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Christian VII. (Dänemark und Norwegen)

König von Dänemark und Norwegen

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Christian VII. (* 29. Januar 1749 in Kopenhagen; † 13. März 1808 in Rendsburg) war ein dänischer Regent. Er war König von Dänemark und Norwegen von 1766 bis 1808 und Herzog von Schleswig und Holstein sowie von 1766 bis zum Vertrag von Zarskoje Selo 1774 Graf von Oldenburg und Delmenhorst. Er stammte aus dem Haus Oldenburg. Christian VII. galt als geistesgestört. Der Nachwelt bekannt ist er vor allem wegen der Affäre um seinen Leibarzt Johann Friedrich Struensee.

Christian VII. wurde im Schlafzimmer der Königin auf Schloss Christiansborg geboren, der Hauptresidenz der dänischen Monarchie auf der Insel Slotsholmen im Zentrum von Kopenhagen. Er war der Sohn von Friedrich V., König von Dänemark und Norwegen, und dessen erster Gemahlin Louise von Großbritannien. Nur wenige Stunden nach der Geburt wurde er vom königlichen Konfessionarius (Beichtvater) auf den alleinigen Namen Christian getauft. Seine Großmutter, die Königinwitwe Sophie Magdalene, trug den Prinzen während der Taufe als Taufpatin. Nach der Taufe wurde der neugeborene Prinz zur Betrachtung durch die Taufgäste in eine Paradewiege mit Thronhimmel gelegt.

Christian war das vierte Kind und der zweite Sohn seiner Eltern. Sein gleichnamiger älterer Bruder war anderthalb Jahre vor Christians Geburt mit knapp zwei Jahren gestorben, und Christian war damit als ältester überlebender Sohn Kronprinz von Geburt an. Die Hoffnungen für die Zukunft des neuen Thronfolgers waren groß, und anlässlich der Geburt des neuen Kronprinzen komponierte Christoph Willibald Gluck, der von 1748 bis 1749 in Kopenhagen ansässig war, die Oper La contesa dei Numi, die am 9. April 1749 beim ersten Kirchgang der Königin nach der Entbindung auf dem Schloss Charlottenborg in Kopenhagen aufgeführt wurde. Der „Streit der Götter“ dreht sich darum, welcher der Olympischen Götter am geeignetsten ist, den Kronprinzen wie zu erziehen.

Christian war noch keine drei Jahre alt, als seine Mutter während ihrer sechsten Schwangerschaft starb. Dem Prinzen blieb elterliche Zuneigung künftig versagt. Seine Stiefmutter Juliane von Braunschweig-Wolfenbüttel, die sein Vater kein Jahr später ehelichte, zeigte keinerlei Interesse für ihn, sondern zog ihren leiblichen Sohn Frederik vor. Dem Vater selbst wurde das schüchterne, sensible Kind, das überdies zu epileptischen Anfällen neigte, zunehmend gleichgültig. Von seinem Erzieher, Graf Detlev von Reventlow (1712–1783), wurde Christian sehr streng behandelt. Interesse am Regierungsgeschäft wurde bei dieser Erziehung bewusst nicht geweckt. Dabei galt Christian als Jugendlicher als intelligent, und sein Lehrer für französische Literatur, Élie-Salomon-François Reverdil, förderte sein Interesse an der Philosophie und der Aufklärung. Er zeigte jedoch schon in jungen Jahren Anzeichen von Geisteskrankheit. Laut Viggo Christiansen litt er an Schizophrenie. Ole Sylvester Joergensen dagegen vermutet eher das Asperger-Syndrom als Ursache der sozialen Störungen Christians.

Am 14. Januar 1766 starb Christians Vater, und wenige Tage später wurde Christian VII. kurz vor seinem 17. Geburtstag gekrönt. Die Regierungsgeschäfte führte zunächst, wie schon zu Zeiten seines Vaters, das Geheimes Conseil genannte Kabinett, insbesondere Graf Johann Hartwig Ernst von Bernstorff, der Vorsitzende der Deutschen Kanzlei. Die einzige Aufgabe des Königs bestand darin, die Beschlüsse zu unterschreiben, denn nach dem dänischen Königsgesetz ging alle Gewalt allein vom König aus. An wirklicher Beteiligung des Königs an der Regierung hatten die Regenten kein Interesse. Sie beunruhigte aber, dass sich bereits nach wenigen Tagen die Unberechenbarkeit des jungen Königs zeigte, als er den langjährigen Oberhofmarschall Adam Gottlob von Moltke entließ.

Im Alter von siebzehn Jahren heiratete er am 8. November 1766 auf Schloss Christiansborg seine fünfzehnjährige Cousine Caroline Mathilde von Großbritannien, die Schwester des englischen Königs Georg III., mit der er zwei Jahre zuvor verlobt worden war. Die Ehe wurde unglücklich. Der König erklärte öffentlich, dass er sie nicht liebe, und trieb sich stattdessen mit seinem Günstling Conrad Holck auf den Straßen herum. Er unterhielt ein Verhältnis mit der Prostituierten Anne Cathrine Benthagen (Støvlet-Cathrine „Stiefeletten-Cathrine“, 1745–1805), der er völlig verfiel und die er sogar mit zum Hof brachte. Anfang 1768 wurde sie verhaftet, zunächst ins Gefängnis gesperrt und, als der König im selben Jahr zu seiner Europareise aufgebrochen war, des Landes verwiesen, erhielt jedoch eine stattliche Pension, als sie 1770 den Zollinspektor Conrad Ditlev Maes heiratete. Schnell wurden die Eskapaden des jungen Königs bekannt und erregten Ärgernis. Die regierenden Minister versuchten vergeblich, seinen Zustand und sein Benehmen wenigstens vor ausländischen Diplomaten zu verbergen, und schickten ihn schließlich auf eine Auslandsreise.

Am 6. Mai 1768 brach der König mit großem Gefolge zu einer Reise durch Europa auf. Die für junge Adlige übliche Grand Tour war bereits vor dem Tode seines Vaters geplant gewesen. Unmittelbar vor Beginn der Reise war eine Extrasteuer zur Finanzierung der Ausgaben erhoben worden. Bernstorff begleitete den König, um ihn zu überwachen und politischen Nutzen aus der Reise zu ziehen. Caroline Mathilde hätte ebenfalls mitfahren wollen, um ihre Familie zu besuchen, wurde aber in Kopenhagen zurückgelassen. Der erste große Aufenthalt war Schloss Gottorf, wo Christian VII. am 27. Mai den Gottorper Vertrag unterzeichnete, der die Reichsunmittelbarkeit von Hamburg gegen den Erlass von 1,3 Mio. Reichstalern dänischer und herzoglich-gottorfischer Schulden besiegelte. Weitere mehrtägige Aufenthalte gab es auf Schloss Traventhal und Schloss Ahrensburg, wo Heinrich Carl von Schimmelmann am 10. Juni zum königlichen Schatzmeister ernannt wurde und sich der Reisegesellschaft anschloss. Schimmelmann beglich einen Großteil der Reiseausgaben. Als Reisearzt wurde dem König der Armenarzt Johann Friedrich Struensee zugeteilt, ein Aufklärer aus Altona, den Conrad Holck ausgewählt hatte.

Nachdem er sein Herrschaftsgebiet verlassen hatte, setzte der König die Reise als „Prinz von Traventhal“ fort und konnte so weitgehend auf das enge Zeremoniell öffentlicher Ehrenbezeugungen verzichten. In Hanau besuchte er seine Schwestern Wilhelmine Caroline, Ehefrau des Grafen von Hanau Wilhelm, und Louise, die mit dessen Bruder Karl von Hessen-Kassel verheiratet war. Weiter reiste er in die Niederlande. Dort besichtigte er u. a. soziale Einrichtungen, Manufakturen und eine Herrnhuter Siedlung. Über Frankreich reiste er nach England, wo er am 10. August in Dover an Land ging. In London besuchte er seine Schwiegermutter Augusta von Sachsen-Gotha und seinen Schwager König Georg III. In Cambridge und Oxford wurde ihm jeweils der juristische Ehrendoktor verliehen. Am 14. Oktober 1768 bestieg er in Dover wieder ein Schiff, das ihn zurück nach Calais brachte. In Paris traf er mit dem französischen König Ludwig XV. zusammen. Im November zeigten sich erstmals gesundheitliche Probleme. Mehrere Tage blieb der König in seinem Zimmer unter Struensees Obhut. Auf der Rückreise besuchte er noch einmal seine Schwestern und erreichte am Neujahrstag 1769 in Altona wieder sein Herrschaftsgebiet.

Struensee gewann auf der Reise das Vertrauen des Königs. Nach der Rückkehr an den dänischen Hof Anfang 1769 stieg dieser Einfluss. Bereits Mitte Mai 1770 verlieh Christian ihm den Titel Etatsrat. Struensee wurde auch offiziell zum Leibarzt ernannt. Im September 1770 veranlasste Struensee den König, Bernstorff zu entlassen. Er weckte im König das Interesse für liberale Reformen im Sinne der Aufklärung. Das Gehejmekonseil, das vor allem den gegen den Adel gerichteten Reformen kritisch gegenüberstand, wurde am 27. Dezember 1770 aufgelöst. Doch bald überschattete Christians fortschreitende Erkrankung die Zusammenarbeit mit Struensee. Struensee gelang es, von Christian eine Generalvollmacht zu erhalten, die es ihm erlaubte, anstelle des Königs zu unterschreiben. Damit war er quasi Alleinherrscher. Zur Betreuung und Unterhaltung des Königs stellte er Enevold von Brandt an und rief den früheren Prinzenerzieher Reverdil zurück.

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Christian VII. (Dänemark und Norwegen) | World in Stories