Christian Adam Landenberger (* 7. April 1862 in Ebingen; † 13. Februar 1927 in Stuttgart) war ein impressionistischer Maler und Professor an der Stuttgarter Kunstakademie. Landenberger ist besonders durch seine Landschaftsbilder bekannt geworden. Er wird zu den Vertretern des schwäbischen Impressionismus gezählt.
Christian Landenberger wurde als zweites von neun Kindern von Christian Adam Landenberger und Anna Maria Landenberger, geborene Glunz, in Ebingen geboren. Seine Geschwister waren Marie (* 1861), Albert (* 1863), Marie Christine (* 1864), Luise (* 1865), Luise (* 1866), Gustav (* 1868), Paul (* 1869) und Hermann (* 1881).
Durch seine ersten Lehrer ermuntert, entschloss Christian sich, trotz der anfänglichen Widerstände seines Vaters, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen und ein Kunstmaler zu werden.
Ab 1879, im Alter von 17 Jahren, erhielt er eine künstlerische Ausbildung an der Stuttgarter Kunstschule; seine Lehrer waren Jakob Grünenwald und Carl von Häberlin.
Von 1883 bis 1887 studierte er an der Münchner Akademie, wo sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine neue Malweise durchgesetzt hatte, die zu einer Schule der Freilichtmalerei geführt hat. So festigte sich sein Ruf als einer der anerkanntesten Freilichtmaler in Deutschland. Bei einem Besuch seiner Heimat Ebingen und einer ausgedehnten Erkundung des umliegenden Zollerlandes entstand 1885 das zollersche Skizzenbuch, eine Sammlung sowohl von Landschafts- als auch Personenzeichnungen.
1887 gab er das Studium an der Akademie endgültig auf und arbeitete mehrfach in Gutach, wo sich um die Maler Wilhelm Hasemann und Curt Liebich eine Künstlerkolonie gebildet hatte.
Münchner Secession, private Malschule und Damenakademie
1890 folgte seine erste öffentliche Ausstellung auf der Münchner Internationalen Kunstausstellung im Glaspalast. Zwei Jahre später wurde er Gründungsmitglied der Münchner Secession und stellte dort regelmäßig bis 1916 aus.
Im Jahr 1895 gründete Landenberger eine private Malschule. Zwischen 1899 und 1905 arbeitete er als Zeichenlehrer an der Damenakademie des Münchner Künstlerinnenvereins. Diese Damenakademie war weithin bekannt und ein Anziehungspunkt für zahlreiche junge Frauen aus dem In- und Ausland, die sich künstlerisch ausbilden lassen wollten. Die Schule besuchten 1906 427 Schülerinnen „aus aller Herren Länder“. An der Akademie der Bildenden Künste München wurden dagegen von 1852 bis 1920 keine Frauen zum Studium zugelassen.
Nach siebenjähriger Verlobungszeit heiratete Landenberger am 30. Juli 1900 Katharine (auch Käthe) Elisabeth Ernestine Ullrich (1858–1925). Finanzielle Schwierigkeiten hatten eine Hochzeit bis dahin verhindert. 1903 arbeitete er im Sommer in Dießen am Ammersee, wo er auch eine private Malschule betrieb.
Die Stuttgarter Akademie berief ihn 1905 „auf die im Etat [des Jahres] neuerrichtete Professur für ‚technisches Malen‘“. Im Jahre 1901 hatte die Einrichtung den Titel Königliche Akademie der bildenden Künste erhalten. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Haus in die Württembergische Akademie der bildenden Künste umbenannt.
Landenberger war der erste Vertreter des impressionistischen Malstils innerhalb des akademischen Lehrkörpers der Stuttgarter Akademie. Zusammen mit seinem Kollegen Adolf Hölzel trug er zu einer neuen Positionierung der Akademie bei. Sie öffnete sich nun gegenüber aktuellen Kunstströmungen.
1911 war Landenberger über den Sommer in Dießen am Ammersee und auf der Bodenseeinsel Reichenau tätig. Er beteiligte sich an der Internationalen Kunstausstellung in Rom. 1912 erging an Landenberger und Hölzel der Auftrag zur Einrichtung einer Abteilung der Moderne in der Staatsgalerie Stuttgart. 1913 war Landenberger Jurymitglied der Ausstellung des Stuttgarter Künstlerbundes. Christian Adam Landenberger war Mitglied im Deutschen Künstlerbund.
Den Ersten Weltkrieg überstand Landenberger weitgehend unbeschadet. Seine künstlerische Tätigkeit konnte er während der Kriegsjahre fortsetzen. Die Schrecken und Folgen des Krieges reflektierte der Künstler in dramatischen Motiven wie der Passion Christi oder Hiob im Elend. Politische Stellungnahmen sind in Landenbergers Schaffen hingegen kaum anzutreffen.
1922 fand eine Einzelausstellung zum 60. Geburtstag von Landenberger im Stuttgarter Kunsthaus Schaller statt. Zwischen 1922 und 1926 schuf er drei Wandbilder Jesus als Kinderfreund, Der Sämann und Der Menschenfischer für die Stuttgarter Gedächtniskirche. Diese Werke wurden 1943 beim Bombenangriff auf Stuttgart zerstört.
Am 29. Juni 1925 verstarb seine Ehefrau Käte. Ab Ende Juli arbeitete Landenberger wieder am Ammersee in Dießen. Auch in seiner Heimat in Ebingen fand im August eine Einzelausstellung mit seinen Werken statt. Ein Brand in seinem Atelier im Dezember verursachte glücklicherweise keine größeren Schäden. Weihnachten 1925 und Neujahr 1926 verbrachte er in Ebingen.
1926 weilte er in den Weihnachtsfeiertagen wieder in seiner Ebinger Heimat und verletzte sich bei einer Autofahrt mit seinem Bruder Hermann am linken Fuß. 1927 litt er an einer septischen Thrombose, die alsbald zu einer Embolie führte. Seit dem Neujahrstag war er deswegen bettlägerig im Stuttgarter Karl-Olga-Krankenhaus. Christian Landenberger verstarb am 13. Februar 1927 in Stuttgart. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem dortigen Waldfriedhof.
Zu Beginn seiner Entwicklung malte Landenberger realistische Milieuschilderungen in dunkler Tonigkeit. Nach 1890 bekamen seine Bilder, unter gänzlicher Aufgabe von Lokalfarben, mit aufgesetzten Lichtern und breitem Pinselstrich, mehr Helligkeit. Christian Landenberger gilt als Vorreiter der deutschen Freilichtmalerei. Er zählt neben Otto Reiniger und Hermann Pleuer zu deren bedeutendsten Vertretern in Südwestdeutschland. Landenberger gehört darüber hinaus mit Otto Reiniger, Hermann Pleuer, Gustav Schönleber und Heinrich von Zügel zu den wichtigsten Vertretern des Impressionismus in Süddeutschland. Diese Kunstrichtung innerhalb des Deutschen Impressionismus wird auch als schwäbischer Impressionismus bezeichnet.