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Christina (Schweden)

Königin von Schweden

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Christina von Schweden (eigentlich Kristina, nach ihrem Übertritt zum Katholizismus Maria Alexandra, * 7. Dezemberjul. / 17. Dezember 1626greg. in Stockholm; † 19. April 1689 in Rom), Tochter des schwedischen Königs Gustav II. Adolf (1594–1632) und dessen Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg (1599–1655), war von 1632 bis 1654 Königin von Schweden.

Christina war das jüngste Kind ihrer Eltern nach zwei Totgeburten und einer im Säuglingsalter verstorbenen Schwester. Als sie fünf Jahre alt war, fiel ihr Vater 1632 in der Schlacht bei Lützen. Sie trat unter Vormundschaft der Mutter Maria Eleonora die Regentschaft an und lebte bis 1636 bei ihrer Mutter. Auf Wunsch des Vaters wurde sie wie ein Kronprinz ausgebildet und ab 1635 auf das Königsamt vorbereitet. Weil die Mutter als depressiv und verantwortungslos galt, übernahm ab 1636 der Reichskanzler Axel Oxenstierna die Vormundschaft, und Christina lebte danach bei ihrer Tante Katharina Wasa und deren Mann Johann Kasimir von Pfalz-Zweibrücken. Sie wurde gemeinsam mit ihrer Cousine Marie Euphrosine von Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg erzogen, lernte reiten und jagen, legte wenig Wert auf ihr Äußeres und verbrachte die Nächte mit ihren Studien. Mit ihrem Cousin Karl Gustav, der unter dem Namen Karl X. später ihr Nachfolger auf dem schwedischen Thron wurde, hatte sie in ihren Jugendjahren anscheinend eine kurze Liebschaft.

1644 übernahm Christina als Achtzehnjährige – und von nun an mündig – die Regierungsgewalt; die Krönung wurde allerdings wegen des Torstenssonkrieges verschoben. Bis dahin hatte Reichskanzler Axel Oxenstierna (1583–1654) die Regentschaft geführt. Christina nutzte die Unterstützung ihres Onkels Johann Kasimir von Pfalz-Zweibrücken und seiner beiden Söhne Karl Gustav und Adolf Johann, mit denen sie aufgewachsen war, um sich von der Bevormundung durch Oxenstierna zu befreien. 1647 ernannte sie Karl Gustav zum Generalissimus der schwedischen Truppen in Deutschland und signalisierte gleichzeitig ihre Absicht, ihn zu heiraten.

Während ihrer Regierung wurde 1645 Jämtland, Härjedalen, Gotland und Ösel im Frieden von Brömsebro hinzugewonnen. Johan Axelsson Oxenstierna und Johan Adler Salvius erwarben 1648 im Frieden von Osnabrück Vorpommern, Rügen und Bremen-Verden als Lehen im Heiligen Römischen Reich für Schweden. Ihr Eingreifen beschleunigte den Westfälischen Frieden und somit das Ende des Dreißigjährigen Krieges.

1649 erließ sie ein Verbot sämtlicher Hexenprozesse im schwedischen Königreich.

In ihrer Regierungszeit führte sie einen prunkvollen Hof, einen der aufwendigsten in Europa. Das machte zwar einen starken Eindruck auf ihre Zeitgenossen und erhöhte so ihre Reputation, bürdete Schweden allerdings auch hohe finanzielle Lasten auf. Um Abhilfe zu schaffen, ließ sie den Finanzspezialisten Johan Palmstruch nach Schweden kommen. Im September 1649 ließ sie René Descartes aus Holland kommen, mit dem sie schon seit 1647 korrespondiert hatte, fand jedoch erst um die Jahreswende Zeit, sich ihm zu widmen. Ab Dezember 1649 empfing sie ihn, der am liebsten bis Mittag im Bett lag, morgens um 5 Uhr zu Gesprächen. Descartes erkrankte im Januar 1650 an Lungenentzündung und starb am 11. Februar 1650 im Haus des französischen Botschafters Pierre Chanut.

Christina kaufte und baute Bibliotheken und unterhielt eine Münz- und Gemäldesammlung. Ihre Kunstsammlung kam nicht nur auf konventionellem Wege zustande. So befahl oder genehmigte sie 1648 den Prager Kunstraub und erbeutete u. a. große Teile der Kunstsammlung Kaiser Rudolfs II., darunter über 760 Gemälde, 270 Statuen, 30.000 Münzen, 300 wissenschaftliche Instrumente und 600 Kristalle. Eines ihrer Lieblingsprojekte war die Universität Uppsala, die sie großzügig mit Gebäuden und Büchern, wie zum Beispiel dem Codex Gigas und De laudibus sanctae crucis, ausstattete, darunter auch die Beutekunst von Hans Christoph von Königsmarck aus dem Dreißigjährigen Krieg aus dem Lyceum Hosianum in Braunsberg. Sie unterstützte Gelehrte, die sich mit Religion, Kirchenvätern oder alten Sprachen beschäftigten. Zum Beispiel verkehrten Johannes Freinsheim, Cornelius Tollius, Nikolaes Heinsius der Ältere, Claude Saumaise, Pierre Daniel Huet, Gabriel Naudé und Samuel Bochart zu ihrer Zeit an Schwedens Hof.

Christina war auch dem Theater sehr zugetan. Der Einfluss ausländischer Künstler auf die schwedische Theaterkultur erlangte in ihrer Regierungszeit einige Bedeutung. Eine französische Ballettgruppe unter der Leitung von Antoine de Beaulieu wurde ab 1638 für Christinas Hof engagiert. 1647 kam der Geigenspieler Pierre Verdier nach Stockholm. Zu einem Ensemble italienischer Musiker an Christinas Hof gehörte bis 1654 unter anderem der Komponist und Gitarrist Angelo Michele Bartolotti. 1652 wurde Vincenzo Albrici mit einer italienischen Operngruppe und 1653 Ariana Nozeman mit einer niederländischen Theatergruppe zu Vorführungen im Bollhuset eingeladen. Die französische Sängerin Anne Chabanceau de La Barre wurde von ihr zur Hofsängerin (Hovsångerska) ernannt. Sie unterhielt weiterhin die Königliche Hofkapelle (Kungliga Hovkapellet), die seit König Gustav Wasa in unterschiedlichen Größen bestand. Der Dichter Georg Stiernhielm schrieb für sie das Schauspiel Den fångne Cupido eller Laviancu de Diane, in dem sie selbst als Göttin Diana auftrat. Auch Joost van den Vondel schrieb Gedichte für und über sie.

Abdankung und Konversion zum Katholizismus

Ihrer Abdankung ging eine längere Vorgeschichte voraus. Schon 1650 kam es im Parlament zu Unruhen. 1651 erklärte die Königin, sie brauche Ruhe und das Land einen starken Führer. Bereits 1651, kurz nach ihrer offiziellen Krönung am 20. Oktober 1650, hatte Christina die Absicht zur Abdankung erklären lassen, war aber von Oxenstierna überredet worden, davon Abstand zu nehmen. Ein weiterer Grund für ihren Abdankungswunsch war, dass sie ihren Vetter, den Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, heiraten sollte, aber jede Heirat prinzipiell ablehnte.

Im Mai 1652 wurden der Jesuitengeneral Goswin Nickel und Fabio Chigi, der spätere Papst Alexander VII., darüber informiert, dass Christina zum Katholizismus konvertieren wolle. Seitdem arbeiteten einige Jesuiten wie Gottfried Franken, der Christina in Mathematik unterrichtete, auf eine Konversion hin. Christina akzeptierte mittlerweile, ihre Regentschaft weiterhin fortzusetzen, unter der Bedingung, nie wieder nach einer Heirat gefragt zu werden. Innerhalb weniger Wochen verlor sie viel von ihrer Popularität, als Arnold Johan Messenius hingerichtet wurde, der sie schweren Fehlverhaltens beschuldigt und sie eine Jezebel genannt hatte.

Statt zu regieren, verbrachte sie die meiste Zeit mit ihren ausländischen Freunden im Festsaal (am Sonntagabend) und im Theater. Darin bestärkt wurde sie durch den Arzt Pierre Bourdelot, den sie nach Stockholm eingeladen hatte und der ihr empfahl, sie sollte weniger arbeiten und lesen und mehr ihrem Vergnügen leben. Ihre Mutter und Magnus Gabriel de la Gardie hatten nicht viel Vertrauen in Bourdelot und versuchten ihm entgegenzuwirken. De la Gardie wurde daraufhin kaltgestellt und ihre Mutter nach Schloss Gripsholm verbannt. 1653 gründete Christina den militärischen Amaranten-Orden, zu dessen erstem Ritter sie Antonio Pimentel de Prado ernannte. Alle Mitglieder mussten versprechen, nicht (wieder) zu heiraten. Christina bekam jedoch in der Öffentlichkeit immer mehr Kritik für ihre verschwenderische Politik. Innerhalb von zehn Jahren hatte sie 17 neue Grafen, 46 Barone und 428 Mitglieder des niederen Adels ernannt, und um diese mit ausreichenden Apanagen zu versehen, hatte sie Krongut verkauft oder verpfändet. Im Februar 1654 informierte sie den Reichsrat und den schwedischen Ständereichstag zum zweiten Mal über ihre Absicht, die Regentschaft niederzulegen und abzudanken. Oxenstierna antwortete ihr, dass sie ihre Entscheidung innerhalb von wenigen Monaten bereuen würde. Im Mai wurden ihre Vorschläge diskutiert. Sie hatte 200.000 Riksdaler pro Jahr gefordert, stattdessen wurden ihr schwedische Reichslehen angeboten. Finanziell wurde sie nun durch Einnahmen aus Norrköping, den Inseln Gotland, Öland und Ösel, Gütern in Schwedisch Mecklenburg und Schwedisch-Pommern gesichert. Ihre Schulden wurden von der Staatskasse übernommen.

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