Grundsatzprogramme wurden von der CDU in der Vergangenheit beschlossen:
Parteiprogramm von Neheim-Hüsten (1946), zeigt den Konflikt um einen „christlichen Sozialismus“ auf
Düsseldorfer Leitsätze (1949), anlässlich der Bundestagswahl 1949 verabschiedet, befürworten eine soziale Marktwirtschaft
Berliner Programm (1968 (erste Fassung), 1971 (zweite Fassung))
Ludwigshafener Programm (1978)
Freiheit in Verantwortung (1994)
Freiheit und Sicherheit. Grundsätze für Deutschland (2007): Unter dem Motto „Neue Gerechtigkeit durch mehr Freiheit“ hat die CDU im Jahr 2006 eine Debatte über ein neues Grundsatzprogramm angestoßen. In der 69-köpfigen Grundsatzprogrammkommission, die unter dem Vorsitz des damaligen CDU-Generalsekretärs Ronald Pofalla am 25. April 2006 erstmals zusammentrat, waren alle Landesverbände und Vereinigungen der CDU vertreten. Der dabei erarbeitete Entwurf wurde Anfang Juli 2007 vom CDU-Bundesvorstand beschlossen und am 3. Dezember 2007 auf dem Bundesparteitag in Hannover endgültig verabschiedet.
In Freiheit leben. Deutschland sicher in die Zukunft führen (2024): Ab Herbst 2018, zur Zeit der Ankündigung Angela Merkels, nicht erneut für den Parteivorsitz zu kandidieren, war an einem neuen Grundsatzprogramm gearbeitet worden. Es wurde schließlich am 7. Mai 2024 vom 36. CDU-Bundesparteitag beschlossen.