An diesem Tag

Christian Vieri

Italienischer Fußballspieler

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Christian „Bobo“ Vieri (* 12. Juli 1973 in Bologna) ist ein ehemaliger italienischer Fußballspieler. Er zählte von 1997 bis 2003 mit 113 Toren in 140 Ligaspielen (durchschnittlich 0,8 Toren pro Spiel) zu den besten Mittelstürmern der Welt. Er profitierte dabei vor allem von seiner physischen Durchsetzungsfähigkeit, seinem Stellungsspiel und seiner Torgefährlichkeit. Häufig wurde er allerdings durch seine starke Verletzungsanfälligkeit gebremst.

Christian Vieri wurde am 12. Juli 1973 in Bologna geboren und ist der Sohn des früheren italienischen Fußballprofis Roberto Vieri (* 1946). Die Familie emigrierte 1977 nach Australien und ließ sich in Sydney nieder, wo Vater Roberto seine aktive Karriere bei den Marconi Stallions ausklingen ließ. Christian und sein jüngerer Bruder Massimiliano besuchten die Prairiewood High School. Während seiner Schulzeit betrieb Vieri Leichtathletik, Cricket und Tennis, entschied sich jedoch für den in Australien vergleichsweise wenig populären Fußball. Seine Laufbahn begann 1987 in der Jugendabteilung der Marconi Stallions, einem von italienischen Einwanderern geprägten Klub, für den sein Vater inzwischen als Trainer tätig war. Im Alter von 14 Jahren kehrte Vieri nach Italien zurück und spielte zunächst für die Nachwuchsmannschaften der AC Santa Lucia und der AC Prato, bevor er 1990 zu Torino Calcio wechselte. Bereits in jungen Jahren profilierte er sich als treffsicherer Stürmer und erhielt aufgrund seiner athletischen Spielweise den Spitznamen Il mostro („das Monster“). Mit Torino gewann er zweimal in Folge die höchste Altersstufe der italienischen Jugendmeisterschaft (Campionato Primavera 1).

Während der Saison 1991/92 rückte Vieri in den Profikader auf und gab am 14. Spieltag, beim 2:0-Sieg über Lazio Rom am 15. Dezember 1991, sein Serie-A-Debüt. Dauerhaft durchsetzen konnte er sich jedoch nicht und erzielte in sieben Einsätzen lediglich ein Tor. Um Spielpraxis zu sammeln, wurde Vieri im November 1992 an den Zweitligisten Pisa SC verliehen und spielte in der Saison 1993/94 für die US Ravenna. Trotz zwölf Saisontoren konnte er den Abstieg des Vereins in die drittklassige Serie C nicht verhindern. 1994/95 folgte ein weiteres Jahr in der Serie B, diesmal im Trikot des AC Venedig. Nach drei Jahren in der Zweitklassigkeit holte ihn Emiliano Mondonico im Juli 1995 zu Atalanta Bergamo zurück in die Serie A. Unter Mondonico gelang Vieri endgültig der Durchbruch im Profifußball und trotz einer längeren Verletzungspause erzielte er in 19 Einsätzen sieben Treffer. Am 30. Spieltag der Saison 1995/96 markierte er beim 3:0-Sieg gegen Cagliari Calcio seinen ersten Doppelpack.

Mittlerweile war Italiens Rekordmeister Juventus Turin auf den bulligen Stürmer aufmerksam geworden und der amtierende Champions-League-Sieger verpflichtete ihn im Sommer 1996 zusammen mit Verteidiger Paolo Montero für umgerechnet etwa 5 Millionen D-Mark. Im Kader standen Angreifer wie Alessandro Del Piero, Alen Bokšić oder Nicola Amoruso, weshalb Vieri zunächst kaum Berücksichtigung fand. Nach einer wenig überzeugenden Hinrunde zeigte Vieri in der Rückrunde eine stark ansteigende Form und erzielte wichtige Tore. Innerhalb weniger Wochen gelangen ihm gegen die AS Rom (3:0), die AC Mailand (6:1) und Piacenza Calcio (4:1) jeweils ein Doppelpack und am Saisonende 1996/97 gewann die Alte Dame die italienische Meisterschaft. Auch international war Vieri erfolgreich und erzielte im Rückspiel des UEFA-Supercups gegen Paris Saint-Germain (3:1) ein Jokertor. In der Champions League war er mit vier Treffern am Einzug ins Endspiel beteiligt. Hier unterlag die favorisierten Turiner Borussia Dortmund überraschend mit 1:3. Vieri stand in der Startformation und war von Trainer Marcello Lippi nach 73 Minuten ausgewechselt worden. Insgesamt erzielte Vieri in 37 Pflichtspielen 14 Tore.

Am 1. Juli 1997 wechselte Vieri für umgerechnet etwa 35 Millionen DM zu Atlético Madrid in die spanische Primera División und war zu diesem Zeitpunkt der Rekordtransfer des Klubs. Atlético wurde durch den umstrittenen Präsidenten Jesús Gil geführt und in seiner Autobiographie gab Vieri später an, sich hauptsächlich aus finanziellen Gründen für das Angebot aus Madrid entschieden zu haben. Die Verpflichtung erwies sich als absoluter Volltreffer, denn die Saison 1997/98 markierte Vieris endgültigen sportlichen Durchbruch und er reifte zu einem internationalen Topstürmer. In 24 Ligaspielen erzielte er 24 Tore und wurde Torschützenkönig der spanischen Liga (Pichichi-Trophäe). Bei der 4:5-Niederlage gegen UD Salamanca gelangen ihm vier Tore in einem Spiel und im UEFA-Pokal traf er in sieben Spielen fünfmal. Allerdings waren die Colchoneros im Halbfinale an Lazio Rom gescheitert.

Obwohl sich Vieri binnen kurzer Zeit bei Atlético einen „Legenden-Status“ erarbeitet hatte, zog er wiederum nach nur einer Saison weiter und kehrte nach Italien zurück. Nach zähen Verhandlungen nahm ihn Lazio Rom am 28. August 1998 unter Vertrag und zahlte umgerechnet ca. 50 Millionen DM Ablöse. Der ehrgeizige Unternehmer Sergio Cragnotti (Cirio) hatte den Kader mit Neuzugängen im Wert von knapp 200 Millionen DM verstärkt (u. a. Marcelo Salas, Dejan Stanković, Siniša Mihajlović, Iván de la Peña, Sérgio Conceição). Doch bereits nach zwei Spieltagen zog sich der verletzungsanfällige Vieri in einem Pokalspiel einen Außenbandriss am rechten Knie zu und war erst drei Monate später wieder einsatzbereit. Bei seinem Comeback gegen den FC Bologna (1:0) am 6. Januar 1999 schoss er gleich ein Tor und konnte seine Torjägerqualitäten mit 14 Treffern in 28 Pflichtspielen unter Beweis stellen. 1998/99 war Lazio bis zum 28. Spieltag Tabellenführer und galt als Favorit auf die Meisterschaft. Allerdings verloren sie das Stadtderby gegen die AS Rom (3:1) und mussten die AC Mailand vorbeiziehen lassen, die schließlich mit einem Punkt Vorsprung italienischer Meister wurden. Die von Sven-Göran Eriksson trainierten Biancocelesti gewannen am 19. Mai 1999 die letzte Auflage des Europapokals der Pokalsieger (2:1 gegen RCD Mallorca). Im Endspiel hatte Vieri per Kopf den Führungstreffer beigesteuert und erhielt die Auszeichnung als Man of the Match.

Am 9. Juni 1999 verkündete Inter Mailand die Verpflichtung Vieris und der Klub zahlte die damalige Rekordablöse von umgerechnet etwa 90 Millionen Mark. Damit war er zu diesem Zeitpunkt der teuerste Transfer der Fußballgeschichte. Der Torjäger unterzeichnete einen Vertrag bis 2003, der ihm ein Netto-Jahresgehalt von ca. zehn Millionen Mark einbrachte und zu einem der bestbezahlten Profis der Serie A machte. Damit verdiente Vieri sogar mehr als sein neuer Sturmpartner Ronaldo. Nachdem Vieri in zehn Jahren neunmal den Klub gewechselt hatte, haftete ihm der wenig schmeichelhafte Spitzname „Il mercenario“ („der Söldner“) an und der Transfer entfachte in Italien eine lebhafte Debatte darüber, dass Spielergehälter und Ablösesummen außer Kontrolle geraten seien. Von der Rekordablöse unbeeindruckt, erfüllte Vieri die Erwartungen der Klubführung um Präsident Massimo Moratti und schoss Inter durch einen Hattrick gegen Hellas Verona (3:0) an die Tabellenspitze. Kurz darauf erhielt er die Auszeichnungen als Italiens Fußballer des Jahres 1999 sowie als bester Spieler der Serie A. Inters Hoffnungen auf den ersten Meistertitel seit 1989 ruhten auf den Ausnahmestürmern Ronaldo und Christian Vieri, die allerdings auf Grund ihrer Verletzungsanfälligkeit nur äußerst selten zusammen spielen konnten. In seiner Premierensaison (1999/2000) brachte es Vieri auf 13 Ligatore in 19 Einsätzen und Inter belegte Rang vier. Erstmals in seiner Karriere blieb Vieri einem Klub über mehrere Jahre treu und konnte seine enorme Torgefahr regelmäßig unter Beweis stellen.

Nachdem es zwischen Klubchef Moratti und Vieri häufig gekriselt hatte, lösten Inter Mailand und der Spieler den Vertrag nach sechs Jahren einvernehmlich auf. Vieri erhielt eine Abfindung in Höhe von neun Millionen Euro und schloss sich am 5. Juli 2005 dem Lokalrivalen AC Mailand an. Vieri präsentierte sich formschwach (zwei Tore in 14 Pflichtspielen) und kam nicht über die Rolle als Ergänzungsspieler hinaus, weshalb er die Negativauszeichnung Bidone d’oro als schlechtester Spieler der Serie A erhielt. Um seine Chancen auf eine Nominierung für den WM-Kader zu wahren, kehrte Vieri der AC Mailand nach wenigen Monaten den Rücken und suchte einen Neuanfang. Wegen der Aussicht auf einen Stammplatz wechselte er am 9. Januar 2006 zur AS Monaco in die französische Ligue 1. Trainer war Francesco Guidolin. Nach einem verheißungsvollen Start mit fünf Toren in elf Pflichtspielen zog sich Vieri im Ligaspiel gegen Paris Saint-Germain am 26. März 2006 eine Verletzung zu, die ihn für den Rest der Saison 2005/06 außer Gefecht setzte.

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