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Christine Lubkoll

Deutsche Germanistin und Hochschullehrerin

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Christine Lubkoll (* 11. Juli 1956 in Bremen) ist eine deutsche Germanistin und Hochschullehrerin.

Von 1975 bis 1982 studierte sie Germanistik und Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (1982 Erstes Staatsexamen in den Fächern Germanistik und Geschichte) und 1978/1979 Geschichte und französische Literatur an der Faculté des lettres der Universität Bordeaux. Im Dezember 1985 wurde sie in Freiburg bei Gerhard Neumann mit einer Arbeit über den Sündenfall des Wissens und der Liebeslust in Faustdichtungen promoviert (Zweitgutachterin war Hannelore Schlaffer).

Von 1986 bis 1995 war Lubkoll Wissenschaftliche Assistentin und später Oberassistentin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo sie sich 1993 mit einer Arbeit über Poetische Entwürfe des Musikalischen in der Literatur um 1800 im Fach Neuere Deutsche Literaturwissenschaft habilitierte.

Anschließend war Lubkoll von 1995 bis 2001 Professorin für Vergleichende Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Neuere deutsche Literatur an der Universität Gießen. Ebendort war sie (zusammen mit Günter Oesterle) Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs „Klassizismus und Romantik im europäischen Kontext“.

Seit 2002 ist sie Professorin für Neuere deutsche Literatur mit historischem Schwerpunkt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).

Ihre Forschungsschwerpunkte sind Literatur- und Kulturgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts, Klassizismus und Romantik im europäischen Kontext, ästhetische Moderne, Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur, Literatur und ihre Beziehungen zur Musik, Thematologie und Mythenforschung, Kulturgeschichte des Erzählens, Ethik und Literatur, Literatur und Wissensdiskurse, Literatur der Sattelzeit (1750–1850) und polychrone Literaturgeschichtsschreibung der Moderne (1750–2000).

Sie ist Mitherausgeberin mehrerer Fachzeitschriften und Reihen, u. a. des Jahrbuchs der Deutschen Schillergesellschaft, der Reihe „Hermaea“ und der ELINAS-Schriftenreihe, der Reihe „Ethik - Text - Kultur“, der Reihe "Grundlagen der Germanistik" und der Reihe „Literatura“.

Seit 2006 leitet sie gemeinsam mit dem Literaturwissenschaftler Mathias Mayer (Universität Augsburg) den Master-Elitestudiengang Ethik der Textkulturen, der Teil des Elitenetzwerks Bayern ist. Der Studiengang ist, laut eigener Aussage, ein innovativer Studiengang, der die Disziplinen der Literatur- und Sprachwissenschaften, Kulturgeschichte, Theologie und Philosophie und Politologie vereint. Er reflektiert die vielfältigen Verschränkungen von Ethik, Textualität und Kultur in Vergangenheit und Gegenwart, Theorie und Lebenswelt.

Zudem ist Christine Lubkoll als Gutachterin für mehrere Institutionen tätig (z. B. die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Thyssen-Stiftung, die Volkswagenstiftung oder die Alexander-von-Humboldt-Stiftung). Von 2008 bis 2016 war sie Mitglied des Fachkollegiums 105 (Literaturwissenschaften) der DFG. Von 2013 bis 2021 gehörte Christine Lubkoll dem Senat der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg an und war von 2017 bis 2021 dessen Vorsitzende.

Mythos Musik. Poetische Entwürfe des Musikalischen in der Literatur um 1800. Rombach, Freiburg im Breisgau 1995, ISBN 3-7930-9114-7 (Zugl.: München, Univ., Habil.-Schr., 1993).

„... und wär's ein Augenblick“. Der Sündenfall des Wissens und der Liebeslust in Faustdichtungen. Von der „Historia“ bis zu Thomas Manns „Doktor Faustus“. Schäuble, Rheinfelden 1986, ISBN 3-87718-809-5 (Zugl.: Freiburg (Breisgau), Univ., Diss., 1985).

mit Agnes Bidmon (Hrsg.): Dokufiktionalität in Literatur und Medien. Erzählen an den Schnittstellen von Fakt und Fiktion. Berlin/Boston 2021, ISBN 978-3-11-069298-3.

mit Eva Forrester und Timo Sestu (Hrsg.): Fremdheit, Integration, Vielfalt? Interdisziplinäre Perspektiven auf Migration und Gesellschaft. Paderborn 2021, ISBN 978-3-8467-6637-8.

mit Manuel Illi und Anna Hampel (Hrsg.): Politische Literatur: Begriffe, Debatten, Aktualität. Stuttgart 2019, ISBN 978-3-476-04772-4.

mit Rudolf Freiburg und Harald Neumeyer (Hrsg.): Zwischen Literatur und Naturwissenschaft. Debatten – Probleme – Visionen 1680–1820, Berlin/Boston 2017, ISBN 978-3-1105-2811-4.

mit Harald Neumeyer (Hrsg.): E. T. A. Hoffmann Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Stuttgart 2015, ISBN 3-476-02523-3.

mit Claudia Öhlschläger (Hrsg.): Schreibszenen. Kulturpraxis - Poetologie - Theatralität. Freiburg im Breisgau 2015, ISBN 978-3-96821-528-0.

mit Dirk Kretzschmar, Dirk Niefanger und Stefan Schukowski (Hrsg.): Spiel und Ernst. Formen - Poetiken - Zuschreibungen. Zum Gedenken an Erika Greber. Würzburg 2014, ISBN 978-3-95650-024-4.

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