An diesem Tag

Christlich-Demokratische Union Deutschlands (DDR)

Blockpartei in der DDR

Anúncio

Die Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU) – kurz auch als Ost-CDU oder auch CDUD bezeichnet – war eine Blockpartei in der DDR. Im Juni 1945 als überkonfessionelle christliche politische Partei in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gegründet, hatte sie sich bereits in den ersten Jahren ihres Bestehens der SED unterordnen müssen. Sie ging 1990 in der gesamtdeutschen CDU auf.

Die CDU verabschiedete im Oktober 1952 ihre erste Satzung. Diese wurde im Oktober 1982 abgelöst durch eine neue Satzung, die bis zur Übernahme der Partei durch die West-CDU 1990 galt. Die Partei war in Ortsgruppen, Kreisverbände und Bezirksverbände gegliedert. Die Parteimitglieder nannten sich „Unionsfreunde“.

Zentrales Organ der Partei war die Tageszeitung Neue Zeit aus dem Union Verlag.

Außerdem wurden für die Bezirke der DDR fünf regionale Zeitungen herausgegeben:

Die Union (Dresden, Leipzig, Karl-Marx-Stadt)

Der Neue Weg (Halle, Magdeburg)

Thüringer Tageblatt (Erfurt, Gera, Suhl)

Der Demokrat (Rostock, Schwerin, Neubrandenburg)

Märkische Union (Cottbus, Potsdam, Frankfurt/Oder)

Die Funktionäre erhielten die Monatszeitschrift „Union teilt mit“.

Zentraler Sitz war das Otto-Nuschke-Haus in Berlin. Die zentrale Bildungsstätte der DDR-CDU „Otto Nuschke“ war im Schloss Burgscheidungen an der Unstrut. Sie gab, in Verbindung mit der Parteileitung der CDU, die „Hefte aus Burgscheidungen“ heraus.

An verdiente Parteimitglieder wurde das „Otto-Nuschke-Ehrenzeichen“ verliehen.

Den knapp 200 Kreisverbänden kam eine wichtige Rolle zwischen Parteiführung und einfacher Mitgliedschaft zu.

Jeder Kreisverband verfügte über einen hauptamtlichen, d. h. besoldeten Kreissekretär. Die übrigen Posten der Kreisvorstände waren ehrenamtlich. Die Aufgabe des Kreissekretärs war es einerseits, die Weisungen der höheren Parteigliederungen nach unten umzusetzen (siehe auch: Demokratischer Zentralismus). Andererseits sollte er auch das Sprachrohr der Basis sein. Hierzu lieferte er einmal im Monat an Bezirks- und Parteileitung Informationsberichte. In der Praxis kamen die Kreissekretäre der Mittlerfunktion von unten nach oben jedoch meist nur ungenügend nach, so dass nichtssagende und schöngefärbte Berichte die Regel waren. Die Vorsitzenden der Partei bis hin zu den Kreisvorsitzenden wurden innerhalb des SED-Nomenklaturasystems ausgewählt.

Das formal höchste Organ der Kreisverbände, die Kreisdelegiertenkonferenz (KDK), tagte alle zwei bis drei Jahre.

Nach der Wiedervereinigung wurde deutlich, dass auf der Kreisebene die Dichte der Kreisgeschäftsstellen und der dortigen Mitarbeiter im Vergleich zur westdeutschen Situation sehr viel höher und finanziell nicht mehr tragbar war. Infolgedessen wurden in den folgenden Jahren – auch im Rahmen der laufenden Kreiszusammenlegungen – Kreisverbände und insbesondere Kreisgeschäftsstellen massiv zusammengelegt und Personal eher ehrenamtlich beschäftigt.

In jedem der 15 Bezirke der DDR existierte ein eigener Verband der CDU. Wie bei den Kreisverbänden tagte auch hier das formal höchste Organ, die Bezirksdelegiertenkonferenz (BDK), alle zwei bis drei Jahre.

Höchstes Organ der CDU war der Parteitag. Dort wurde der Hauptvorstand gewählt. Dieser wiederum bestimmte das Präsidium und das Sekretariat. Der Parteitag wurde seit 1960 alle vier Jahre einberufen. Von 1972 an tagte er nur noch alle fünf Jahre. Der Hauptvorstand der Partei tagte mindestens zweimal im Jahr und umfasste neben dem Parteivorsitzenden und seinen Stellvertretern mehr als 100 Mitglieder. Die eigentliche Arbeit fand daher im Präsidium des Hauptvorstandes, welches bis 1960 Politischer Ausschuss hieß, und vor allem im Sekretariat des Hauptvorstandes statt. Das Sekretariat setzte sich aus dem Parteivorsitzenden, seinen Stellvertretern, den Sekretären des Hauptvorstandes sowie einigen anderen Funktionären zusammen. Es hatte die satzungsmäßige Aufgabe, mit den Führungen der übrigen Blockparteien und mit dem Staatsapparat zusammenzuarbeiten.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Christlich-Demokratische Union Deutschlands (DDR) | World in Stories