Johann Christian Ludwig Tunica (* 11. Oktober 1795 in Braunschweig; † 2. März 1868 auf Gut Deckenhausen bei Krummendeich nahe Hamburg) war ein deutscher Bildnis-, Genre- und Miniaturmaler sowie Daguerreotypist.
Tunica war der Sohn eines Schuhmachermeisters und Lederhändlers Johann Heinrich Tunica (1750–1830). Er absolvierte von 1810 bis 1815 eine Ausbildung in der Lackwarenmanufaktur bei Johann Heinrich Stobwasser, von dem er auch ein Bildnis auf Blech anfertigte. Von 1818 bis 1820 setzte er seine Ausbildung bei Johann Carl Rößler in Dresden fort und hielt sich zu Studienzwecken auch in Berlin und Düsseldorf auf. Als Porträt- und Miniaturmaler ließ er sich anschließend in Braunschweig nieder. Dort wurde er 1829 von Herzog Karl II. zum Hofmaler ernannt und erhielt auch von dessen Nachfolger Herzog Wilhelm einige Aufträge.
Mit dem Aufkommen der Fotografie eröffnete Tunica im Juni 1851 das erste Daguerreotypie-Atelier in Braunschweig. Anlässlich der Tausendjahrfeier der Stadt Braunschweig im Jahr 1861, fertigte er ein Bildnis des Umzugs der Schulen, der am 19. August 1861 über den Altstadtmarkt zog.
Tunica war seit dem 23. Juli 1824 mit Johanne Auguste Dorothee (geborene Weiß; 1801 – 12. Mai 1879) verheiratet, mit der er fünf Kinder hatte, zwei Töchter und drei Söhne. Sie war die Tochter des chirurgischen Instrumentenbauers Johann Dietrich Martin Weiß (1764–1830) und dessen Frau Auguste Magdalene (geborene Gerecke, 1768–1846, der Schwester seiner Stiefmutter).
Er hatte eine Schwester Christine Conradine Henriette Tunica (1798–1878) verheiratete Bornhardt.
In einem eigenhändigen Werkverzeichnis zählte Tunica 716 Gemälde auf. Er war aber auch als Zeichner und Lithograf aktiv.
Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg (der „Schwarze Herzog“)
1814: Kammerregistrator Carl Bornhardt
1818: Bildnisse des Johann Dietrich Martin Weiß und seiner Frau Auguste Magdalene
1822: Bildnis eines sitzenden Herrn
1824: Johann Friedrich Schliephake
1823: Andreas Christian Julius Giem
1836: Otto IV. von Braunschweig
1836: Heinrich Pfalzgraf bei Rhein
1839: Bildnis des Dachdeckers Georg Hunstedt
Herzog Friedrich Wilhelm (im Krieg in Privatbesitz verbrannt)
Britta Berg: Tunica, Johann Christian Ludwig. In: Luitgard Camerer, Manfred Garzmann, Wolf-Dieter Schuegraf (Hrsg.): Braunschweiger Stadtlexikon. Joh. Heinr. Meyer Verlag, Braunschweig 1992, ISBN 3-926701-14-5, S. 231.
Klaus-Ulrich Gählert: Ein eigenhändiges Werkverzeichnis des Braunschweiger Hofmalers Christian Tunica. In: Braunschweigisches Jahrbuch Band 39, Waisenhaus-Druckerei, Braunschweig 1959, S. 130–149.